s((i))ghts

Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

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Für mich gehört es sehr zentral zum Engagement gegen Rechts, dass man die Positionen von Rechten und Rechtsextremen nicht normalisiert. Mit ’normalisieren‘ meine ich, bestimmte menschenfeindliche Aussagen als etwas hinzustellen, was eben zum vielfältigen Spektrum innerhalb einer Demokratie gehört und was man ‚aushalten‘ müsse (…) Ich sehe nicht, wie man sich gegen Rechts engagiert, wenn man Autoren wie Alexander Gauland oder aus dem Antaios-Verlag durch Buchkäufe Geld zukommen lässt.

Margarete Stokowski sagt die Veranstaltung in einer Buchhandlung in München ab. Hier kann man ihre Stellungnahme dazu lesen.

https://www.rowohlt.de/news/stellungname-margarete-stokowski

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November 5th, 2018 at 5:43 pm

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„»Gewalt im Fußball bleibt ein großes Problem.« Eine schnelle, oberflächliche Analyse des ZIS-Jahresberichts führt zu folgender Zahl: 0,0058 Prozent. Sie bemisst den Anteil verletzter Personen gemessen an den Zuschauerzahlen in den ersten drei Ligen. Eine Zahl, die viele Volksfest-Veranstalter oder Klub-Betreiber als Erfolg verbuchen würden. Trotz 1161 Straftaten, darunter 49 Fälle von schwerer Körperverletzung, während 18 Tagen Münchner Oktoberfest im Jahr 2017 attestierte die Polizei: »Eine friedliche Wiesn«. Im Fußball ist das anders.“

Alexander Ludewig, Neues Deutschland, 20.10.2018 Read the rest of this entry »

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(Der) heute nahezu vollständige Bedeutungsverlust von Popmusik (…) geht auch einher damit, dass Popmusik schon längst ihre einstige Funktion als innovatives Begleitgeräusch zu Widerstand und Revolte verloren hat.

Thomas Blum, Neues Deutschland, 20./21.10.2018

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Oktober 21st, 2018 at 10:00 am

Hohler Hausfrieden

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‪Wie kann eigentlich der Hausfrieden gebrochen werden, wenn das Haus seit Jahren leer steht? Wie kann ein Ort oder Raum, in welchem sich niemand befindet welche stören? Leerer Wohnraum stört meinen Frieden genauso. ‬

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Oktober 9th, 2018 at 8:10 am

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Am Wochenende demonstrierten mindestens 1000 Menschen in Köln für den Erhalt von linken Freiräumen. Die Stadtentwicklung von CDU/Grüne begeht einen Fehler nach dem anderen, übersieht wichtige Projekte und überplant diese. Die Grünen gehen verklemmt mit dem Thema um, die Linke skandalisiert die Probleme in Köln unterhalb der Wahrnehmungsgrenze (Jörg Detjen). Es gelingt den Ratsparteien im Falle des AZ beispielsweise nicht, zwischen grüner Wiese und sozialer Utopie eine Brücke herzustellen (Die Grünen) oder mal richtig auf den Putz zu hauen wegen des Ausverkaufs der Stadt an exklusive Privatinvestor_innen (Linke). Bei der CDU ist der überwiegende Teil der CDU-Reihen unüberhörbar im Schweigen und hofft auf Law-and-Order. CDU-Funktionär und Stadtdirektor Keller baut mit der Polente zusammen lieber Mauern statt Lösungswege (siehe Ebertplatz). Die CDU lässt insofern keinerlei Vermittlungsabsicht erkennen, weder in Richtung des AZ noch in Richtung der Angäbger_innenschaft. Die Klärung der Frage, weshalb geht der soziale Unmut das CDU-Klientel etwas an, verspräche doch eine interessante Debatte. Ja, und dann gibt es noch die SPD. Sie stellt zwar unbequeme Ratsanfragen zum AZ, allerdings ohne den Finger in die Wunde der CDU-Grünen-Koalition zu legen. Der Versuch ist einzig, die Oberbürgermeisterin zu stürzen oder ihr mindestens zu schaden. Insofern agiert die SPD substanzlos. Sie macht hierdurch ihr Profil gegen soziale Bewegungen in Köln deutlich. Kürzlich stimmten CDU und SPD sogar gegen den runden Tisch zwischen Stadt, Rat und AZ und damit gegen den Dialog für eine Lösungsfindung.

Der Fall um das AZ und bedrohte linke Freiräume zeigt zweierlei. Demokratische Errungenschaften basisdemokratischer und antiautoritärer Bürger_innenbewegungen werden für unsoziale Zwecke (Markt und Macht) geopfert. Die Parteien verpassen es zweitens, geschlossen gegen die Braun-Blauen am Stadtrand in Stellung zu gehen. Das übliche demokratische Geklapper reicht nicht aus, um der AfD den Teppich unter den Füßen wegzuziehen.

Mit unkommerziellen Projekten wie dem AZ oder dem Wagenplatz könnten sich die demokratischen Parteien als soziale Kraft zeigen, beweisen dass der Schutz linker Projekte auf derselben Seite der Medaille steht wie das Problem von Mietwucher oder Rassismus. All das stellt sich den hier Wohnenden als Bedrohung dar, greift in ihre Lebensbereiche ein, schafft Angsträume oder entzieht die Garantie, sich ein würdiges Leben in Köln weiterhin leisten zu können.

Keine der genannten Parteien ist als Gehör und Stimme für diese Menschen, ihre Sorgen und ihre Projekte wahrnehmbar. Die thematische Steilvorlage wird der AfD gerade auf dem Silbertablett serviert: gegen linke Freiräume, für die Law-and-Order-Polizeistadt und rechten Sozialdarwinismus. Dank dieser Festlegung wird in wenigen Monaten die AfD in Köln ihre Hetz-Kampagne voll entfalten. Wer möchte sie dann dafür kritisieren? Die AfD hat ihren Wahlkampf zur Kommunalwahl in Köln bereits sanft gestartet mit der Reker-muss-weg-Kampagne. Sie wird sich mit einer ungewohnt langen Vorlaufzeit warm laufen, das demokratische Spektrum spalten und den demokratischen Parteien hierdurch Boden streitig machen, noch bevor diese das bemerken und sich wehren (kurz vor der Wahl). Die AfD hat Chancen, die Themen letztlich glaubwürdig für sich zu entscheiden.

Um das Absehbare zu verhindern, gibt es in dieser Zeit noch die einzigartige Chance: die Solidarität mit AZ, Wagenplatz und den sozialen Kämpfen von unten, um das Thema gegen Rechts zu flankieren und Probleme vom Tisch zu bekommen, vor der Wahl. Köln braucht sein Bekenntnis zum Antifaschismus und muss den Arsch endlich hochkriegen und die Zähne aufmachen!

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Oktober 8th, 2018 at 4:05 pm

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Was seltsamerweise nie passiert: dass ein Extremismusforscher nach tagelanger Berichterstattung über linke Gewalt – etwa bei den G20-Protesten in Hamburg – ankommt und mahnt: „Wir dürfen aber die rechtsextreme Gewalt nicht vergessen!“
Was also treibt einen wie Jesse dazu, in Zeiten von Chemnitz und Köthen unbedingt über linke Gewalt sprechen zu müssen?

Sebastian Leber, Der Tagesspiegel, 23.09.2018
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September 25th, 2018 at 12:13 am

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Die Paukenschläge, wenn spektakulär blockiert (…) und als Reaktion empört wird, und dazwischen das permanente Magengrummeln, das eine überfressene Gesellschaft braucht, um sich endlich zu mäßigen.

Ingo Arzt, die tageszeitung TAZ, 27.11.2017
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September 16th, 2018 at 6:48 pm

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Mich persönlich interessiert der Dialog mit der AfD nicht. Wir haben uns schon verstanden.Die AfD möchte eine Gesellschaft,die meinen Freunden & mir die Existenzgrundlage entziehen würde. Ich habe kein Bedürfnis, das noch mal erklärt zu bekommen.

Max Czollek, Tagesanzeiger, 15.09.2018
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September 16th, 2018 at 1:08 pm

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Weit entfernt von dem Gerede einer Toleranz für alle bleiben feminine Jungs und „schrille“ Männer Anlass für hämische Belustigung und Ziel der Entwertung. Keine Abschaffung von Strafparagrafen, keine Einführung der Ehe für alle, kein Abbau der Diskriminierung und auch nicht der Eintrag zum sogenannten „Dritten Geschlecht“ führten dazu, dass der rechtliche und institutionelle Fortschritt auch von den Menschen in dieser Gesellschaft übernommen worden wäre. Der Hass auf das Andere, das zeigt sich an jenen, die als Männer geboren wurden und die Bandbreite der Männlichkeit zu sehr nach ihren Bedürfnissen vergrößern wollen, hat die Liberalisierung unbeschadet überstanden.

Patsy l’Amour laLove, Jungle World, 15.09.2018
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September 15th, 2018 at 2:12 pm

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Was in ganz Europa fehlt, sind feste und rechtschaffende Stimmen, die in der Lage sind, den populistischen Argumenten der Rechten entgegenzutreten.

Gulf News, Vereinigte Arabische Emirate zit. n. Neues Deutschland, 8./9. September 2018

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September 14th, 2018 at 11:46 am