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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Medien’ Category

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In den sogenannten sozialen Netzwerken im Internet fördere dieser Hang zur Selbstbestätigung eine Polarisierung von Ansichten. Mit jedem moralisch besetzten Wort in einem Beitrag steigen demnach die Chancen seiner Weiterverbreitung um 20 Prozent. Facebook und Twitter setzen also eine Emotionalisierungsschleife in Gang, in der die Bereitschaft und die Fähigkeit verloren gehen können, sich in völlig anders sozialisierte Menschen hineinzuversetzen.

Christian Baron, Neues Deutschland, 30.12.2017 Read the rest of this entry »

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Januar 4th, 2018 at 8:56 am

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In diesen Meta-Diskursen ist dann auch auszuhandeln, welche Formen des Sprechens in einem solchen Maße rassistisch usw. sind, dass sie – gleichwohl sie legal bleiben sollten – aus der seriösen Debatte auszuschließen sind. Solche Ausschlüsse sind kein Widerspruch zu einer rationalen Debatte, sondern zählen zu ihren Voraussetzungen.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Januar 2nd, 2018 at 11:14 am

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Weil ihre Fehlerdiagnose aber äußerst einseitig und verkürzt ausfällt, ist die von ihnen vorgeschlagene Gegenstrategie, die Rechten einfach mal mit Gegenargumenten zu überraschen, eher geeignet, das Problem zu verschärfen als es zu lindern. Tatsächlich legen sie auf 180 Seiten nicht ein einziges erfahrungsbasiertes Indiz dafür vor, dass diese Strategie funktionieren könnte.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Oft heißt es, durch die Filterblase bekämen Nutzer nur mit, was in ihr Weltbild passt. Das können wir in diesem Fall nicht bestätigen. Wir haben rekonstruiert, welche Tweets den Nutzern der verschiedenen Gruppen angezeigt wurden. Das Ergebnis: Die meisten Fake-News-Verbreiter können die Richtigstellung durchaus gesehen haben. Sie folgen nämlich auch den klassischen Medien wie SPIEGEL ONLINE oder der „Welt“. Anders ist das bei den Nutzern, die die Richtigstellung verbreitet haben. Die haben nämlich mehrheitlich nichts von der ursprünglichen Fake News mitbekommen.

Der Datenanalyst Michael Kreil stellt die Filterblasen-Theorie in Frage, Spiegel Online, 30.12.2017
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Januar 2nd, 2018 at 10:43 am

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Im Vorjahr waren viele Journalisten auf die irreführenden Meldungen der Polizei hereingefallen, die die massenhaften Übergriffe verschwiegen. Das sorgte allerdings nicht dafür, dass die Meldungen jetzt mit größerer Skepsis behandelten – diesmal schien die Polizei ja das Problem nicht herunterzuspielen, sondern groß zu machen. Allerdings kritisierten Reporter, die vor Ort waren – vor allem ein Kollege von n-tv.de und ich –, was vor dem Hauptbahnhof passiert war. Mehr als einen Migrationshintergrund und ihr Geschlecht schienen die Festgehaltenen nicht gemein zu haben. Auch waren viele offensichtlich nicht in Gruppen unterwegs. Als Grünen-Chefin Simone Peter nur den Einsatz des Begriffes „Nafri“ kritisierte, wurde sie von der Bildzeitung zur „Grüfri“ (Grün-Fundamentalistisch-Realitätsfremde Intensivschwätzerin) gemacht. Ein kritischer Diskurs über einen Einsatz, der durchaus als stigmatisierend bezeichnet werden kann, fand in den deutschen Medien faktisch nicht statt. Und obwohl die Polizei viele Fragen erstmal offen ließ und viel spekulierte, blieben kritische Berichte die Ausnahme.

Sebastian Weiermann, Übermedien, 30.12.2017 Read the rest of this entry »

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Dezember 30th, 2017 at 2:32 pm

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In der Besetzung und Verschiebung der Grenzen dessen, was im Pop gesagt werden darf, folgt die Szene auf der einen Seite der Gramsci-Idee von der Herstellung der kulturellen Hegemonie, die vor den eigentlichen Kämpfen um die Machtübernahme erreicht werden soll, und von der „passiven Revolution“ (von rechts). Sie folgt aber auch den Marktgesetzen. Wer die Grenzen nach rechts hin überschreitet, darf sich öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit sicher sein. Geradezu exemplarisch ist das Vorgehen von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims: mit einer halbfaschistischen Provokation Aufsehen erregen, sich in öffentlichen Auftritten an den Mainstream zurückkoppeln, die ursprüngliche Aussage in Zorn und politisches Missverständnis verwandeln, das Medienecho als Verkaufsförderung genießen – und dann wieder von vorn. Der mediale und politische Apparat ist offenbar so verblödet, dass er dieses Spiel wieder und wieder mitmacht. Eine Grenzüberschreitung nach links führt im Pop indes nahezu automatisch zur Herabstufung medialer Aufmerksamkeit. Schon deshalb bleiben die Aussagen von Acts, die es sich eigentlich leisten könnten, oft unverbindlich und vage. Dezidiert linke Bands müssen sich auf die Verteidigung der Zivilgesellschaft und der kulturellen Vielfalt zurückziehen, und selbst das wird in den Medien kaum honoriert.

Georg Seesslen, Spex, 26.12.2017
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Das bedeutet, sie hat sich Legitimation der Institutionen der Gesellschaft, wie zum Beispiel Parlamente und Medien erworben. Linker Protest, der darauf beharrt, dass völkischer Nationalismus und Rassismus niemals legitim sein können, greift damit auch automatisch die Deutungshoheit der Institutionen an, die der AfD ihre Legitimation verleihen. Diese reagieren darauf mit einer Gegenoffensive: Der Ächtung von Protest, welche auf Verhinderung der geistigen Brandstiftung der AfD abzielt. Medien und Politik sind es gewohnt, dass ihre Deutung hegemonial ist, auf ein Anzweifeln dieser Hegemonie reagieren sie allergisch. Wer dabei bleibt, dass völkische Ideologie, wie sie von der AfD vertreten wird, keine Existenzberechtigung hat, zieht sich also deren heftige Gegenreaktion auf den Hals.

Antifa AK Köln, 20.12.2017
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Dezember 20th, 2017 at 2:46 pm

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Wieso wir uns gegen solcherlei Spielchen verwehren, hat einen einfachen Grund: Antifaschistisch aktiv sein bedeutet, insbesondere in Zeiten des gesellschaftlichen Rechtsrucks, ein Risiko für die Gesundheit sowie im schlimmsten Fall Leib und Leben. Wer sich anschauen möchte, was aktiven, mit Namen bekannten Antifaschist*innen zustoßen kann, muss sich nur Kommentarspalten unter den Videos unserer Pressesprecher*innen anschauen. Hier finden sich vielfältigste Gewalt- Mord- und Vergewaltigungsdrohungen.

Antifa AK Köln, 20.12.2017
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Dezember 20th, 2017 at 2:38 pm

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Das öffentliche Reden (die Podiumsdiskussion oder die Talkshow) haben allerdings nicht wirklich Austausch zum Ziel. Sie sind ein Schaulaufen der Meinungen. Viele wollen mit Rechten im Fernsehen reden, um sie zu entlarven. Diese Strategie erweist sich allerdings als wenig erfolgreich. Die AfD wurde zum Teil nicht trotz ihres Rassismus gewählt, sondern deswegen. Je mehr wir versuchen, Nazis zu entlarven, desto mehr Plattform und Gehör bieten wir ihnen. Desto mehr Gelegenheit, eigentlich selbstverständliche Vereinbarungen zu hinterfragen. Der Diskurs schleicht so immer weiter nach rechts. Und nein, die Gesellschaft muss nicht jedem seine Meinung gönnen. Um es mit den Worten von Karl Popper zu sagen: „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ Sonst zerstört eine freiheitliche Gesellschaft sich selbst.

Marina Weissband, Kolumne im Deutschlandfunk, 18.12.2017
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Dezember 18th, 2017 at 9:26 pm

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Zuvor hatte das NDR-Magazin »Zapp« berichtet, dass die Hamburger Polizei im Zuge ihrer G20-Ermittlungen zahlreiche Medien darum gebeten hat, ihnen unveröffentlichtes Bildmaterial zur Verfügung zu stellen. Die Mediengruppe RTL habe mitgeteilt, sämtliche Sendestrecken von n-tv zum G20-Gipfel zur Verfügung gestellt zu haben – darunter auch zehn Minuten nicht gesendetes Material, wegen »eines hausinternen Missverständnisses«.

Elsa Koester zu Staatsnahen Medien der RTL Mediengruppe und N-TV, Neues Deutschland, 08.12.2017
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Dezember 17th, 2017 at 7:28 pm