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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Individuum’ Category

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Für Aufsehen hat am Sonntagabend die Kontrolle und Festnahme eines Falschparkers in Duisburg gesorgt, bei der sich schließlich 250 Schaulustige und 50 Polizisten gegenüberstanden.

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August 9th, 2017 at 12:20 pm

Unsinn für Alle!? Zum neuen Ehe-Recht

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Ehe für alle? Insgesamt erhoffe ich mir, das sich tradierte Familienbilder hierdurch auflösen. Doch dazu ist es auch erforderlich, das Modell Ehe weiter in der Kritik zu halten.

Durch die Änderungen am Recht, den ehelichen Bund einzugehen, ist eine staatliche Diskriminierung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren aufgehoben worden. Doch bestehen bleibt die Frage: Ehe? Was soll der Unsinn*! Erforderlich bleibt die Kritik daran. Durch die Ausbreitung alternativer Lebensformen ist die Benachteiligung Alleinerziehender, kinderloser oder eheloser Partnerschaften gegenüber der staatlich geförderten Ehe nicht beseitigt (z.B. Benachteiligung bei Entlassungen durch den sog. Sozialplan). Die systematische Diskriminierung von in Trennung lebenden Kindern durch die geschlechtsbezogene Benachteiligung von Vätern im Familienrecht bleibt bestehen (wobei ich aufgrund der Adoptionsmöglichkeit für schwule Paare interessante Rechtsprechungen für Väter erwarte). Das heterosexuelle Kleinfamilienmodell bleibt weiterhin Fixpunkt und Leitbild der deutschen Normierungsgesellschaft. In den Gesetzen hat die Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung oder anderer Familienstände weiterhin Bestand.

Die Ehe als immanenten Teil der kapitalistischen und nationalistischen Ideologie zu kritisieren bleibt weiterhin Aufgabe emanzipatorischer Gesellschaftskritik:
„Die Ehe ist jedoch nicht nur Ort der individuellen Reproduktion und Produktion von Menschenmaterial für das Vorantreiben der Verwertung des Werts, sondern auch Gegenstand nationalistischer und völkischer Interessen. Der Nachwuchs den die Familie hervorbringt soll nicht nur im Hinblick auf seine offensichtliche Verwertbarkeit optimal sein, was humangenetische Beratung bzw. Pränataldiagnostik gewährleisten, sondern auch den Bestand der Nation sichern, welche nur ein gedankliches Konstrukt darstellt. Der nationalistischen Deutschtums-Ideologie zur Folge sind alle die Glieder der deutschen Nation, die deutsches Blut in ihren Adern haben, deren Vorfahren also deutsch waren. Innerhalb dieser Deutschtums-Ideologie wird auch die Ehe zur Erhaltung des deutschen Volks instrumentalisiert(4). So gibt es ein großes Interesse das Deutsche heiraten und sich vermehren, was sich an Einrichtungen wie der Verleihung des Mutterkreuzes an Frauen mit fünf Kindern und der Übernahme der Patenschaft durch den Bundespräsidenten bei Frauen mit sieben Kindern zeigt. Derartige „Auszeichnungen“ und die moralische Verurteilung kinderloser Paare, steht in direkter Kontinuität zur nationalsozialistischen Familienpolitik.“

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Von hundert Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium, von denen wiederum 63 einen Bachelorabschluss machen, 45 noch einen Master dranhängen und schließlich 10 eine Promotion absolvieren. Von hundert Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, beginnen nur 21 ein Studium, schaffen nur 15 einen Bachelor, machen nur 8 bis zum Master weiter – und nur eine einzige Person erlangt den Doktorgrad.

Astrid Herbold, Louisa Reichstetter und Anna-Lena Scholz, Die Zeit Campus, 23.05.2017

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Mai 12th, 2017 at 9:57 am

Kritisch Intervenieren gegen Racial Profiling

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Wenn die Beamten z.B. im Zug nur nichtweiße Personen kontrollieren, kann man zu ihnen gehen und sie fragen, ob sie einen nicht auch gleich noch kontrollieren wollen. Wenn Beamte durch Schlechterbehandlung Nichtweißer auffallen (z.B. permanentes Duzen, unfreundliches Auftreten), kann es helfen, sie daran zu erinnern, mit der Person respektvoll umzugehen. Den Betroffenen kann es auch helfen, wenn man Hilfsangebote artikuliert. Die könnten etwa so lauten: „Sind sie in Schwierigkeiten?“ / „Benötigen Sie Hilfe?“ / „Wollen Sie sich meine Kontaktdaten notieren, falls Sie Anzeige erstatten wollen?“
Gut ist es, den Vorfall zu notieren und sich direkt bei der Polizei zu beschweren. Hierzu gibt es ein Dokument, das an die Bundespolizei gerichtet ist. Der Adressat kann aber gern geändert werden. Daneben können zusätzlich mit Rassismus und Diskriminierung betraute Institutionen informiert werden, z.B. das Antidiskriminierungsbüro Sachsen oder die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt.

Ali Schwarzer, Trollbar Blog, 20.09.2014
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Januar 4th, 2017 at 11:05 am

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In high-conflicting and „winner-takes-all“ custody battle, the existence of parental alienation is often unavoidable. As a matter of fact, the American Psychological Association (APA) has finally recognized and confirmed its prevalence as a form of psychological or emotional child abuse.

KJ Williams, Parent Herald, 16.10.2016
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Muslimische Kinder bleiben hierzulande alleine zurück, während die anderen in den evangelischen oder katholischen Unterricht strömen. Sie dürfen dann Hausaufgaben machen, Nachhilfestunden nehmen oder still in der letzten Reihe sitzen. Das signalisiert ihnen: Ihr seid anders – wenn ihr Christen wärt, würdet ihr dazu gehören.

Thorsten Gerald Schneiders, 15. Mai 2010

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Zweifellos gibt es Sexismus, Rassismus und Ressentiments gegenüber Menschen mit einem anderen Bildungshintergrund auch unter Linken. Aber jedes unschöne Verhalten unter Erwachsenen, zu dem Beleidigungen ebenso gehören wie ungewünschte aufdringliche Flirtversuche unter dem Stichwort Diskriminierung zu fassen, relativiert zum einen den Begriff und suggeriert zum anderen, man sei permanent gewaltförmigen Handlungen ausgesetzt. Jede Berührung ohne vorher artikulierte Zustimmung, stellt demnach schon ein potentiell übergriffiges, gewaltförmiges Verhalten dar. Jede sachliche Kritik, die eine Auseinandersetzung zum Ziel hat, wird durch sogenannte gewaltfreie Kommunikation im Keim erstickt. Anstatt sich zu fragen, woher das kollektive Harmoniebedürfnis stammt und warum sich anscheinend immer mehr Menschen durch andere ständig angegriffen fühlen, bestätigen Awareness-Beauftragte dieses Schutzbedürfnis und schwingen sich zu Hütern der Ordnung auf, die den staatlichen ähneln. Dabei waren gerade linke und links-alternative Lokalitäten doch immer auch Orte, an denen Menschen, die in ihrem Äußeren oder in ihren Gedanken nicht der Mehrheitsgesellschaft entsprachen, Schutz fanden. Dieser Schutzraum, der notfalls zu Recht auch mit Gewalt verteidigt wurde, schlägt nun mancherorts in einen Schonraum um.

Cee Ieh, Leipzig

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April 8th, 2016 at 6:00 pm

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Wie sollen wir Eltern also unsere Kinder in dieser neuen „Normalität“ schützen, die die Gesellschaft entwickelt hat? Ganz einfach indem wir Nein sagen. Wir schützen unsere Kinder und sagen Nein, damit wir ihnen mehr Raum verschaffen können, in dem sie Kinder sein dürfen. Nein, Sam schafft es am Samstag nicht zur Geburtstagsparty. Nein, Sophie schafft es diese Woche nicht ins Fußballtraining. Außerdem sorgen wir wieder für regelmäßige Auszeiten, damit sie in ihrer anderweitig chaotischen Welt Ruhe und Trost finden können. Die Kinder können sich darauf verlassen, dass sie sich während dieser Auszeit entspannen können und sich wieder erholen und wachsen können, was für die Entwicklung von Kindern extrem wichtig ist. Wir sortieren unnötige Aktivitäten aus und vereinfachen ihr Leben.

Tracy Gillet, Huffington Post, 17.03.2016

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März 21st, 2016 at 5:37 pm

Offener Brief an die Öffentlichkeit und an die zuständigen Stellen über die Zustände bezüglich der Frauen in der Westerwaldstraße

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Geflüchtete aus Köln haben sich am 17. Februar zu Refugeeprotesten entschieden, um auf die prekären Lebensbedingungen in der Unterkunft Westerwaldstraße hinzuweisen. Im Zuge der Proteste sind zwei Offene Briefe veröffentlicht worden. Diese veröffentlichen wir zu Dokumentationszwecken.

Nachfolgend der Offene Brief von Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft in Köln Humboldt-Gremberg, Westerwaldstraße, in welchem u.a. auf sexuelle Übergriffe einer näher nicht benannten Securityfirma hingewiesen wird.

Wir, Frauen aus der Flüchtlingsunterkunft Westerwaldstraße 92a in Köln Humboldt-Gremberg, sehen die Notwendigkeit, neben dem offenen Brief über die Zustände in der Flüchtlingsunterkunft, zu dem wir unsere Zustimmung erklären, eine weitere Erklärung an die Öffentlichkeit zu verfassen. Als Frauen in der Flüchtlingsunterkunft sind wir neben diesen inakzeptablen Lebensbedingungen weiteren schwerwiegenden Problemen ausgesetzt, die unser Leben und unsere Psyche bedrohen.

Es gibt keine Privatsphäre, keinen Rückzugsraum für Frauen in der Unterkunft. Mütter können ihre Säuglinge nicht in Ruhe stillen, schwangere Frauen haben keine Ruhe und spezielle Versorgung, Mütter haben keine Möglichkeit, um ihre Kinder mit gesunder Nahrung und Bildung zu versorgen. Aber das ist nicht alles.

Die Security-Crew der Unterkunft organisiert seit ihrer Ankunft in der Turnhalle sexuellen Missbrauch und Belästigungengegen Frauen unter uns. Die Gruppe besteht aus neun Männern: dem Leiter, sowie vier für die frühere Schicht und vier für die spätere Schicht. Sie filmen Frauen beim Stillen, beim Duschen und nachts beim Schlafen. Sie ziehen Ehepaaren die Decke weg, wenn sie darunter nackt und intim sind. Sie zwingen Frauen mit Gewalt zum Geschlechtsverkehr. Auch wenden sie psychischen Druck und Zwang an, um Frauen zum Geschlechtsverkehr zu bewegen, indem sie z.B. behaupten, ihnen als Gegenleistung einen Wohnung zu besorgen. Nachts bringen die Securities andere Männer von außerhalb, die die Kleidung der Security-Crew anziehen und zu den Frauen gehen. Sie lauern Frauen als Gruppe auf, wenn sie von der Toilette im Außenbereich in die Turnhalle gehen wollen, lassen sie nicht hinein gehen und versuchen sie dann zu vergewaltigen, während ein Teil der Gruppe Ausschau hält. Das Gleiche spielt sich auch in den Duschen ab. Die Securities nehemen die Frauen auch mit in ihre Räume, um dort Geschlechtsverkehr mit ihnen zu haben. Die betroffenen Frauen sind teilweise minderjährig..

Wir können die Zahl der Betroffenen nur schätzen, weil betroffene Frauen oft zu viel Angst haben jemandem davon zu erzählen. Einige Frauen haben aber von den Übergriffen berichtet. Andere unter uns sind Augenzeugen sexueller Übergriffe geworden. Wir haben die Vergewaltigungen, den sexuellen Missbrauch und die Belästigungen schon vor vielen Wochen immer wieder beim Management der Turnhalle angezeigt, aber diese haben nichts dagegen unternommen.

Die Verantwortlichen für diese Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden!

Die Frauen in der Unterkunft brauchen spezielle Betreuung und Frieden!

 

Der zweite Offene Brief ist hier zu finden: http://sichten.blogsport.eu/offener-brief-fluechtlinger-koeln-humboldt-gremberg/

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass die Argumentation auf Frauen in Puncto „um ihre Kinder mit gesunder Nahung und Bildung zu versorgen“ einem Genderbias unterliegt. Es wäre wünschenswert, diese Möglichkeiten für alle Eltern geschlechterunabhängig einzufordern.