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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Individuum’ Category

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Doch insgesamt zeigt sich ein Muster. Es gibt bekanntlich viele Männer, die dazu neigen, Frauen monologisierend die Welt zu erklären, als ob diese per se keine Ahnung hätten. Analog zu diesem »Mensplaining« gibt es aber auch ein »Mumsplaining«: eine soziale Standardsituation, in der Frauen – zuweilen selbst dann, wenn sie gar keine Kinder haben – Männern implizit oder ausdrücklich die Kleinkindkompetenz absprechen. (…) Obwohl also in konkreten Situationen von Mumsplaining die nolens volens angeherrschten Männer die Dummen sind, sind diese habituellen Redeweisen in allgemeinerem Sinn symbolische Gewalt einzelner gegen alle Frauen. (…) Die Position hinter dem Kinderwagen bewirkt einen Verfremdungseffekt, durch den man vieles klarer sieht – zum Beispiel auch das eigene Verhalten in anderen Lebenslagen.

Velten Schäfer, Neues Deutschland, 10.03.2018
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August 5th, 2018 at 8:55 am

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Das eins Zweck des Kindes ist es, sein eigenes Leben zu leben-nicht das Leben, das es nach Ansicht der besorgten Eltern führen sollte oder das den Absichten des Erziehers entspricht, der zu wissen glaubt, was für das Kind am besten ist. Solche Einmischung und Lenkung von Seiten Erwachsener hat lediglich eine Generation von Robotern zur Folge.

Alexander Sutherland Neill, „Theorie und Praxis der antiautoritären Erziehung-Das Beispiel Summerhill“, 30. Oktober 1959

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Januar 6th, 2018 at 2:36 pm

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Dieser rechten Logik kommt auch Sigmar Gabriel nah, wenn er schreibt, die SPD habe sich zu sehr mit Fragen der Gleichstellung etwa von Homosexuellen beschäftigt statt mit den Arbeitern. Auch er spielt Klassenpolitik und Queer-Feminismus gegeneinander aus, statt den Menschen klarzumachen, dass sie gemeinsam um Teilhabe kämpfen müssten. Leichter ist es, in die populistische Klage einzufallen, gender-neutrale Toiletten seien schuld am vermeintlichen Zerfall der Gesellschaft.

Carolin Weidemann zur konservativen Männerbewegung, FAZ, 04.01.2018
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Letztlich ist es eine rechte Einschüchterungspolitik. Das Vertrackte daran ist, dass alles, was die Gesellschaft in letzter Zeit repressiver gemacht hat, nicht mit rechten, sondern mit scheinbar linken Argumenten gerechtfertigt wurde. Die neoliberalen Beraubungsmassnahmen an der Gesellschaft konnten nur mit einem bestimmten Überbau durchgesetzt werden, der signalisiert hat, dass man schon dafür sorge, dass es den Schwachen gut gehe. Genau diesen Überbau muss man aus einer linken Perspektive angreifen. Das ist eine groteske Verzerrung linker Anliegen. Erstens kämpfen wir nicht dafür, dass es den Schwachen gut geht, sondern dass niemand schwach ist. Zweitens haben diese Massnahmen fast immer nur ihren Repräsentanten genutzt. Das ist eine Schwundstufe linker Ideologien, die im Namen irgendwelcher Schwachen, die übrigens meist fiktiv sind, jeden kritischen Diskurs und jedes Aufbegehren ersticken.

Robert Pfaller interviewt von Florian Keller, WOZ / Le Monde diplomatique, 18.12.2017

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Für Aufsehen hat am Sonntagabend die Kontrolle und Festnahme eines Falschparkers in Duisburg gesorgt, bei der sich schließlich 250 Schaulustige und 50 Polizisten gegenüberstanden.

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August 9th, 2017 at 12:20 pm

Unsinn für Alle!? Zum neuen Ehe-Recht

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Ehe für alle? Insgesamt erhoffe ich mir, das sich tradierte Familienbilder hierdurch auflösen. Doch dazu ist es auch erforderlich, das Modell Ehe weiter in der Kritik zu halten.

Durch die Änderungen am Recht, den ehelichen Bund einzugehen, ist eine staatliche Diskriminierung gegenüber gleichgeschlechtlichen Paaren aufgehoben worden. Doch bestehen bleibt die Frage: Ehe? Was soll der Unsinn*! Erforderlich bleibt die Kritik daran. Durch die Ausbreitung alternativer Lebensformen ist die Benachteiligung Alleinerziehender, kinderloser oder eheloser Partnerschaften gegenüber der staatlich geförderten Ehe nicht beseitigt (z.B. Benachteiligung bei Entlassungen durch den sog. Sozialplan). Die systematische Diskriminierung von in Trennung lebenden Kindern durch die geschlechtsbezogene Benachteiligung von Vätern im Familienrecht bleibt bestehen (wobei ich aufgrund der Adoptionsmöglichkeit für schwule Paare interessante Rechtsprechungen für Väter erwarte). Das heterosexuelle Kleinfamilienmodell bleibt weiterhin Fixpunkt und Leitbild der deutschen Normierungsgesellschaft. In den Gesetzen hat die Benachteiligung aufgrund sexueller Orientierung oder anderer Familienstände weiterhin Bestand.

Die Ehe als immanenten Teil der kapitalistischen und nationalistischen Ideologie zu kritisieren bleibt weiterhin Aufgabe emanzipatorischer Gesellschaftskritik:
„Die Ehe ist jedoch nicht nur Ort der individuellen Reproduktion und Produktion von Menschenmaterial für das Vorantreiben der Verwertung des Werts, sondern auch Gegenstand nationalistischer und völkischer Interessen. Der Nachwuchs den die Familie hervorbringt soll nicht nur im Hinblick auf seine offensichtliche Verwertbarkeit optimal sein, was humangenetische Beratung bzw. Pränataldiagnostik gewährleisten, sondern auch den Bestand der Nation sichern, welche nur ein gedankliches Konstrukt darstellt. Der nationalistischen Deutschtums-Ideologie zur Folge sind alle die Glieder der deutschen Nation, die deutsches Blut in ihren Adern haben, deren Vorfahren also deutsch waren. Innerhalb dieser Deutschtums-Ideologie wird auch die Ehe zur Erhaltung des deutschen Volks instrumentalisiert(4). So gibt es ein großes Interesse das Deutsche heiraten und sich vermehren, was sich an Einrichtungen wie der Verleihung des Mutterkreuzes an Frauen mit fünf Kindern und der Übernahme der Patenschaft durch den Bundespräsidenten bei Frauen mit sieben Kindern zeigt. Derartige „Auszeichnungen“ und die moralische Verurteilung kinderloser Paare, steht in direkter Kontinuität zur nationalsozialistischen Familienpolitik.“

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Von hundert Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium, von denen wiederum 63 einen Bachelorabschluss machen, 45 noch einen Master dranhängen und schließlich 10 eine Promotion absolvieren. Von hundert Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, beginnen nur 21 ein Studium, schaffen nur 15 einen Bachelor, machen nur 8 bis zum Master weiter – und nur eine einzige Person erlangt den Doktorgrad.

Astrid Herbold, Louisa Reichstetter und Anna-Lena Scholz, Die Zeit Campus, 23.05.2017

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Mai 12th, 2017 at 9:57 am

Kritisch Intervenieren gegen Racial Profiling

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Wenn die Beamten z.B. im Zug nur nichtweiße Personen kontrollieren, kann man zu ihnen gehen und sie fragen, ob sie einen nicht auch gleich noch kontrollieren wollen. Wenn Beamte durch Schlechterbehandlung Nichtweißer auffallen (z.B. permanentes Duzen, unfreundliches Auftreten), kann es helfen, sie daran zu erinnern, mit der Person respektvoll umzugehen. Den Betroffenen kann es auch helfen, wenn man Hilfsangebote artikuliert. Die könnten etwa so lauten: „Sind sie in Schwierigkeiten?“ / „Benötigen Sie Hilfe?“ / „Wollen Sie sich meine Kontaktdaten notieren, falls Sie Anzeige erstatten wollen?“
Gut ist es, den Vorfall zu notieren und sich direkt bei der Polizei zu beschweren. Hierzu gibt es ein Dokument, das an die Bundespolizei gerichtet ist. Der Adressat kann aber gern geändert werden. Daneben können zusätzlich mit Rassismus und Diskriminierung betraute Institutionen informiert werden, z.B. das Antidiskriminierungsbüro Sachsen oder die Kampagne für Opfer rassistischer Polizeigewalt.

Ali Schwarzer, Trollbar Blog, 20.09.2014
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Januar 4th, 2017 at 11:05 am

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In high-conflicting and „winner-takes-all“ custody battle, the existence of parental alienation is often unavoidable. As a matter of fact, the American Psychological Association (APA) has finally recognized and confirmed its prevalence as a form of psychological or emotional child abuse.

KJ Williams, Parent Herald, 16.10.2016
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