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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Politik und Gesellschaft’ Category

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Für mich ist Linkssein eine Haltung. Eine bürgerliche Haltung, um es genauer auszudrücken. Eine Bürgerpflicht, die sich aus bürgerlichen Privilegien ableitet, und die man deshalb bei jenen nicht erwarten darf, die solche Privilegien nicht genießen. Der Bürger Karl Marx nannte es den „kategorischen Imperativ, alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“. Wer solche Verhältnisse nicht hasst, sondern rechtfertigt, weil sie das Ergebnis von Ordnungen sind, deren Bestand wichtiger ist als das Leiden einzelner Menschen oder Gruppen; oder wer die Knechtschaft, Verlassenheit und Verachtung als Ergebnis einer natürlichen Ordnung der Dinge – zum Beispiel des Geschlechts, der Rasse, der Intelligenz oder des Charakters – erklärt, der ist rechts.

Alan Posener, Starke Meinungen, 08.01.2018 Read the rest of this entry »

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Januar 11th, 2018 at 9:47 pm

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Dieser rechten Logik kommt auch Sigmar Gabriel nah, wenn er schreibt, die SPD habe sich zu sehr mit Fragen der Gleichstellung etwa von Homosexuellen beschäftigt statt mit den Arbeitern. Auch er spielt Klassenpolitik und Queer-Feminismus gegeneinander aus, statt den Menschen klarzumachen, dass sie gemeinsam um Teilhabe kämpfen müssten. Leichter ist es, in die populistische Klage einzufallen, gender-neutrale Toiletten seien schuld am vermeintlichen Zerfall der Gesellschaft.

Carolin Weidemann zur konservativen Männerbewegung, FAZ, 04.01.2018
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It’s not only Pakistan that we pay billions of dollars to for nothing, but also many other countries, and others. As an example, we pay the Palestinians HUNDRED OF MILLIONS OF DOLLARS a year and get no appreciation or respect. They don’t even want to negotiate a long overdue peace treaty with Israel. We have taken Jerusalem, the toughest part of the negotiation, off the table, but Israel, for that, would have had to pay more. But with the Palestinians no longer willing to talk peace, why should we make any of these massive future payments to them?

Donald Trump via Twitter, 02.01.2018
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Januar 4th, 2018 at 8:21 am

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Denn nie lässt sich eine Psychopathologie der RAF und ihrer Geschichte schreiben, ohne dass sich damit eine Psychopathologie des Postfaschismus verbinden müsste. Daher hat sich die deutsche Gesellschaft kollektiv für einen »ungenauen Blick« entschieden. Weil es durch einen genaueren Blick geschehen könnte, dass man »Terror« ansieht und »Deutschland« zurückblickt.

Georg Seesslen, Jungle World, 2017, Nr. 51 Read the rest of this entry »

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Januar 2nd, 2018 at 7:55 pm

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In diesen Meta-Diskursen ist dann auch auszuhandeln, welche Formen des Sprechens in einem solchen Maße rassistisch usw. sind, dass sie – gleichwohl sie legal bleiben sollten – aus der seriösen Debatte auszuschließen sind. Solche Ausschlüsse sind kein Widerspruch zu einer rationalen Debatte, sondern zählen zu ihren Voraussetzungen.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Januar 2nd, 2018 at 11:14 am

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Weil ihre Fehlerdiagnose aber äußerst einseitig und verkürzt ausfällt, ist die von ihnen vorgeschlagene Gegenstrategie, die Rechten einfach mal mit Gegenargumenten zu überraschen, eher geeignet, das Problem zu verschärfen als es zu lindern. Tatsächlich legen sie auf 180 Seiten nicht ein einziges erfahrungsbasiertes Indiz dafür vor, dass diese Strategie funktionieren könnte.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Wir sind sicher, dass das Schreiben von der Berliner Polizei erstellt und verschickt wurde, da niemand sonst Zugang zu entsprechenden Fotos von ED-Behandlungen und Ermittlungsakten haben dürfte.

Rigaer 94 erhebt schwerwiegende Vorwürfe an die Berliner Polizei und den sog. Staatsschutz, 30.12.2017
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Dezember 31st, 2017 at 12:52 am

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„‘Köln’ ermöglichte eine enorme Diskursverschiebung in der deutschen Öffentlichkeit, die darauf abzielte, jetzt endlich einmal die Wahrheit über ‘die Flüchtlinge’ zu sagen. (…)Hauptsache ist: ‘Unsere Polizei’ hat ‘unsere Frauen’ diesmal erfolgreich vor ‘dem Ausländer’ geschützt. Aber ‘wir’ sind nicht rassistisch.
Köln ist der Inbegriff von #kaltland!“

Irgendwo in Deutschland, Kaltort-Ranking
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Dezember 29th, 2017 at 6:15 pm

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Da ist es ungünstig, dass niemand so richtig weiß, was eine »Linke« als politische Antagonistin heute eigentlich noch ist. Deshalb fällt die Reaktion auf die Renaissance der Rechten auch ganz unangemessen aus – nämlich in der Regel sozialpädagogisch, so als handele es sich bei der Absicht, den liberalen demokratischen Rechtsstaat zu zerstören, um eine Art irrtümlicher Trotzhaltung, der man mit viel Verständnis und gutem Zureden schon beikommen könne.

Harald Welzer, Editorial von „Wer keine Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“ (Futurzwei / Dezember 2017)

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Dezember 28th, 2017 at 9:16 am

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In der Besetzung und Verschiebung der Grenzen dessen, was im Pop gesagt werden darf, folgt die Szene auf der einen Seite der Gramsci-Idee von der Herstellung der kulturellen Hegemonie, die vor den eigentlichen Kämpfen um die Machtübernahme erreicht werden soll, und von der „passiven Revolution“ (von rechts). Sie folgt aber auch den Marktgesetzen. Wer die Grenzen nach rechts hin überschreitet, darf sich öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit sicher sein. Geradezu exemplarisch ist das Vorgehen von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims: mit einer halbfaschistischen Provokation Aufsehen erregen, sich in öffentlichen Auftritten an den Mainstream zurückkoppeln, die ursprüngliche Aussage in Zorn und politisches Missverständnis verwandeln, das Medienecho als Verkaufsförderung genießen – und dann wieder von vorn. Der mediale und politische Apparat ist offenbar so verblödet, dass er dieses Spiel wieder und wieder mitmacht. Eine Grenzüberschreitung nach links führt im Pop indes nahezu automatisch zur Herabstufung medialer Aufmerksamkeit. Schon deshalb bleiben die Aussagen von Acts, die es sich eigentlich leisten könnten, oft unverbindlich und vage. Dezidiert linke Bands müssen sich auf die Verteidigung der Zivilgesellschaft und der kulturellen Vielfalt zurückziehen, und selbst das wird in den Medien kaum honoriert.

Georg Seesslen, Spex, 26.12.2017
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