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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Politik und Gesellschaft’ Category

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„Ich hasse es, das zu sagen, es fällt mir nicht leicht“, sagt [Richard Spencer]. „Aber die Antifa ist am Gewinnen.“

Lukas Hermsmeier, WOZ / Le Monde diplomatique vom 29.03.2018 Read the rest of this entry »

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April 5th, 2018 at 12:15 am

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Aufrufe an internationale Solidarität verhallen weitgehend folgenlos. Sie erscheinen, trotz martialischer Sprache und der Rede von Widerstand, nur als Ausdruck eigener Ohnmacht oder Selbstüberschätzung.
Als 2014 während der Belagerung Kobanis durch den „Islamischen Staat“ ausgerechnet die US-Airforce der syrischen Schwesterorganisation der PKK zu Hilfe kam, schien nichts an den Koordinaten liebgewonnener linker Weltbilder mehr zu stimmen. Schließlich verorteten sich PYD und PKK im linken, antiimperialistischen Spektrum. Die PKK steht seit Jahren auf der US-Terrorliste. Und doch schlossen die USA in Syrien ein taktisches Bündnis mit der PYD und unterstützten sie im Kampf gegen den IS. Anfang Januar gab dagegen Russland, das in Teilen der Traditionslinken noch immer als Erbe der Sowjetunion gilt, der Türkei grünes Licht, in Afrin einzumarschieren. Ausgerechnet in Kurdistan kamen die politischen Koordinaten schon kurz nach Ende des Kalten Krieges durcheinander: Es waren 1991 die USA, Großbritannien und Frankreich, die über dem Nordirak eine Schutzzone gegen Saddam Hussein verhängten und dort eine kurdische Autonomie ermöglichten. Ohne Eingreifen des „imperialistischen Washington“ wiederum wäre Kobani 2014 wohl an den IS gefallen.

Thomas von der Osten-Sacken, die Tageszeitung TAZ, 21.03.2018
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Im Gegenteil kopiert und verstärkt die digitale Assistenz eher die vorhandene Bürokratie, bis sie dem Haus, das Verrückte macht, ähnelt. Und dann laufen die Nutzer im Kreis zwischen der Koordinationsabbteilung des Zukunftsarchivs und der Abteilung für provisorische Rundschreiben – viel zu beschäftigt, um irgendwas zu schaffen.

Moritz Förster, Heise.de, 16.03.2017
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März 21st, 2018 at 12:03 am

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<h2$Es geht nicht darum, ein menschenunwürdiges Leben erträglicher zu machen. Es geht darum, ein solches Leben unmöglich zu machen.

Vortragende auf der Veranstaltung
„Das ist unser Haus “ im Allerweltshaus Köln, 15. März 2018

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März 15th, 2018 at 8:01 pm

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Einer der dämlichsten Ratschläge beim Thema »Was tun gegen Nazis?« lautet, man dürfe den Rechten nicht die Gelegenheit geben, sich als Opfer darzustellen. Das impliziert nicht nur, dass die Betreffenden die Nazis offenbar lieber triumphierend sähen, sondern ist schon deshalb schwierig, weil der typische selbsternannte Herrenmensch mindestens so sehr zum Rumheulen neigt wie ein verzogener ­Fünfjähriger.

Svenna Triebler, Jungle World, Ausgabe 10/2018

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März 13th, 2018 at 2:09 am

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Die deutschen Behörden können einfach sagen, dass die speziellen Munituionen und Ausrüstungen in Italien produziert wurden und die Verantwortung bei den Italienern liegt.
Die Italierner betrachten sie widerrum als deutsche Produkte und gehen deshalb davon aus, dass die Deutschen darüber entscheiden. So wird der Handel mit Waffen viel weniger kontrolliert als der weltweite Handel mit Bananen.

Andrew Feinstein, Experte für Waffenhandel, Interview mit Die Reportage, ARD vom 15.01.2018 Read the rest of this entry »

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Februar 25th, 2018 at 10:04 am

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Die Interpretation von Männlichkeit in Form des stereotypgeprägten Hipster-Grillmackers mit eiskaltem Craftbeer-Bier in der Hand und die Fresse vom Fleischfresswunsch verzerrt. Wie elend ist das, dass einem so eine deprimierende Inszenierung als Befreiung verkauft wird – und wovon denn bloß? Empathie und Salat, oder was?

Linus Volkmann rezensiert das Beef Magazin im Interview mit Thomas Venker u.a., Kaput Mag, 11.02.2018 Read the rest of this entry »

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Februar 16th, 2018 at 9:12 am

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Wäre das nicht schön? Man steigt in den nächsten Bus oder die nächste Bahn ein, ohne sich um ein Ticket Gedanken zu machen und fährt wohin man mag? Nein, das wäre nicht schön. Nicht nur, weil der Steuerzahler den Nahverkehrsunternehmen Einnahmen in Milliardenhöhe ersetzen müsste, sondern weil das Geld für andere Dinge viel besser ausgegeben wäre: Zum Beispiel für neue Strecken, mehr Busse und Bahnen, höhere Gehälter für die Mitarbeiter und eine bessere Abstimmung der Angebote.

Stefan Laurin, Ruhrbarone, 14.02.2018

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Februar 14th, 2018 at 9:11 am

Völkischer Sexismus und Nationalismus

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Die völkische Rechte setzt den gesetzlichen Schutz vor sexuellen Übergriffen mit der Abweisung von Menschen auf der Flucht vor Armut, Hunger oder Krieg gleich.

Seit dem 21. Januar wird die Parole „Nein heißt Nein – My Borders My Choice“ innerhalb der europäischen und völkischen Rechten  beworben. Darin spiegelt sich der Kern ihrer völkischen und sexistischen Ideologie wieder: Die Nation wird mit einem Körper gleichgesetzt. Dies greift die Idee des Volkskörpers und der nationalsozialistischen Blut und Boden-Ideologie auf. Darin sollen die Menschenrechte und das Grundgesetz abgeschafft werden. Völkische Nationalist_innen wollen Recht und Gesetz z.B. von der Hautfarbe, Religion oder Abstammung abhängig machen.

„Nein heißt nein“ ist eine bürgerrechtliche Forderung nach freier und körperlicher Selbstbestimmung. Die Völkischen verhöhnen mit ihrer Parole die Opfer sexualisierter Gewalt und sexueller Übergriffe sowie Geflüchtete und Asylsuchende gleichermaßen. Read the rest of this entry »

Für mehr Demonstrationen und weniger ökonomisches Gemecker

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Die Einschränkung des öffentlichen Lebens durch Demonstrationen führen zum Unmut breiter Teile der Kölner Stadtgesellschaft, die Kölner Geschäftswelt beklagte Umsatzeinbußen und leere Straßen.

Das Kölner Stadtmarketing ist gegen die Friedensdemonstration für die syrischen Kurden. Hat es die Kölner Wirtschaft wirklich nötig, die Meinungsfreiheit gegen vermeintliche Umsätze auszuspielen? Offenbar ja. „Wie viele (Massen-) Demonstrationen verträgt Köln?“ fragte Matze Ehlers für DieWirtschaft-Koeln.de erst kürzlich nach dem AfD-Bundesparteitag im April 2017 in Köln. Sind Frieden und Demokratie für Kölns Wirtschaft keine Notwendigkeit für Gewinnmaximierung bzw. kann es der Gesellschaft darum gehen?

Wenn Neonazis und Schlägertrupps durch unsere Innenstädte marodieren oder der Polizeipräsident die weltoffene, fröhliche und tolerante Stadt in eine Angst- und Polizeistadt verwandelt, sind Demonstrationen linker Bündnisse gerade nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung! Demonstrationen sind eine von vielen zur Verfügung stehenden demokratischen Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die Gesellschaft zurückfällt. Was passieren kann, ist in den Geschichtsbüchern im Kapitel über den Niedergang der Weimarer Republik abzulesen oder durch Berücksichtigung der Entwicklungen in rechtsgerichteten Landstrichen zu erahnen: Tyrannei.

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