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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Xenophobie’ Category

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Es handelt sich (bei Gallien in den Asterix und Obelix-Comics) um eine autochthone und homogene Dorfgemeinschaft, die sich nicht nur dem römischen Imperium, sondern allen äußeren Einflüssen überhaupt widersetzt. Frauen sind entweder mütterlich oder begehrenswert gezeichnet. Wissenschaft ist funktionierende Alchemie und obliegt dem drui­dischen Oberpriester, die technische Entwicklung verharrt in der Hinkelsteinzeit. Und der Dorfälteste spricht „frei von der Leber“ weg, wenn er sagt: „Ich habe nichts gegen Fremde, einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier.“
Und das ist schon, en miniature, die ganze Philosophie der Identitären. (…) Schließlich ist jedes Symbol auch nur weißes Papier. Es kommt darauf an, mit welcher Ideologie es beschrieben oder überschrieben ist.

Arno Frank, die tageszeitung taz, 18.09.2017
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September 18th, 2017 at 9:45 am

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Polizisten weisen immer den Vorwurf zurück, dass sie aus reinem Rassismus kontrollieren, sondern finden in der Regel eine zusätzliche Bestätigung ihres Verdachts. Ich nenne das „selbstreferenzielle Verdachtsschöpfung“: Wenn ein Beamter gezielt junge Migranten in tiefer gelegten Autos kontrolliert, dann wird er wahrscheinlich auch hin und wieder Betäubungsmittel bei ihnen finden. Und kann dann behaupten, die Praxis beruhe auf polizeilicher Erfahrung.

Rafael Behr, Professor für Polizeiwissenschaften, im Interview mit Nadja Schlüter, jetzt.de, 08.09.2017 Read the rest of this entry »

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September 15th, 2017 at 6:08 pm

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Ich wurde selbst schon zum Racial Profiling aufgefordert. Als ich im Streifendienst angefangen habe, bekam ich von meinem Vorgesetzten mehrfach eine durchschnittliche Beurteilung. Also habe ich nachgefragt: ‚Was muss ich tun, um besser als der Durchschnitt zu sein?‘ Er hat zu mir gesagt: ‚Geh an den Bahnhof und kontrollier‘ Neger. Geh raus und kontrollier‘ Bimbos. Dann hast du spätestens bei jedem Dritten eine Anzeige. Damit kannst du dir Fachwissen aneignen und hebst dich von der Masse ab.‘ Ich habe gefragt, ob das sein Ernst sei. Und gesagt, dass ich dann lieber die Durchschnittsbeurteilung nehme.

Polizeibeamter im Interview mit Nadja Schlüter und Charlotte Haunhorst, Jetzt.de, 08.09.2017

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September 13th, 2017 at 6:04 pm

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Sollte dieser Unrat für einen Zuwachs an Stimmen für Gaulands Partei sorgen, wäre das beängstigend. Denn es wäre ein Beweis dafür, dass der Ungeist der ausgrenzenden Völkerpsychologie die Wagenburg der Völkischen verlassen hat und in Teile des Bürgertums diffundiert ist. Eben noch war es, angesichts der Stabilität dieser Republik, nicht sonderlich wichtig, ob die AfD in den Bundestag kommt und wenn ja, mit welchem Ergebnis. Das hat sich nun geändert. Nach Gaulands Äußerung muss man sehr genau hinsehen, wie viele Bürger sich auch jetzt noch für diese Partei entscheiden. Deutschland muss klarmachen, dass der Ruf nach Ausbürgerung deutscher Bürger eine unannehmbare Regelverletzung ist.

Thomas Schmid, Die Welt,30.08.2017 Read the rest of this entry »

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September 1st, 2017 at 11:36 am

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Ohne Scham ging er einfach über die Sache hinweg – in der Gewissheit, dass dort, wo er fischt, nicht die Wahrheit, sondern die identitäre Verwahrlosung zählt. Gauland ist nicht mehr der britophile Ehren- und Edelmann, der er früher so gerne sein wollte. Mit voller Absicht reitet er auf den Wellen des Ressentiments. Es ist sein politischer Motor.

Thomas Schmid, Die Welt Read the rest of this entry »

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September 1st, 2017 at 11:03 am

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Schämen sollten sich laut „Bild“-Schlagzeile vom 27. August 1992 für die Ausschreitungen nicht die Gewalttäter, sondern die Politiker, weil die immer noch nicht das Asylrecht eingeschränkt hatten, wie es die „Bild“-Zeitung und viele andere Medien schon lange forderten.

Stefan Niggemeyer, Bild Blog, 22.04.2014
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August 23rd, 2017 at 9:29 pm

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If you’re a sexist, racist, homophobe, or basically an asshole, don’t buy this CD. I don’t care if you like me, I hate you.
(Kurt Cobain). Don’t buy our records. Don’t wear our shirts. Don’t come to our shows. We don’t want your money.

Beach Slang

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Eine Geschichte wie aus dem Lehrbuch der traurigen Realität: Ein Braslianer wird als Dieb verdächtigt und verfolgt. Dabei wird er von einem Zivipolizisten misshandelt und dadurch ins Krankenhaus befördert. Kolleg*innen stehen dem Täter bei, durch demonstrative Präsenz im Gerichtssaal und Falschaussagen aus Zeug*innen. Von der schon fast obligatorischen Gegenanzeige nach §113 StGB (Widerstandsparagraph) ist nichts übrig geblieben. (…) Staatsanwalt Björn Rothe „nutzte sein Plädoyer zu einem Kurzreferat über Rechtsstaatlichkeit und Polizeigewalt. Eine solche Tat sei geeignet, das Vertrauen der Bürger*innen in die Polizei und damit in den Rechtsstaat tief zu erschüttern. Deshalb müssten sich alle anderen Polizist*innen deutlich vom kriminellem Verhalten eines Kollegen distanzieren – anstatt ihn in einem ‚falsch verstandenen Korpsgeist‘ zu schützen. Wie schon im Verfahren in erster Instanz, saßen bei der Urteilsverkündigung ein Dutzend Kolleg*innen von Marcel B. im Publikum. Auch an sie richtete Rothe seine Ansprache. ‚Wer das anders sieht, stellt sich gegen unsere Grundordnung, die Bürger sind keine Feinde, sondern konstituieren den Staat. (…) [Das Opfer dieser Polizeigewalt ist nachhaltig geschädigt.] V. de O. ist nach einem gestern verlesenen Attest weiter arbeitsunfähig aufgrund einer posttraumatischen Belastungsstörung, leidet an massiven Ängsten und hat sich aus seinem sozialen Leben, ‚völlig zurückgezogen‘, so seine Anwältin. An der Urteilsverkündigung nahm er nicht teil, um ein Wiederauffrischen des traumatischen Erlebnisses zu vermeiden. ‚Er hat sein Leben, so wie es vorher war, verloren‘, stellte die Richterin fest.

Eiken Bruhn, die taz, 14.08.2017
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Das Erstaunliche an der AfD ist nicht, dass es mal wieder eine neue rechte Partei in Deutschland gibt, das Erstaunliche ist, wir sehr die Partei es geschafft hat, den innenpolitischen Diskurs zu verschieben und Äusserungrn, die bisher als unmöglich galten, zu rehabilitieren.

Eli Anders, Arranca!, Nr. 51, Sommer 2017

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(…) was ich das „Paradigma der Immobilität“ nenne. Wir betrachten Migration als etwas Unnormales. Als Problem. Wir haben immer noch nicht verinnerlicht, dass Migration ein Teil unserer Realität ist – und ein Grundrecht jedes Menschen. Das Recht auf Mobilität. Das Recht, dorthin zu gehen, wo die Lebensbedingungen besser sind. Migration verhindern zu wollen ist, als würde man versuchen, die Sonne am Aufgehen zu hindern: Komplett sinnlos. Schon das Wort „Flüchtlingswelle“ ist Unsinn. Es ist keine Welle und es wird auch nicht „abebben“. Migration ist Normalität in einer globalisierten Welt, in der der Unterschied zwischen arm und reich eklatant ist.

Migrationsforscher François Gemenne Im Interview mit Andrea Ritter, Stern, 14.08.2017
http://stern.de/politik/ausland/migrationsforscher-im-stern-interview-6382346.html

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August 16th, 2017 at 12:46 pm