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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Antifaschismus’ Category

No Go Ebertplatz

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Indem Faschist_innen grinsend für Selfies auf dem Ebertplatz posieren, widerlegen sie ihre rassistische Behauptung einer „No Go Area“ eindrucksvoll selbst.

Die im Schatten von AfD und Pro-Spektrum auftretenden Neonazis sind allerdings real. Sie sind gewalttätig, werfen mit Flaschen und wollen andere Menschen verletzen oder töten. Dass nun ausgerechnet Neonazis das Areal als „No Go Area“ deklarieren, weil dort Drogen angeboten werden, lenkt davon ab, dass dort durch sie tatsächlich Gefahr für Leib und Leben entstanden ist.
Was deutsche Neonazis als NoGo-Areas in vielen deutschen Stadtteilen zwischen Dortmund und der sächsischen Provinz etabliert haben, heißt konkret: Ganze Menschengruppen können sich dort aufgrund ihrer Nationalität, Hautfarbe, Religion oder ihres „alternativen“ Aussehens nicht mehr hinwagen. Insofern hat es etwas zynisches, dass ausgerechnet Faschist_innen einen Begleitschutz in Köln anbieten wollen, während sie den Großteil der Menschen vernichten wollen.
Nehmen wir es ernst: wenn Neoazis NoGo-Areas deklarieren ist Schluss mit lustig!

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November 9th, 2017 at 4:44 pm

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  1. Es gibt sieben Beispiele von schwersten Kriegsverbrechen, wo Burschenschafter beteiligt waren. Und alle diese Burschenschafter sind nach wie vor in den Ehrenlisten und Tafeln ihrer Verbindungen.

Rudolf Gelbard,Holocaustüberlebender aus Österreich zur Kraft hinter der FPÖ
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November 3rd, 2017 at 10:22 am

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Doch Feminismus war damals kein Streitpunkt zwischen dem antideutschen und antiimperialistischen Lager. Die antiimperialistische Linke betrachtete Patriarchat und Sexismus meist als ein Resultat des Kapitalismus, das deshalb gemeinsam mit diesem zugrunde gehen würde. Dies ist auch heute noch eine gängige Überzeugung in linken Kreisen (so verkürzt diese These vom bloßen „Nebenwiderspruch“ auch ist). (…) Auch in antideutschen Gruppen war das anfangs noch eine verbreitete Analyse. Doch inzwischen scheint dies nicht mehr so zu sein. Sexismus wird dort immer seltener als Resultat des Kapitalismus betrachtet und stattdessen als Problem von regressiv-religiösem Denken definiert. Denn den wirklich schlimmen Sexismus gäbe es ja in westlichen Ländern nicht mehr. Männer und Frauen seien gleichberechtigt und Sexismus gehe angeblich vor allem von Menschen aus, die nicht den westlichen Vorstellungen einiger „AntiDEdudes” entsprechen. Also von Muslimen. Eine Ansicht, die natürlich nur in einer männlich dominierten Bubble bestehen kann.

Maxine Bacanji, an.schläge – Das feministische Magazin, 12.10.2017

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Oktober 18th, 2017 at 9:13 pm

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Offiziell sind seine Morde ein Amoklauf, kein Anschlag. Dem Landesamt für Verfassungsschutz gilt er als „psychisch kranker Rächer“, nicht als „terroristischer Kämpfer“. (…) Drei Gutachter widersprechen nun der Behördensicht. Die Fachstelle für Demokratie der Stadt München hat die Sozialwissenschaftler Christoph Kopke, Matthias Quent und Florian Hartleb beauftragt, den rechtsextremistischen Hintergrund von David S. zu untersuchen. Nach Informationen von WDR und „Süddeutsche Zeitung“ kommen alle drei zu dem Ergebnis, dass der Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) als politisch motivierte, rechte Tat zu werten sei. Einer der Gutachter spricht sogar von Rechtsterrorismus. Ihre Analysen präsentieren sie nun am Freitag im Rathaus.

Lena Kampf, tagesschau.de, 03.10.2017
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Näher an einer Klärung dran sind wir, wenn wir die legendäre Beschreibung der Pornographie durch James Potter Stewart, einst Mitglied am Obersten Gerichtshof der USA, in Erinnerung rufen: „Ich habe keine Ahnung, wie ich sie definieren soll, aber sagen wir es einmal so: Ich weiß, was es ist, wenn ich sie sehe.“ Diese Beobachtung trifft auch auf die Beschreibung der Linken zu. Deswegen neige ich zu einer pragmatischen Definition: Personen und Milieus gehören immer dann zur Linken, wenn sie sich a) in ihrer eigenen Wahrnehmung als „links“ begreifen (Recht auf Selbstdefinition) und b) ihren gesellschaftsverändernden Utopie-Entwurf im Kontext aufklärerischer Traditionen zu realisieren suchen.

Martin Kloke im Interview mit Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA),18.09.2017
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Es sind die Methoden, die schon im Kampf gegen Donald Trump versagt haben: eine halb weinerliche, halb entrüstete Warnung vor der drohenden Gefahr für die Demokratie, unterlegt mit unzähligen Skandalisierungen rassistischer Ausfälle, vorgetragen von der politischen, medialen und kulturellen Elite im Ton der Volkspädagogik. Die ideologisch verhärteten Faschisten in der AfD lachen über solche Entlarvungen, die frustrierten und verwirrten Protestwähler, die der Partei nur lose anhängen, fühlen sich durch derart herablassende oder anklagende Belehrungen provoziert und binden sich trotzig nur noch fester an die AfD.

Michael Bittner, Blog, 14.09.2017
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September 15th, 2017 at 11:45 am

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Sehr ungeehrter Herr Innenminister, das ist keine politische Bildung, das ist Propaganda. Neonazis verschwinden nicht durch Nichtstun, für das sie wie kaum ein anderer Mensch an den Schalthebeln der Macht stehen. Das, was sie hier tun, ist der Versuch der Überwältigung Heranwachsender mit ihrer inkorporierten, rechten Gesinnung. Indoktrination. Interessanterweise auch noch in den Räumlichkeiten dieser Gedenkstätte, einem Symbol für das Unrechtssytem der ehemaligen DDR, in dem indoktrinäre “Bildung” zentraler Bestandteil der politischen Agenda war. Ich könnte kotzen. Tun sie lieber ihren Job und fassen sie die über 450 mit Haftbefehl gesuchten Neonazis, die gemütlich untertauchen konnten, klären sie das NSU-Staatsversagen auf, sorgen sie dafür, dass möglichst alle rassistischen Verbrechen der letzten Jahre, jeweils 1000 Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte und ihre Bewohner*innen, davon viele Brandanschläge, in den Jahren 2015 und 2016, aufgeklärt werden und lassen sie die Kids in Ruhe, die braucht diese Gesellschaft nämlich in den nächsten Jahren noch für den Kampf gegen den evidenten Rechtsruck in diesem Land.”

Robert Fietzke schreibt einen offenen Brief an Bundesinnenminister Thomas de Maizière nach dessen Kampagne gegen den Kampf gegen Rechts, 05.09.2017 Read the rest of this entry »

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Wenn man in Kauf nimmt, dass Menschen verletzt werden – macht es dann noch einen Unterschied, ob Gewalt links oder rechts ist? Ob sie gegen Neonazis oder Flüchtlinge zielt? Timm findet: Ja. „Bei so einer Argumentation sprichst du ja Nazis den gleichen Schutzraum zu wie Menschen, die nichts dafür können, woher sie kommen“, sagt er. „Rechte Gewalt richtet sich gegen Menschen, die andere angreifen aufgrund von Dingen, für die sie nichts können. Dafür, dass du Nazi bist, kannst du was.“

Josa Mania-Schlegel und Valerie Schönian, Die Zeit Campus, 2. September 2017 Read the rest of this entry »

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September 3rd, 2017 at 7:17 pm

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Wenn jemand mit einem T-Shirt von Thor Steinar – einer Marke, die gern von Rechtsextremisten getragen wird – über den Spielplatz vor Timm laufen würde, würde er diesen Menschen bitten zu gehen. Gewaltlos, erst einmal. Aber würde der Mensch nicht gehen wollen, würde es viele in Connewitz geben, die bereit wären, die Sache anders zu regeln. Auch Timm. Denn: „Gegen Faschisten stellt man sich nicht mit einer Kerze.“

Josa Mania-Schlegel und Valerie Schönian, Die Zeit Campus, 2. September 2017 Read the rest of this entry »

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Auch das Programm drückte vor allem den Willen der endgültigen Zerschlagung des Nazismus aus. Das braunschweiger Programm der Antifaschistischen Aktion enthielt zwölf Punkte, die so oder in ähnlicher Weise von vielen Komitees im damaligen Deutschland vertreten wurden:

  1. Zusammenfassung aller antifaschistischen Kräfte.
  2. Bereinigung aller Behörden von Nazis und sofortige Ersetzung durch fähige Antifaschisten.
  3. Säuberung von Justiz, Polizei,Arbeitsamt, Schulen und Genossenschaften.
  4. Einsetzung von Betriebsräten als Interessenvertretung und Überwachung der Betriebsleitung; Wiederzulassung der Gewerkschaften.
  5. Versorgung der Kriegsopfer durch Vermögen der Nazis.
  6. Entlassung aller politischen Gefangenen, Ahndung und Wiedergutmachung aller Naziverbrechen durch besondere Gesetze und Volksgerichte.
  7. Wiederherstellung normaler Verhältnisse.
  8. Sicherung der Ernährung.
  9. Wiederherstellung des Verkehrs; Sicherstellung der Versorgung mit Gas, Wasser, Strom.
  10. Wiederherstellung normaler Arbeitsbeziehungen.
  11. Wiederaufnahme der öffentlichen Gesundheitspflege.
  12. Tageszeitung.

Braunschweiger Programm der Antifaschistischen Aktion Braunschweig, 1945, zusammengetragen und kommentiert von Autonome Antifa (M), April 1995

https://www.nadir.org/nadir/initiativ/aam/broschueren/hist/komit.html