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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Feminismus’ Category

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Der Begriff „Genderismus“ oder „Genderisierung“ stammt von neurechter Seite und findet heute Verwendung bei christlich-fundamentalistischen „Lebensschützer/innen“, reaktionären Männerrechtlern, Antifeministen, Rechtspopulist/innen oder auch bei Neonazis. Verhandelt wird eine Themenpalette vom Umgang mit Homosexualität bis hin zur Familienpolitik. (…) Dahinter steht immer eine Vorstellung von dem, wie eine „richtige“ Frau und ein „richtiger“ Mann zu sein und zu leben habe. Der Kampf gegen den „Genderismus“ geht damit auch mit der Ablehnung pluralisierter Lebensentwürfe in modernen Gesellschaften einher.

Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Köln (MBR), 2. Januar 2015

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Wenn die Erlebniswelt der Figuren stark auf ihr Geschlecht hin zugeschnitten und damit eingeschränkt ist, werden Kindern nicht nur beim Lesen Erfahrungen und Möglichkeiten vorenthalten, sondern auch in ihrer Vorstellung von der Wirklichkeit. „Wenn immer süße Prinzessinnen oder tollkühne Helden abgebildet sind, hat das einen subjektivierenden Effekt auf die Kinder.

Katharina Brunner, Sabrina Ebitsch, Kathleen Hildebrand und Martina Schories, Süddeutsche Zeitung, 11.01.2018
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Zum Beispiel die omnipräsente Conni mit mittlerweile mehr als 100 Geschichten, in denen ihre Leser sie in den Kindergarten oder später in die Schule begleiten. Mal backt Conni Pfannkuchen, mal geht sie reiten. Meistens (nicht immer – gerade in den jüngeren Ausgaben scheint der Verlag neue Impulse zu setzen) macht sie all das mit Mama, weil Papa auf Arbeit ist. Wenn Mama sich den Fuß verletzt, hilft Conny ihr und macht das, was Mama sonst tun würde: kochen, staubwischen, staubsaugen.

Katharina Brunner, Sabrina Ebitsch, Kathleen Hildebrand und Martina Schories, Süddeutsche Zeitung, 11.01.2018
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Weit entfernt von dem Gerede einer Toleranz für alle bleiben feminine Jungs und „schrille“ Männer Anlass für hämische Belustigung und Ziel der Entwertung. Keine Abschaffung von Strafparagrafen, keine Einführung der Ehe für alle, kein Abbau der Diskriminierung und auch nicht der Eintrag zum sogenannten „Dritten Geschlecht“ führten dazu, dass der rechtliche und institutionelle Fortschritt auch von den Menschen in dieser Gesellschaft übernommen worden wäre. Der Hass auf das Andere, das zeigt sich an jenen, die als Männer geboren wurden und die Bandbreite der Männlichkeit zu sehr nach ihren Bedürfnissen vergrößern wollen, hat die Liberalisierung unbeschadet überstanden.

Patsy l’Amour laLove, Jungle World, 15.09.2018
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September 15th, 2018 at 2:12 pm

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Doch insgesamt zeigt sich ein Muster. Es gibt bekanntlich viele Männer, die dazu neigen, Frauen monologisierend die Welt zu erklären, als ob diese per se keine Ahnung hätten. Analog zu diesem »Mensplaining« gibt es aber auch ein »Mumsplaining«: eine soziale Standardsituation, in der Frauen – zuweilen selbst dann, wenn sie gar keine Kinder haben – Männern implizit oder ausdrücklich die Kleinkindkompetenz absprechen. (…) Obwohl also in konkreten Situationen von Mumsplaining die nolens volens angeherrschten Männer die Dummen sind, sind diese habituellen Redeweisen in allgemeinerem Sinn symbolische Gewalt einzelner gegen alle Frauen. (…) Die Position hinter dem Kinderwagen bewirkt einen Verfremdungseffekt, durch den man vieles klarer sieht – zum Beispiel auch das eigene Verhalten in anderen Lebenslagen.

Velten Schäfer, Neues Deutschland, 10.03.2018
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August 5th, 2018 at 8:55 am

Völkischer Sexismus und Nationalismus

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Die völkische Rechte setzt den gesetzlichen Schutz vor sexuellen Übergriffen mit der Abweisung von Menschen auf der Flucht vor Armut, Hunger oder Krieg gleich.

Seit dem 21. Januar wird die Parole „Nein heißt Nein – My Borders My Choice“ innerhalb der europäischen und völkischen Rechten  beworben. Darin spiegelt sich der Kern ihrer völkischen und sexistischen Ideologie wieder: Die Nation wird mit einem Körper gleichgesetzt. Dies greift die Idee des Volkskörpers und der nationalsozialistischen Blut und Boden-Ideologie auf. Darin sollen die Menschenrechte und das Grundgesetz abgeschafft werden. Völkische Nationalist_innen wollen Recht und Gesetz z.B. von der Hautfarbe, Religion oder Abstammung abhängig machen.

„Nein heißt nein“ ist eine bürgerrechtliche Forderung nach freier und körperlicher Selbstbestimmung. Die Völkischen verhöhnen mit ihrer Parole die Opfer sexualisierter Gewalt und sexueller Übergriffe sowie Geflüchtete und Asylsuchende gleichermaßen. Read the rest of this entry »

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Dieser rechten Logik kommt auch Sigmar Gabriel nah, wenn er schreibt, die SPD habe sich zu sehr mit Fragen der Gleichstellung etwa von Homosexuellen beschäftigt statt mit den Arbeitern. Auch er spielt Klassenpolitik und Queer-Feminismus gegeneinander aus, statt den Menschen klarzumachen, dass sie gemeinsam um Teilhabe kämpfen müssten. Leichter ist es, in die populistische Klage einzufallen, gender-neutrale Toiletten seien schuld am vermeintlichen Zerfall der Gesellschaft.

Carolin Weidemann zur konservativen Männerbewegung, FAZ, 04.01.2018
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Doch Feminismus war damals kein Streitpunkt zwischen dem antideutschen und antiimperialistischen Lager. Die antiimperialistische Linke betrachtete Patriarchat und Sexismus meist als ein Resultat des Kapitalismus, das deshalb gemeinsam mit diesem zugrunde gehen würde. Dies ist auch heute noch eine gängige Überzeugung in linken Kreisen (so verkürzt diese These vom bloßen „Nebenwiderspruch“ auch ist). (…) Auch in antideutschen Gruppen war das anfangs noch eine verbreitete Analyse. Doch inzwischen scheint dies nicht mehr so zu sein. Sexismus wird dort immer seltener als Resultat des Kapitalismus betrachtet und stattdessen als Problem von regressiv-religiösem Denken definiert. Denn den wirklich schlimmen Sexismus gäbe es ja in westlichen Ländern nicht mehr. Männer und Frauen seien gleichberechtigt und Sexismus gehe angeblich vor allem von Menschen aus, die nicht den westlichen Vorstellungen einiger „AntiDEdudes” entsprechen. Also von Muslimen. Eine Ansicht, die natürlich nur in einer männlich dominierten Bubble bestehen kann.

Maxine Bacanji, an.schläge – Das feministische Magazin, 12.10.2017

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Oktober 18th, 2017 at 9:13 pm

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Die Idee, dass sexualisierte Gewalt nur dann existiert, wenn sie von Migranten oder Muslimen kommt, ist weit verbreitet und sehr alt. Sie geht zurück auf die Jim-Crow-Zeit in den US-Südstaaten, auf das Lynchen von Schwarzen Männern mit dem Vorwurf, weiße Frauen vergewaltigt zu haben. Dabei geht es aber keineswegs um die Sicherheit der weißen Frauen, sondern um einen Angriff auf den weißen Mann. Denn weiße Frauen sind Eigentum. Insofern bedeutet auch einvernehmlicher Sex zwischen einer weißen Frau und einem nichtweißen Mann, dass dem weißen Mann gestohlen wurde, was rechtmäßig ihm gehört.

Laurie Penny im Interview mit Sibel Schick, die tageszeitung taz vom 20.9.2017
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Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) will Trennungsväter rechtlich besser stellen und auch nach dem Ende einer Partnerschaft gemeinsame Erziehung von Kinder erleichtern. „Wenn eine Beziehung zerbricht, leiden die Kinder darunter am meisten. Wo immer es möglich ist, möchte ich Paare unterstützen, trotz Trennung gemeinsame Verantwortung als Eltern zu übernehmen“, sagte sie der Süddeutschen Zeitung.

Constanze von Bullion, Süddeutsche Zeitung, 19.9.2017
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