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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Politische Ökonomie’ Category

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Wenn Wissenschaftler einen Konflikt zwischen Theorie und empirischen Daten sehen, verwerfen Sie die Theorie. Wenn die Finanzbranche einen Konflikt zwischen Theorie und Praxis sieht, verwirft sie die empirischen Daten

Andrew Smithers ist ein britischer Ökonom und erläutert die Grundhaltung im Kapitalismus in: „Wall Street Revalued. Imperfekts Markets and Inept Central Bankers“, Wiley, 2009

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August 5th, 2018 at 10:39 pm

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Die Idee der Demokratie hat eine recht eigenartige Geschichte. Zweimal, d.h. im Athen der Antike und in der Zeit der Aufklärung, entfaltete und materialisierte sie sich kurzzeitig als historisch singuläre Erscheinung inmitten einer Kontinuität oligarchischer und autoritärer Herrschaftsformen und der maßlosen Verachtung, die die jeweiligen „Eliten” gegen das „gemeine Volk” und die „Massen” hegten. Ihren Überzeugungen nach sei das „Volk” überwiegend unfähig, sich am Gemeinwohl zu orientieren. Danach führe die Demokratie nahezu zwangsläufig zu einer „Pöbelherrschaft”, was insbesondere daran erkennbar sei, dass die Mehrzahl der Nichtbesitzenden die Eigentumsverteilungen zu ihren Gunsten zu korrigieren suche. Die Herrschaftsform einer Demokratie sei also schon ihrem Wesen nach nicht geeignet, eine dem Gemeinwohl dienende gesellschaftliche Ordnung zu garantieren. Die Stabilität der herrschenden Eigentumsordnung sei umso gefährdeter, je mehr eine Demokratie die Form einer wirklichen, also partizipatorischen Demokratie annehme.

Rainer Mausfeld- Magazin für die kritische Masse, 15.09.2017 Read the rest of this entry »

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Brot wird nicht mehr gebacken, weil Menschen Hunger oder Appetit darauf haben, sondern weil es verkauft werden, etwas einbringen soll. Das Resultat: Millionen hungernder Menschen trotz immenser Güterproduktion, krankmachende Lebensmittel, sinnlose Produkte, für deren Verpulverung wiederum eine noch sinnlosere Werbeindustrie aus dem Boden gestampft wird. Nicht nur das eigentliche Subjekt der Bedürfnisbefriedigung, der Mensch, wurde unwichtig, sondern auch das Objekt dieser Befriedigung. Kapitalistische Produktion nimmt keine Rücksicht auf den Stoff, mit dem sie sich vollzieht. Eine irrsinnige Ressourcenverschwendung und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschen sind die unvermeidliche Folge.

Martin D. erklärt Marx, CEE IEH, Heft Nr. 80, Leipzig.
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August 5th, 2018 at 9:55 pm

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Denn selten hat die prosperierende Gegenwart so irreführend über die bevorstehenden strukturellen Umwälzungen hinweggetäuscht wie heute.

Henning Vöpel, Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsinstituts kritisiert die rückschrittliche Automobilindustrie, 01.08.2017. Read the rest of this entry »

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Im Gegenteil kopiert und verstärkt die digitale Assistenz eher die vorhandene Bürokratie, bis sie dem Haus, das Verrückte macht, ähnelt. Und dann laufen die Nutzer im Kreis zwischen der Koordinationsabbteilung des Zukunftsarchivs und der Abteilung für provisorische Rundschreiben – viel zu beschäftigt, um irgendwas zu schaffen.

Moritz Förster, Heise.de, 16.03.2017
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März 21st, 2018 at 12:03 am

Für mehr Demonstrationen und weniger ökonomisches Gemecker

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Die Einschränkung des öffentlichen Lebens durch Demonstrationen führen zum Unmut breiter Teile der Kölner Stadtgesellschaft, die Kölner Geschäftswelt beklagte Umsatzeinbußen und leere Straßen.

Das Kölner Stadtmarketing ist gegen die Friedensdemonstration für die syrischen Kurden. Hat es die Kölner Wirtschaft wirklich nötig, die Meinungsfreiheit gegen vermeintliche Umsätze auszuspielen? Offenbar ja. „Wie viele (Massen-) Demonstrationen verträgt Köln?“ fragte Matze Ehlers für DieWirtschaft-Koeln.de erst kürzlich nach dem AfD-Bundesparteitag im April 2017 in Köln. Sind Frieden und Demokratie für Kölns Wirtschaft keine Notwendigkeit für Gewinnmaximierung bzw. kann es der Gesellschaft darum gehen?

Wenn Neonazis und Schlägertrupps durch unsere Innenstädte marodieren oder der Polizeipräsident die weltoffene, fröhliche und tolerante Stadt in eine Angst- und Polizeistadt verwandelt, sind Demonstrationen linker Bündnisse gerade nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung! Demonstrationen sind eine von vielen zur Verfügung stehenden demokratischen Möglichkeiten, um zu verhindern, dass die Gesellschaft zurückfällt. Was passieren kann, ist in den Geschichtsbüchern im Kapitel über den Niedergang der Weimarer Republik abzulesen oder durch Berücksichtigung der Entwicklungen in rechtsgerichteten Landstrichen zu erahnen: Tyrannei.

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Eine britische Studie, die im August im International Journal of Epidemiology veröffentlicht wurde, macht nun klar, dass Arbeiten um jeden Preis vielleicht für Arbeitgeber und Steuerzahler gut sein mag, aber nicht für denjenigen, der sie ausführen muss. Es liegt auch eigentlich auf der Hand, dass ein Job unter schlechten Arbeitsbedingungen die Menschen nicht gesünder macht, als wenn sie arbeitslos blieben. Regierungen gingen aber in der Regel davon aus, dass die Vorteile des Arbeitens die Risiken des Arbeitens und der Arbeitslosigkeit übersteigen.

Florian Rötzer, Telepolis, 08.12.2017
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Dezember 18th, 2017 at 9:42 am

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Denn etwa 40 Prozent der Beschäftigten haben nach Betriebsratsangaben nur „Flexi-Verträge“, das heißt, die Arbeitszeit wird hoch- und runtergefahren je nach Umsatz. „Dem Mitarbeiter ist bekannt, dass die Vergütung (..) entsprechend dem Umfang des Stundeneinsatzes variieren kann und somit gegebenenfalls nicht geeignet ist, eine stabile Einkommensgrundlage zu liefern.“ – einen solchen Satz müssen die flexiblen „Sales Advisor“, vulgo VerkäuferInnen, unterschreiben, bevor sie sich in die H&M-Klamottenberge wagen.

Barbara Dribbusch, die Tageszeitung taz, 12.10.2017
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Die nun geplante Erhöhung (bei den Militärausgaben) auf 2% des Bruttoinlandsproduktes bedeutet eine Mehrausgabe von 25-30 Mrd € – Allein diese Mehrausgabe ist so viel wie für Bildung, Forschung und Gesundheit zusammen bereitgestellt wird. Das steht in keinem Verhältnis.

Rede vonAngelika Wagner in Kalkar, Regionalvorsitzende des DGB Niederrhein,
05.10.2017, zitiert nach VVN-BDA
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Parlamentswahlen spielen offenkundig in kapitalistischen Demokratien für alle grundlegenden politischen Entscheidungen keine Rolle mehr. Die großen politischen Entscheidungen werden zunehmend von Instanzen und Akteuren bestimmt, die nicht der Kontrolle der Wähler unterliegen. Während also die Hülse einer repräsentativen Demokratie weitgehend formal intakt erscheint, wurde sie ihres demokratischen Kerns nahezu vollständig beraubt. Demokratie birgt also für die eigentlichen Zentren der Macht keine Risiken mehr.

Rainer Mausfeld, Rubikon – Magazin für die kritische Masse, 15.09.2017
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