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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Popkultur’ Category

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Sich hinter künstlerischer Freiheit zu verstecken oder kalkulierte Geschmacklosigkeiten als Stilmittel zu verteidigen, ist lächerlich. Provokation um der Provokation willen ist substanzlos und dumm. Und eine Industrie, die ohne moralische und ethische Bedenken Menschen mit rassistischen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Positionen nicht nur toleriert, sondern unter Vertrag nimmt und auch noch auszeichnet, ist skrupellos und korrupt.

Marius Müller-Westernhagen, Die Welt, 17.04.2018.
Statement zum mit dem Echo-Preis ausgezeichneten Rapper Kollegah wegen seiner antisemitischen Texte. Die Kritik Westerhagens besitzt auch jenseits der Musik – in der gesamten Medienindustrie – Gültigkeit. Read the rest of this entry »

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August 5th, 2018 at 10:49 am

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In der Besetzung und Verschiebung der Grenzen dessen, was im Pop gesagt werden darf, folgt die Szene auf der einen Seite der Gramsci-Idee von der Herstellung der kulturellen Hegemonie, die vor den eigentlichen Kämpfen um die Machtübernahme erreicht werden soll, und von der „passiven Revolution“ (von rechts). Sie folgt aber auch den Marktgesetzen. Wer die Grenzen nach rechts hin überschreitet, darf sich öffentlicher und medialer Aufmerksamkeit sicher sein. Geradezu exemplarisch ist das Vorgehen von Xavier Naidoo und den Söhnen Mannheims: mit einer halbfaschistischen Provokation Aufsehen erregen, sich in öffentlichen Auftritten an den Mainstream zurückkoppeln, die ursprüngliche Aussage in Zorn und politisches Missverständnis verwandeln, das Medienecho als Verkaufsförderung genießen – und dann wieder von vorn. Der mediale und politische Apparat ist offenbar so verblödet, dass er dieses Spiel wieder und wieder mitmacht. Eine Grenzüberschreitung nach links führt im Pop indes nahezu automatisch zur Herabstufung medialer Aufmerksamkeit. Schon deshalb bleiben die Aussagen von Acts, die es sich eigentlich leisten könnten, oft unverbindlich und vage. Dezidiert linke Bands müssen sich auf die Verteidigung der Zivilgesellschaft und der kulturellen Vielfalt zurückziehen, und selbst das wird in den Medien kaum honoriert.

Georg Seesslen, Spex, 26.12.2017
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Der eine ist der Opfer-Täter-Umkehrungs-Strang. Auf einmal ist Höcke, der aus Hessen stammende ehemalige Geschichtslehrer, das Opfer. Er werde dazu gemacht, poltert es aus den Kommentarspalten, so wie merkwürdigerweise alles, was man gegen die AfD unternimmt/kommuniziert, mittlerweile in den Tätermodus gedreht wird. Weil die sich ja dann zum Opfer generieren – womit mitschwingt, dass sie es zurecht tun. Das ist so allgegenwärtig, dass man beim Widerwort schon fürchtet, in Staub zu zerfallen. „Politisches Geschenk an die AfD“, heißt es etwa bei der „Süddeutschen“. Ja, aber nur, weil sich viele Medien auf die Täter-Opfer-Verdrehung einlassen.

Katja Thorwarth über eine Kunstaktion des Zentrums für politische Schönheit, Frankfurter Rundschau, 27.11.2017

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ich hab gerade mal etwas genauer in kmpfsprt und mrthnmnn reingehört. ganz ehrlich, das ist die schlimmste mucke, die ich mir momentan vorstellen kann (die ewigen revolverheld und culcha candela außen vor). diese beschissene verbrüderungskacke, dieses peinliche wir gegen die, als ob man außenseiter wäre, nur weil man sich minimal von bwl-studenten oder bachelorette-teilnehmern unterscheidet. und songtitel wie „die stadt gehört den besten“ bringen das fass zum überlaufen. wie einfach kann man es sich machen? das sind diese verschissenen gedanken bei 1,5 promille. sentimentaler mist, der nach zwei denkschritten aufhört. bei solchen titeln will ich mir weh tun. als ob diese klaus lages mit fleischtunneln und hans hartzes mit tattoos wissen, wer die guten seien. geschweige denn die besten. klar, denen gehören dann die städte, weil außerhalb von deren 150 m-kneipen-radius ja so viel böses lauert.

ich hasse das alles so sehr, dass das jetzt mal raus musste.“

J. E., 2014 <3

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Oktober 13th, 2017 at 8:48 am

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Es handelt sich (bei Gallien in den Asterix und Obelix-Comics) um eine autochthone und homogene Dorfgemeinschaft, die sich nicht nur dem römischen Imperium, sondern allen äußeren Einflüssen überhaupt widersetzt. Frauen sind entweder mütterlich oder begehrenswert gezeichnet. Wissenschaft ist funktionierende Alchemie und obliegt dem drui­dischen Oberpriester, die technische Entwicklung verharrt in der Hinkelsteinzeit. Und der Dorfälteste spricht „frei von der Leber“ weg, wenn er sagt: „Ich habe nichts gegen Fremde, einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier.“
Und das ist schon, en miniature, die ganze Philosophie der Identitären. (…) Schließlich ist jedes Symbol auch nur weißes Papier. Es kommt darauf an, mit welcher Ideologie es beschrieben oder überschrieben ist.

Arno Frank, die tageszeitung taz, 18.09.2017
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September 18th, 2017 at 9:45 am

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The Final Countdown” blended Cold War paranoia with sci-fi overtones to imagine a future in which the human race leaves a ruined Earth in search of a new home in space — all set to a galloping beat and topped off with Tempest’s vocals and that insistent synth riff.

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August 22nd, 2017 at 2:24 pm

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If you’re a sexist, racist, homophobe, or basically an asshole, don’t buy this CD. I don’t care if you like me, I hate you.
(Kurt Cobain). Don’t buy our records. Don’t wear our shirts. Don’t come to our shows. We don’t want your money.

Beach Slang

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If you’re a sexist, racist, homophobe, or basically an asshole, don’t buy this CD. I don’t care if you like me, I hate you.

Kurt Cobain

The Hirsch Effekt – Eskapist (Review)

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„Eskapist“ ist eine dramaturgische Aufführung, die dich auf eine Reise aus quälenden Gefühlen nimmt und geprägt durch Schmerzen und Wut ist. Bei aller musikalischer Experimentalfreude lässt sich im Emotionalen, im Berührten, im Rasenden und Tosenden und im Brachialen die verbindene Klammer des Hirsche-Kosmos ausmachen. Und diese Gefühlswelt als inhaltliche Komponente macht die Reise in der Hirsche-Klangwelt begreiflich. Sie nehmen dich mit durch alle erdenklichen musikalischen Muster, ziehen dich hinab in klangliche und rythmische Experimente und verlieren dich irgendwo im organisierten Chaos.

Neben The Mouse On Mars, Kraftwerk, Nico oder The Notwist müssen The Hirsch Effekt in die Riege einflussreichster deutscher Bands aufgenommen werden.

Als ich aufgewacht bin lag da dieses überdimensional große Amazon-Paket auf dem Wohnzimmertisch. Und darin war diese überdimensional große Box. „Die sind doch verrückt“ war mein erster Gedanke und insofern war bereits das Paket eine Ansage und Glücksversprechen an alle Liebhaber_innen von Musik. The Hirsch Effekt ist die letzte Band, welche mich in besonderem Maße stark berührt und jedes Mal aufs Neue zu begeistern weiß. „Eskapist“ ist das vierte Album. Die Band kommt, anders als wie ihre Musik vermuten lässt, nicht aus L.A., London oder Norwegen, sondern aus Hannover. Die Stadt ist umgeben von provinzialer Abgeschiedenheit. The Hirsch Effekt fabrizieren, musizieren und texten befreit und losgelöst von allen Rock- und Metal-Konventionen und erschaffen mit jedem Release ein Meisterwerk. Inmitten des Ganzen formulieren The Hirsch Effekt auf „Eskapist“ stechend scharfe politische Aussagen gegen die widererstarkenden Rechten und nehmen Neonazis, Rechtspopulist_innen und Verschwörungsideologen gleich in mehreren Songs ins Visier.

Was erfinden Musikkritiker_innen nicht alles für Begriffe, um die Musik von The Hirsch Effekt zu umschreiben. Kaum haben die Musik-Schreiberlinge ihre Finger in eine Genre-Schublade gesteckt um ein Genre oder einen Bandvergleich ins Feld zu führen, schnappt die Hirsch-Falle zu. An der Vielseitigkeit dieser Band scheitern alle, welche versuchen den Hirsche-Kosmos in den typischen Musik-Kritik-Sprech zu quetschen. The Hirsch Effekt sind insofern schwer vermarktbar was kein Nachteil sein muss. Mit jeder Veröffentlichung wächst ihr Kenner_innen- und Liebhaber_innen-Kreis weiter an. Indem die Band hierauf baut, kann sie bloß gewinnen und sich ihre Unberechenbarkeit bewahren.

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August 17th, 2017 at 6:52 pm

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Jeder Nazi ist ein Hurensohn

Ballermann Gäste fordern den Rauswurf von Neonazis imBierkönig auf Mallorca

Neonazis im Bierkönig (Official Site)? Weder den Gästen noch Mia Julia Brückner gefällt das, und zeigen es den Neonazis auch.

Posted by Frederik Greve on Sonntag, 11. Juni 2017

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Juni 12th, 2017 at 8:09 am

Posted in Popkultur

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