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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Religion’ Category

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In jedem Fall ist es allemal sinnvoll und geboten, sich Gedanken darüber zu machen, wie die öffentliche Sicherheit gewährleistet werden kann, ohne zu einer Praxis zu greifen, bei der Menschen bereits aufgrund ihrer (angenommenen) Herkunft oder ihrer Hautfarbe unter Verdacht gestellt werden. Mit Blick auf Köln ließe sich etwas vereinfacht sagen: Es kann und darf nicht sein, dass sexualisierte Gewalt auch mit rassistischen Mitteln bekämpft respektive verhindert wird. Zugleich kann und darf es selbstverständlich ebenfalls nicht sein, dass in einer Debatte über sexualisierte Gewalt wie nach dem Silvesterabend 2015 des Rassismus geziehen wird, wer deutlich macht, dass nicht wenige Täter einen islamischen Hintergrund haben und dass zu diesem Hintergrund fatale Geschlechterrollenbilder gehören, die sich auch mit Oktoberfestvergleichen nicht relativieren lassen. Die Debatte über den Polizeieinsatz am Silvesterabend in Köln zeichnet sich dadurch aus, dass sie von vielen mit dem Bedürfnis nach Widerspruchsfreiheit geführt wird, wiewohl die Gemengelage widersprüchlich und unübersichtlich ist.

Alex Feuerherdt, Salonkolumnisten Blog, 04.01.2017
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Mengenlehre erschöpft sich nämlich nicht darin festzustellen, dass eine Menge eine Teilmenge der anderen ist. Also schauen wir uns doch mal die konkreten Größenverhältnisse der jeweiligen Teil- und Gesamtmengen an:

Die Zahl der Muslime beträgt weltweit 1,6 Milliarden Menschen (alle Zahlen aus Wikipedia). Wie viele Attentäter gibt es darunter, die sich selbst als Muslime bezeichnen? Wir kennen sie ja alle ganz genau, wo sie gewohnt haben, mit wem sie verwand und befreundet waren.

Hitler und seine Leute waren keine irrlichternden Einzeltäter im Namen der Deutschen. Sie wurden von Millionen Deutschen unterstützt, gewählt. Dazu ein paar Zahlen, wegen der Mathematik: Zur Zeit der Weimarer Republik gab es geschätzt etwa 70 Millionen Deutsche, etwa 40 Millionen dürften wahlberechtigt gewesen sein. Ein Drittel von ihnen hat 1932 die NSDAP gewählt, im März 1933 waren es knapp 44 Prozent. Die Partei Hitlers zählte im Mai 1943 etwa 7,7 Millionen Mitglieder, grob geschätzt war also jeder vierte Deutsche über 18 ein Nazi mit Parteibuch.

Wenn ein nur annähernd so großer Teil der Muslime Terroristen wären oder auch nur mit dem Terrorismus sympathisierte, na dann gute Nacht du schönes Abendland.

Tim Gerber, Migazin – Migration in Germany, 11. Januar 2016

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Ohne Religion wäre die Welt besser dran

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Oktober 16th, 2016 at 3:17 pm

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Der „Hilferuf“ des links-alternativen Freiburger Clubs White Rabbit Anfang des Jahres und die Reaktionen aus Presse und linken Kreisen zeigten deutlich, wie schwierig es ist, offensiv solidarisch mit Geflüchteten zu sein, rechten Stimmungen entgegenzuwirken und gleichzeitig anzuerkennen, dass mit dem Tragen eines „Refugees Welcome“-Beutels eben nicht automatisch alle Probleme und Konflikte gelöst sind. Fakt ist und bleibt, dass sexistische Übergriffe, mackerhaftes Auftreten, antisemitisches, rassistisches und anderweitig diskriminierendes Verhalten im Conne Island nicht geduldet werden und jede Person, die sich nicht an unsere Regeln hält, des Eiskellers verwiesen wird – ungeachtet seiner/ihrer Herkunft. Dieser Ort mit seinen Grundsätzen, wie wir ihn uns in den letzten 25 Jahren erkämpft haben, muss bestehen bleiben – trotz und gerade wegen der turbulenten gesellschaftlichen Situation, in der wir uns momentan befinden.

Conne Island Plenum, Oktober 2016

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Oktober 14th, 2016 at 8:59 am

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Dessen Ausgangspunkt bildet das linke Selbstverständnis, sich in Totalopposition zur herrschenden Gesellschaftsordnung zu verorten und jede von dieser ausgehende Unterdrückung gleichermaßen zu bekämpfen. Dass dazu auch religiöser Fundamentalismus in all seinen Erscheinungsformen gehört, weiß auch die ag5 und dennoch wird dieser Anspruch nicht nur aufgegeben, sobald es um den Islam geht, Bemühungen eine solche Kritik zu formulieren werden pauschal als rassistisch abgewehrt und zu verunmöglichen versucht. Dies scheint darin begründet, dass solche Linken – in Ermangelung eines kritischen Begriffes von Rassismus – dem rassistischen Weltbild ein anti-rassistisches entgegensetzen, das dessen Kategorien nicht durchschaut sondern bloß umkehrt und dadurch indirekt reproduziert. Der Islam wird nicht als eine den Muslim_innen äußerliche Ideologie begriffen, die wie jede Ideologie Herrschaftsmechanismen verschleiert, sondern als naturhafte Eigenschaft, der nicht mit Kritik sondern mit Respekt und Toleranz zu begegnen sei.

Anonym, Das Problem heißt Kulturrelativismus, Indymedia

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August 28th, 2016 at 10:52 pm

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Diese so genannte Islamkritik der Rechten weltweit richtet sich allerdings nicht gegen den Islamismus, sondern gegen alle Muslime und Nichtmuslime – es ist letztlich wieder Rassismus gegen nicht-weiße Menschen. Leider wird der Islamismus seitens der Linken selten kritisiert, weil jegliche Diskussion zum Thema Islam in linken Kreisen tabuisiert ist.

Mahsa Abdolzadeh, 1. August 2016
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August 4th, 2016 at 1:29 pm

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Im Widerstand gegen den „Großen Austausch“, der in Wahrheit Angst hat vor den Unübersichtlichkeiten der modernen Weltgesellschaft, „unterlaufen“ überforderten AfD-Funktionären gehäuft rassistische Schlenker. Potenzielle Anhänger können daran erkennen, wohin die Reise geht: Wer politische Entscheidungen einzig nach einem angstbesetzten Wir-Gefühl trifft, der kann weder wirtschaftlichen Nutzen noch grenzüberschreitende Solidarität noch menschliche Kooperations- und Lernfähigkeit einrechnen. Und landet fast zwangsläufig beim ethnisch-religiösen Bürgerkrieg, den Nationalisten beschwören und in Wahrheit selbst inszenieren.

Claus Leggewie, Frankfurter Rundschau, 17.06.2016 beschreibt den Weg in den Faschismus. Er veröffentlicht „Ihr Kampf. Identitäre, Eurasier und Dschihadisten gegen Europa“ via Edition Suhrkamp.

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Netanyahu hat eine Ansprache an die Weltöffentlichkeit gerichtet, welche den Terroranschlag von Orlando auf die Gay-Community scharf verurteilt und in einen Zusammenhang mit den Opfern von Tel Aviv und Paris stellt. Er verweist auf die Zusammenhänge der Regime in Syrien, Iran und des Islamischen Staates.

 

 

 

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Juni 16th, 2016 at 12:45 pm

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Sex ist eigentlich keine sonderlich komplizierte Angelegenheit, sollte man meinen. Solange die Wissenschaft keine erheblichen Fortschritte erzielt, ist Sex unumgänglich, um den Fortbestand der Menschheit zu gewährleisten.
Sobald Sex aber anfängt, Spaß zu machen, wird er in der Logik diverser religiöser Auslegungen – jüdisch, christlich wie auch muslimisch – zur verdammungswürdigen Sünde: Wer Lust empfindet, gehört am besten in die Hölle und zwar schnell. Das gilt um so mehr, wenn es sich um schwulen Sex handelt.

Homophobe Ausfälle gibt es in allen Religionen und den Kulturen. Besonders präsent und nicht nur ideologisch sehr folgenreich sind sicherlich zur Zeit diejenigen, die im Namen des Islam geschehen. „Die Frage ist“, sagt zum Beispiel Yusuf al-Qaradawi, einer der einflussreichsten islamischen Gelehrten und ein ziemlicher Fundamentalist, in einem seiner populären YouTube-Videos, „ob wir Schwulsein als illegal bewerten. Und ja, das müssen wir in jedem Fall tun.“

Eva Marie Kogel, Die Welt, 13.06.2016

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Juni 14th, 2016 at 12:30 pm

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Die Tradition der Ideologie- und Religionskritik, die seit den Tagen der Aufklärung ein wesentliches Element der normativen und praktischen Emanzipations- und Freiheitsambition der europäischen Linken war, wurde durch das Schlagwort der Xenophobie mundtot gemacht. Stattdessen hat die Linke tatenlos zugesehen, wie sich eine homophobe, anti-semitische, radikal freiheits-, gleichheits- und frauenfeindliche Ideologie in Europa breit gemacht hat. Zur wachsenden Gewaltbereitschaft dieser Bewegung hat sie – jenseits von Warnungen vor „Verallgemeinerungen“ – fast nichts zu sagen gehabt. Diese Realitätsverweigerung droht sich nun bitter zu rächen. Der Kampf gegen religiösen Totalitarismus und Obskurantismus hat im 19. Jahrhundert dazu beigetragen, die Linke in Europa groß zu machen. Ihre Feigheit, diesen Kampf unter geänderten Umständen wieder aufzunehmen, droht sie nun klein zu machen: politisch und moralisch.

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