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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Sport’ Category

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Auf dieses Plakat wurde auch Schiedsrichter Gärtner aufmerksam, der sich allerdings im Sonderbericht nur über den Anhang des RSL auslässt: „Die Spieler und Verantwortlichen trugen bei der Erwärmung T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Nazis Raus‘. Eine Aktion extra für das Spiel in Schildau initiiert. Hier geht es nur um Provokation und das Aussenden politischer Statements. (..) Wir sollten alle um einen fairen menschlichen Umgang miteinander bemüht sein. Dieses Verhalten von RSL steht diesem Prinzip fundamental entgegen.“ Weder die rechten Provokationen noch der versuchte Platzsturm finden Erwähnung. Aber sind Shirts, die sich „gegen Nazis im Stadion“ aussprechen, eine Provokation? Und wenn ja, für wen? Uwe Tempel, der Vorsitzende des TSV Schildau, will sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE inzwischen nicht mehr zu den Vorfällen äußern. In der „Torgauer Zeitung“ hatte er zuvor begrüßt, dass die T-Shirts ausgezogen werden mussten. Schließlich hätten sich durch die Aufschrift „wieder andere Zuschauer provoziert“ gefühlt.

Christoph Ruf, Spiegel Online, 20.10.2017
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Oktober 21st, 2017 at 11:43 am

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Das ist ein derartiger Stress, auch rein psychisch. Du siehst deine Familie ganz wenig. Du bist nur noch am Reisen durch die Welt – hin und her – du bist im Hotel, du bist im Traininglager. Und dann läufst du auf den Platz und sollst auch noch Spaß und Freude haben, das ganze Jahr über und das noch ohne Urlaub.

Ewald Lienen, ARD Mittagsmagazin vom 01.07.2016

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Juli 2nd, 2016 at 12:00 pm

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Das Misstrauen ist zurück, der entfesselte Deutsche mit seiner Fahne grölt Nicht-Deutsche an und legt lachend Feuer an die Flüchtlingsunterkunft. Für alle, die sich hier schon aufregen: Alles gut, Fußball ist toll und die Fahnen gehören zur Begeisterung für die eigene Mannschaft. Überall auf der Welt. Doch während Schland in Schwarz-Rot-Gold ausgelassen feiert, verschweigt der Staat die Gewalt seiner „Patrioten“ gegenüber Schutzsuchenden. Die Tatsache, dass der Staat Flüchtlinge vor aggressiven Deutschtümlern nicht schützt, Verbrechen vergleichsweise seltener aufklärt und darüber auch noch Funkstille beschlossen hat, erhöht bei vielen das Unbehagen gegenüber dem Fußballfahnenmeer.

Anetta Kahane, Frankfurter Rundschau, 19.6.2016
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Zwar hat der Partypatriotismus Züge einer Party, da man feiert, die Zwänge des Alltags abwirft und nach einer rauschhaften Entgrenzung strebt. Aber diese „Party“ geht nur so lange, wie die eigene Mannschaft gewinnt. Ginge es wirklich um ausgelassenes Feiern, würden die Fans bei der Siegesparty des Gegners weiterfeiern. Das tun sie aber nicht, im Gegenteil: Nach einer Niederlage erfolgt oft ein totaler Stimmungsumschwung. Die Fans sind emotional tief getroffen, auf den Fanmeilen herrscht Totenstille. Nicht selten schlägt Euphorie in Aggression um.

Dagmar Schediwy, The European, 05. September 2014

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Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohl situierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.

Theodor W. Adorno über Gruppenverhalten im Fußball, 1963,

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Schon bei den vergangenen großen Fußball-Turnieren stieg die Anzahl fremdenfeindlicher Übergriffe nachweislich. Der sogenannte „Party-Patriotismus“ führt zu nationalistischem Denken und Gewalt. Gerade Rechtspopulist*innen wie die Kader der Berliner AfD werden versuchen, im Wahlkampf vom schwarz-rot-goldenen Freudentaumel zu profitieren.

Emma Sammert, Grüne Jugend Berlin Sprecherin, gegenüber Die Welt auf die Frage, weshalb Deutschlandfahnen zur EM nicht wünschenswert sind.

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Juni 12th, 2016 at 8:30 am