s((i))ghts

Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Wissenschaft’ Category

Dietrich Bonhoeffer über die Dummheit

without comments

Das Zitat wurde der Lesbarkeit wegen leicht abgeändert.

Written by .

August 31st, 2018 at 4:48 pm

without comments

Dummheit ist ein gefährlicherer Feind des Guten als Bosheit. Gegen das Böse läßt sich protestieren, es läßt sich bloßstellen, es läßt sich notfalls mit Gewalt verhindern, das Böse trägt immer den Keim der Selbstzersetzung in sich, indem es mindestens ein Unbehagen im Menschen zurückläßt. Gegen die Dummheit sind wir wehrlos. Weder mit Protesten noch durch Gewalt läßt sich hier etwas ausrichten; Gründe verfangen nicht; Tatsachen, die dem eigenen Vorurteil widersprechen, brauchen einfach nicht geglaubt zu werden – in solchen Fällen wird der Dumme sogar kritisch – und wenn sie unausweichlich sind, können sie einfach als nichtssagende Einzelfälle beiseitegeschoben werden. Dabei ist der Dumme im Unterschied zum Bösen restlos mit sich selbst zufrieden; ja, er wird sogar gefährlich, indem er leicht gereizt zum Angriff übergeht. Daher ist dem Dummen gegenüber mehr Vorsicht geboten als gegenüber dem Bösen. Niemals werden wir mehr versuchen, den Dummen durch Gründe zu überzeugen; es ist sinnlos und gefährlich. Um zu wissen, wie wir der Dummheit beikommen können, müssen wir ihr Wesen zu verstehen suchen.

Dietrich Bonhoeffer (1905 – 1945)
Read the rest of this entry »

Written by .

August 31st, 2018 at 4:24 pm

without comments

Jeder Beruf verliert seinen Routineanteil

Gunter Dueck, IBM, Keynote auf Arbeiten 4.0
Read the rest of this entry »

Written by .

Juni 12th, 2018 at 10:25 am

without comments

Geschichte ist ein konstruiertes Objekt, dessen Lage nicht durch gleichförmige oder leere Zeit gebildet wird, sondern durch die Gegenwart.

Walter Benjamin zit. n. Carolin Emcke

Written by .

Mai 11th, 2018 at 11:31 am

without comments

Dass die Nazis unsere Feinde sind – mein Gott, wir brauchten doch, bitteschön, nicht Hitlers Machtergreifung, um das zu wissen! (…) Das Problem, das persönliche Problem war doch nicht etwa, was unsere Feinde taten, sondern was unsere Freunde taten.

Hannah Arendt Read the rest of this entry »

Written by .

Januar 2nd, 2018 at 6:03 pm

Posted in Sozialtheorie

Tagged with , ,

without comments

Ohne double-dass es auf geradezu spektakuläre Weise versäumt worden ist, das Projekt der Moderne und der offenen Gesellschaft für das 21. Jahrhundert weiterzudenken. Man hat den erreichten zivilisatorischen Standard der europäischen Nachkriegsgesellschaften offenbar für gegeben und damit dauerhaft gehalten, weshalb man sich darauf beschränken konnte, im komfortablen Innenraum dieses Standards schön kritisch zu sein. Aber Kritik bedeutet auch, die Voraussetzungen zu sichern, unter denen Handlungsspielräume für die ökosoziale Transformation der modernen
Gesellschaften existieren.

Harald Welzer, Editorial von „Wer keine Visionen hat, soll zum Arzt gehen!“ (Futurzwei / Dezember 2017)

Written by .

Dezember 28th, 2017 at 9:24 am

without comments

Die Moral der Geschichte besteht natürlich darin, dass man sich – ganz besonders als politischer Entscheidungsträger – keinesfalls von der 99,5%igen Trefferquote blenden lassen darf, sondern sich vielmehr bewusst machen sollte, dass es bei jeder Form anlassloser Massenüberwachung allein aufgrund des extremen Missverhältnisses zwischen gesetzestreuen Bürgern und Straftätern unausweichlich ist, dass viele, viele Unbescholtene ins Visier von Behörden geraten. Selbst dann, wenn das System nahezu fehlerfrei (99,5%!) funktioniert.

Christian Reinboth berechnet in seinem Statistik-Blog die Wahrscheinlichkeit, dass eine überwachte E-Mail-Kommunikation tatsächlich zu dem gewünschten Ergebnis führt.

Insgesamt stuft die Software also 3.549.875 + 24.875 = 3.574.750 E-Mails als verdächtig ein, von denen aber nur 24.875 E-Mails wirklich verdächtig sind.

Read the rest of this entry »

Beschwerde an das Dekanat der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät (WISO) gegen Prof. Dr. Detlef Fetchenhauer

without comments

Köln, 2015

Sehr geehrter Prof. Dr. Werner Mellis,

Wir schreiben Ihnen als gewählte studentische Gleichstellungsbeauftragte, das Autonome Frauen- und Lesbenreferat, den Hochschulgruppen campus:grün und dieLinke.sds, sowie betroffenen Studierenden.

Wir möchten an dieser Stelle eine Beschwerde gegen die Lehrmethoden einiger Lehrbeauftragter des Instituts für Soziologie und Sozialpsychologie äußern. Wir berufen
uns hierbei auf die Richtlinie zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung an der Universität zu Köln.

Die angebotenen Veranstaltungen sind nahezu alle von einer evolutionspsychologischen
Perspektive durchzogen und lassen daher in ihren Erklärungsversuchen keine große Vielfalt erkennen. Wir wollen in diesem Brief aber nicht die durchaus fragwürdige Ausrichtung der Wirtschafts-und Sozialpsychologie auf ihre spätere Verwertbarkeit in der Wirtschaft kritisieren, sondern vor allem auf die Rückständigkeit der zum Teil getroffenen Aussagen der Dozierenden eingehen. Über die Fachrichtung Evolutionspsychologie lässt sich auf einer inhaltlichen Ebene sicherlich streiten. Da wir uns der verschiedenen Ansichten durchaus bewusst sind, möchten wir in diesem Brief explizit auf die Art und Weise der Präsentation und den Umgang mitden genannten Inhalten eingehen. Einige der Lehrveranstaltungen sind durchzogen von sexistischen, rassistischen und homophoben „Späßen“, Vorstellungen und nicht wissenschaftlichen Anekdoten, die ein reaktionäres Weltbild widerspiegeln, besonders zu nennen sind hierbei „Einführung in die Sozialpsychologie“ und „Evolutionäre Erklärung
menschlichen Verhaltens“. Es werden Stereotype bekräftigt und veraltete Rollenbilder transportiert. Die Selbstmordtendenz von Homosexuellen auf die „Nicht-Fortpflanzungsfähigkeit“ zu beziehen, anstatt soziale Gesellschaftsformen, Diskriminierungen im Alltag und die fehlende Akzeptanz von Homosexualität zu betrachten – geschweige denn kurz einmal zu erwähnen – ist nicht nur verkürzt, sondern ganz nebenbei auch nicht zeitgemäß. Daraus auch noch einen Witz zu formulieren, mag für einige lustig sein, für Betroffene in dieser Vorlesung ist es nicht nur eine weitere Diskriminierungserfahrung, sondern eine Entwertung ihres eigenen Lebens. Da ein großes Standbein der Evolutionspsychologie die Beziehung zwischen Mann und Frau darstellt und deshalb ständig auf heteronormative Beispiele zurückgegriffen wird, ist eine Sache. Doch die Unreflektiertheit, die dabei vor allem in den oben genannten Veranstaltungen zutage kommt, lässt von einer gelebten Gleichstellung an der Universität zu Köln wenig erkennen. Wenn wieder einmal die Sprache auf die Frau kommt, die ihren Partner lediglich nach den finanziellen
Ressourcen aussucht oder der Mann rein evolutionsbiologisch dazu bestimmt ist so viele „Weibchen“ wie möglich zu begatten, dann könnte doch wenigstens an solchen Stellen ein kleiner Hinweis auf eine soziale Evolution stattfinden. Soziale Entwicklungen finden keinerlei Berücksichtigung, im Gegensatz dazu wird sich über feministisches Verhalten empört und Gleichstellung belächelt. Beim Thema „Vergewaltigung“ werden feministische Diskurse und Errungenschaften ins Lächerliche gezogen.

Aussagen von Herrn Prof. Dr. Fetchenhauer, in denen er die „Unschuld der Frauen vergewaltigt zu werden“ betont, werden nahezu ad absurdum geführt, wenn sich der Ratschlag anschließt : „[Frauen sollten] eine nüchterne Freundin mit in die Disko nehmen, die auf sie aufpasst, und es ablehnen, wenn Männer anbieten, sie nach Hause zu fahren.“ Weiterhin geht er davon aus, dass „Studien zufolge es außerdem so sei, dass Frauen, die weniger Kleidung trügen, öfter Opfer von sexueller Belästigung/Vergewaltigung würden. Das sei auf die Theorie von „hot state“ vs. „cold state“ zurück zu führen, denn wenn sich Männer erstmal im „hot state“ befänden, seien sie ohnehin ihren Trieben ausgeliefert.“ Wie sollte das anders zu verstehen sein, als dass die Vorbeugung von Vergewaltigungen allein in Hand der Frauen liegt? Durch solche vorurteilsgeladenen Aussagen werden bestehende Machtverhältnisse weiter reproduziert und bestätigt. Wir stellen uns die Frage, was für ein Frauenbild an Kölner Studierende hier weitergetragen wird. Sicherlich keines, welches nach der Richtlinie zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung gefördert und gewünscht ist. Die Richtlinie behandelt unter anderem genau diese Vorwürfe und missbilligt ein solches Verhalten aufs Schärfste. Wir berufen uns auf diese und fordern sofortige Konsequenzen für die genannten Lehrstühle und Lehrpersonen. Wir bitten um eine zeitnahe Rückmeldung.

Mit freundlichen Grüßen

Studentisch gewählte Gleichstellungsbeauftragte
Das Autonome Frauen- und Lesbenreferat Köln
Die Hochschulgruppe campus:grün
Die Hochschulgruppe dieLinke.sds

without comments

Synkretismus ist in erster Linie die Synthese religiöser Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild.

Wikipedia

Written by .

Oktober 17th, 2017 at 1:26 pm

without comments

„As has happened elsewhere in Europe, many German political commentators — and, alas, the general public — wrongly refer to ‘right’ and ‘left’ as a description of social attitudes.
(…)“

The Political Compass

https://www.politicalcompass.org/germany2017