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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Sozialtheorie’ Category

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Synkretismus ist in erster Linie die Synthese religiöser Ideen oder Philosophien zu einem neuen System oder Weltbild.

Wikipedia

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Oktober 17th, 2017 at 1:26 pm

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„As has happened elsewhere in Europe, many German political commentators — and, alas, the general public — wrongly refer to ‘right’ and ‘left’ as a description of social attitudes.
(…)“

The Political Compass

https://www.politicalcompass.org/germany2017

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Von hundert Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium, von denen wiederum 63 einen Bachelorabschluss machen, 45 noch einen Master dranhängen und schließlich 10 eine Promotion absolvieren. Von hundert Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, beginnen nur 21 ein Studium, schaffen nur 15 einen Bachelor, machen nur 8 bis zum Master weiter – und nur eine einzige Person erlangt den Doktorgrad.

Astrid Herbold, Louisa Reichstetter und Anna-Lena Scholz, Die Zeit Campus, 23.05.2017

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Unsere Lebensform ist mit der Lebensform unserer Eltern und Großeltern verbunden durch ein schwer entwirrbares Geflecht von familialen, örtlichen, politischen auch intellektuellen Überlieferungen – durch ein geschichtliches Milieu also, das uns erst zu dem gemacht hat, was und wer wir heute sind. Niemand von uns kann sich aus diesem Milieu herausstehlen, weil mit ihm unsere Identität, sowohl als Individuen wie als Deutsche, unauflöslich verwoben ist. […] Wir müssen also zu unseren Traditionen stehen, wenn wir uns nicht selber verleugnen wollen. […] Da ist zunächst die Verpflichtung, dass wir in Deutschland – selbst wenn es niemand sonst mehr auf sich nähme – unverstellt, und nicht nur mit dem Kopf, die Erinnerung an das Leiden der von deutschen Händen hingemordeten wachhalten müssen. […] Nach Auschwitz können wir nationales Selbstbewusstsein allen aus den besseren Traditionen unserer nicht unbesehen sondern kritisch angeeigneten Geschichte schöpfen.“

Jürgen Habermas, Vom öffentlichen Gebrauch der Historie, 1987

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August 23rd, 2016 at 4:07 pm

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Auch wenn sie sich sonst nicht sonderlich mochten und mögen, was persische Nationalisten, Panaraber und Islamisten innig immer verbunden hat: Die Bewunderung für den Nationalsozialismus und Adolf Hitler. „Er habe es als „Auszeichnung“ verstanden, dass sein Geburtstag, der 20. April 1998, auf den Geburtstag von Adolf Hitler fiel. Das erfuhr die F.A.Z. aus Sicherheitskreisen. Entsprechende Aussagen über seine Begeisterung für Hitler stammen demnach aus dem engsten Umfeld von S. Auch sei S., der aus einer iranischen Familie stammt, stolz darauf gewesen, als Iraner und als Deutscher „Arier“ zu sein. Ursprünglich gilt Iran als die Heimat der Arier. Türken und Araber habe S. hingegen gehasst. Er habe ein „Höherwertigkeitsgefühl“ ihnen gegenüber gehegt. Die Ermittler gehen daher auch der Hypothese nach, ob S. bei seiner Tat gezielt Menschen mit ausländischer Herkunft getötet hat. Alle seine neun Opfer hatten einen Migrationshintergrund, sechs waren Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren, zwei waren junge Erwachsene im Alter von 19 und 20 Jahren. Drei Jugendliche waren türkischstämmig, zudem wurde eine 45 Jahre alte türkische Frau getötet. Drei andere Jugendliche – ein Junge und zwei Mädchen – waren Kosovo-Albaner.“

Thomas Osten-Sacken kommentiert den rechtsterroristischen Amok-Lauf in München via Facebook

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Es beginnt in Schulen und Universitäten und setzt sich im Berufsleben fort. Der Extremismus unserer Tage entsteht nicht im luftleeren Raum. Alles hängt miteinander zusammen. Aber es ist leichter, sich über die offensichtlichen Übeltäter von Stralsund zu empören als die vielen kleinen Symptome zu bemerken, die anzeigen, wie fern man sich selbst bereits ist: die latente Gereiztheit im Familienkreis, die Furcht, nicht zu genügen, das hartnäckige Gefühl, es mit lauter Idioten zu tun zu haben. Sie kennen ihre eigenen Beispiele!
Höchste Zeit also für ein paar neue gesellschaftliche wie persönliche Entscheidungen. Zeit für die Frage, welche inneren Fertigkeiten wir unseren Kindern mitgeben und wofür wir selbst leben wollen. Zeit, unser je eigenes geistiges Alphabet – neu – buchstabieren zu lernen.

Florian Goldberg, Deutschlandradio Kultur, 29.06.2016

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Im Widerstand gegen den „Großen Austausch“, der in Wahrheit Angst hat vor den Unübersichtlichkeiten der modernen Weltgesellschaft, „unterlaufen“ überforderten AfD-Funktionären gehäuft rassistische Schlenker. Potenzielle Anhänger können daran erkennen, wohin die Reise geht: Wer politische Entscheidungen einzig nach einem angstbesetzten Wir-Gefühl trifft, der kann weder wirtschaftlichen Nutzen noch grenzüberschreitende Solidarität noch menschliche Kooperations- und Lernfähigkeit einrechnen. Und landet fast zwangsläufig beim ethnisch-religiösen Bürgerkrieg, den Nationalisten beschwören und in Wahrheit selbst inszenieren.

Claus Leggewie, Frankfurter Rundschau, 17.06.2016 beschreibt den Weg in den Faschismus. Er veröffentlicht „Ihr Kampf. Identitäre, Eurasier und Dschihadisten gegen Europa“ via Edition Suhrkamp.

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Dahinter steckt die Umstellung von Versprechen in Drohungen. Wir leben in einer Gesellschaft aus feinen Drohungen, die als Drohungen gar nicht unmittelbar erkennbar sind. Beispielsweise (…) „sei locker und ironisch“.

Heinz Bude, ZDF Precht vom 3. April 2016 zum Zwang zur Performance als Mittel im Konkurrenzkampf

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Die staatliche Strafverfolgung stößt in diesen Mischszenen oft an ihre Grenzen. Wie auch im Bereich der politischen Kriminalität suchen Staatsanwälte und BKA oft nach klassischen Organisationsformen. Doch weder Hooligans noch Rechtsextreme – es sei denn, sie gehen so befremdlich naiv vor wie die jüngst verbotene „Old School Society“ – organisieren sich heutzutage mit Mitgliedsausweisen und Kassenprüfern. Sozialwissenschaftler sind im Gegensatz zu staatlichen Behörden daher auch längst dazu übergegangen, von „kollektiven Identitäten“ statt von Vereinigungen zu sprechen.

Christoph Ruf, 01. April 2016

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Dieser Ausschluß des Experiments als geschichtlich-praktische Methode war nicht eine Sache der Entscheidung darüber, ob man sich eher für eine Reform oder eine Revolution der gegebenen Verhältnisse einsetzte […], sondern gab vor, darüber schon vorweg apodiktische Gewißtheit zu besitzen. […] Infolge dieser theoretischen Selbstblockierung, verursacht durch ein Denken in Kategorien der fixen Abfolge von historischen Stadien, hat der Sozialismus sich über Jahrzehnte hinweg um die Chance gebracht, die möglichen Pfade einer Realisierung sozialer Freiheit in der Wirtschaftssphäre überhaupt erst experimentell zu erkunden

Axel Honneth, in: Die Idee des Sozialismus, 2015