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Gesellschaftskritische Kommunikation

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Zentral für einen emanzipatorischen Anspruch ist für uns eine Kritik am Bestehenden, die sich nicht nur auf ein Feld bezieht, also z.B. auf Antisemitismus, Rassismus, Kapitalismus oder Sexismus. Es geht auch darum, die Verbindungen der einzelnen Felder herauszuarbeiten und eine Perspektive auf die gesellschaftliche Totalität, eine Kritik am Ganzen, zu entwickeln. Ziel der Analyse und der Politik ist die Befreiung von Zwangsverhältnissen, nicht nur von direkten, sondern auch von gesellschaftlich vermittelten. Direkte Gewalt, wie körperliche sexistische Übergriffe, gilt es genauso zu kritisieren wie die unbewusst-zwanghafte Selbstzurichtung. Neben dem Geschlechterverhältnis gehören der Geschichtsrevisionismus und die Verharmlosung der deutschen Geschichte ebenso kritisiert wie gegenwärtiger Nationalismus, die Verwertungslogik des Kapitals und die dazugehörigen Denkformen. Keines dieser Verhältnisse ist isoliert, sie überlagern sich und wirken aufeinander und miteinander. Dieser Komplexität ist nur mit differenzierter Analyse beizukommen.
Grundlegend für unsere Politik ist, dass sich auch Kritiker_innen niemals im Außen der Gesellschaft befinden. Das muss zur Folge haben, auch die eigene Position und Praxis kritisch zu hinterfragen, allein schon, da sie sich aus und in den gesellschaftlichen Zwangsverhältnissen artikuliert.

AFBL (Antifaschistischer Frauenblock Leipzig), 29.09.2011

https://www.conne-island.de/nf/191/10.html

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September 11th, 2017 at 3:48 pm

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