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Archive for the ‘Andrea Röpke’ tag

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Die Situation ist viel gefährlicher als Rostock-Lichtenhagen, weil die rechte Szene so heterogen ist. Sie setzt sich aus ganz, ganz vielen Strukturen zusammen, wo wir immer zögern, dies tatsächlich zusammen zu bringen: das sind die Neuen Rechten, das sind die Hooligans zusammen mit der AfD und sie kämpfen dafür die Demokratie, so wie wir sie kennen, abzuschaffen. Und das macht sie gefährlicher, weil sie so wahnsinnig professionell agieren. Man darf nicht vergessen, sie haben die eigenen Medien, sie sind dominant in den sozialen Netzwerken und dann haben sie diese gefährliche, schlagkräftige Gruppe. Man hat es mit einer neuen Qualität zu tun. Das mit den 1990ern zu vergleichen ist falsch. Wir müssen uns ganz intensiv mit der neuen Mischszene von heute auseinandersetzen.

Andrea Röpke zur neuen Qualität des Rechtsextremismus und warum 2018 nicht mit Rostock-Lichtenhagen vergleichbar ist, Deutschlandfunk, 28.08.2018
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Wenn man genau hinschaut, wir haben ja mit zwölf Toten – ich möchte jetzt nicht Zahlen von Toten gegeneinander aufwiegen – aber haben wir 1980 mit dem Oktoberfest-Anschlag auch schon den größten Terrorakt in der Geschichte der Bundesrepublik gehabt, der von Rechts begangen wurde, von einem Rechtsterroristen. Wir haben im letzten Jahr einen Amok laufenden Jugendlichen gehabt, der Migranten ermordet hat aus rechtsmotivierter Intention heraus.
Das heißt, wir haben den rechten Terror. Wir haben die fürchterliche Explosion rechter Anschläge auf Flüchtlingseinrichtungen. Wir haben Angriffe auf Helfer, die erschreckend sind, Parteibüros und so weiter. Dieser Alltagsterror ist längst da, nur gerät natürlich immer wieder in den Schatten der aktuellen Ereignisse.Also, wir haben eine neue Qualität, dass tatsächlich Vorgaben von Rechtsextremen von der bürgerlichen Gesellschaft angenommen werden. Wir haben Brandstifter zum Beispiel in Schleswig-Holstein, tatsächlich ein bürgerlicher Familienvater, ein Finanzbeamter, der auf einmal eine Flüchtlingsunterkunft ansteckt. Wir haben andere junge Leute, die wirklich so weit gehen, Brandsätze in bewohnte Wohnungen hineinzuschmeißen. Wir können nur von Glück sagen, dass bisher Gott sei Dank noch wenig Menschen wirklich zu Tode gekommen sind. Wobei man immer wieder darauf hinweisen muss, dass wir knapp 200 Tote rechter Gewalt haben, darunter übrigens auch fünf Polizisten, die von Rechten ermordet wurden.

Andrea Röpke in Deutschlandradio Kultur anlässlich ihrer Buchveröffentlichung „Jahrbuch rechte Gewalt“, 07.01.2017

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Für Röpke stehe der Thüringer Einsatz aber für ein generelles Problem: Die Polizei sei seit dem Aufkommen der Pegida-Demos und Proteste gegen Flüchtlinge „hoffnungslos überfordert“. Die Beamten vor Ort würden sich rechtlich zu wenig auskennen und ließen deshalb zunehmend Beleidigungen und Angriffe auf Pressevertreter zu, beobachtet sie. „Unsere Arbeit wird immer gefährlicher.“

Anna-Maria Wagner fragt, ob die Polizei die freie Berichterstattung über Rechtsextremist_innen untergräbt, Deutscher Journalistenverband, 14.06.2016