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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Antisemitismus’ tag

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Allen jüdischen Freundinnen & Freunden wünsche ich ein frohes & glückliches Rosch Haschana. Allen Antisemiten wünsche ich Fußpilz,mindestens

Mehmet G. Daimagüler via Twitter, 21.09.2017
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September 21st, 2017 at 1:54 pm

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Das Problem den „sexualgetriebenen, gewaltvollen, unzivilisierten“ Sexualstraftäter wahlweise als jüdisch, muslimisch, nordafrikanisch-arabisch, und/oder Schwarz zu sehen, geht aber noch viel weiter zurück als die Übergriffe in Köln von vor einem Jahr. Die Zuschreibung des „gewalttätigen, enthemmten, fremden“ Sexualstraftäter dient zum Einen Gewalt, die von Teilen der weißen, nicht-jüdischen Dominanzgesellschaft ausgeht zu verschleiern. Eine Mehrheitsgesellschaft, die der Meinung ist, dass nur „der Andere“ vergewaltigt, kann sich sicher fühlen, dass sexualisierte Gewalt im eigenen sozialen Nahraum nicht statt findet beziehungsweise er_sie die Gefahr reduzieren kann, in dem er_sie diesen „Anderen“ einfach aus dem Weg geht. Dieses Bedürfnis nach „Sicherheit“ kann sowohl für Eine_n selbst als auch aus Sorgen um nahestehende Menschen greifen. Zudem verstärkt das Bild des jüdischen/ Schwarzen/ romani/ muslimischen/ migrantischen Sexualstraftäter bereits bestehende rassistische und antisemitische Gesellschaftsstrukturen. Wenn nach, immer wieder genutzten, Mythos nur bestimmte marginalisierte Männer* Sexualstraftäter sein könnten, führt das dazu, dass diese marginalisierte Gruppe an Menschen weiter herabgesetzt wird, während Anhänger_innen der Dominanzgesellschaft an weiteren Privilegien hinzu gewinnen. Der bei Sexualstraftaten im näheren Umfeld bekannte Spruch „DER würde SOWAS niemals machen!“ kann (teilweise unbewusst) so auch auf ganze Menschengruppen angewendet werden.

Malaika, Malifuror Blog, 02.01.2017
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Januar 4th, 2017 at 11:13 am

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Der „Hilferuf“ des links-alternativen Freiburger Clubs White Rabbit Anfang des Jahres und die Reaktionen aus Presse und linken Kreisen zeigten deutlich, wie schwierig es ist, offensiv solidarisch mit Geflüchteten zu sein, rechten Stimmungen entgegenzuwirken und gleichzeitig anzuerkennen, dass mit dem Tragen eines „Refugees Welcome“-Beutels eben nicht automatisch alle Probleme und Konflikte gelöst sind. Fakt ist und bleibt, dass sexistische Übergriffe, mackerhaftes Auftreten, antisemitisches, rassistisches und anderweitig diskriminierendes Verhalten im Conne Island nicht geduldet werden und jede Person, die sich nicht an unsere Regeln hält, des Eiskellers verwiesen wird – ungeachtet seiner/ihrer Herkunft. Dieser Ort mit seinen Grundsätzen, wie wir ihn uns in den letzten 25 Jahren erkämpft haben, muss bestehen bleiben – trotz und gerade wegen der turbulenten gesellschaftlichen Situation, in der wir uns momentan befinden.

Conne Island Plenum, Oktober 2016

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Oktober 14th, 2016 at 8:59 am

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Hinter dem Haß auf Schwule und alle Frauen außer Mutti verbirgt sich nicht nur beim veritablen Elternschreck Bushido der Wunsch, die traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau wiedereinzuführen. Die rappenden Jungmänner bemängeln in ihren musikalischen Inszenierungen den Machtverlust, der mit dem eigenen Wunschbild von Machotum nicht zu vereinbaren ist. In ihren Texten wettern sie gegen alles, was die von ihnen definierte Männlichkeit vermeintlich zerstört: Schwule, Metrosexuelle, emanzipierte Frauen und die Zurichtung der Gesellschaft, in der nicht mehr alle Führungspositionen automatisch Männern zufallen. So identifizieren sie nicht nur die kapitalistische Moderne als ihren Feind, sie entdecken auch in dem internationalen islamistischen Bandenwesen einen Verbündeten. Trotzdem will die rappende »Generation Djihad« natürlich kommerziellen Erfolg, statt sich selbst in die Luft zu sprengen. Zu unzähligen willigen Groupies sind die 72 Jungfrauen, die den Märtyrer irgendwann einmal im Paradies erwarten sollen, keine wirklich attraktive Alternative.

Ralf Fischer und Juri Eber über homophobe, frauenfeindliche und antisemitische Gewaltphantasien im deutschen Hip-Hop, Konkret Magazin 01/2016

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Mai 31st, 2016 at 8:00 am

Toleranz, Ignoranz und Schmerzen

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Die Veranstaltung zum “Neuen Antisemtismus” im El De Haus des NS-Dokumentationszentrums in Köln war bis zum letzten Platz gefüllt. Der Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn trug die Auseinandersetzung der Kölner Staatsanwaltschaft mit der Klagemauer Köln vor und eine Professorin versuchte sich mit einer anthropologischen Sicht auf das Thema Antisemitismus.
Die Schwierigkeit, einen Delikt der Volksverhetzung an der Grenze zur Meinungsfreiheit als Staatsanwalt erfolgreich zur Anklage zu bringen versuchte Willhun deutlich zu machen. Ein Unterschied sei beim Adressaten zu ziehen, also ob bspw. eine juristisch zu bewertende Meinungsäußerung an eine Organisation wie sie ein Staat darstellt gerichtet ist, oder an konkrete Menschen. Nicht plausibel wurde, weshalb die wohl populärste Volksverhetzung Herrmanns nicht als solche geahndet worden ist: Die Darstellung eines personifizierten Juden im blauen Geschäftsanzug mit Davidstern stellt das antisemitische Stereotyp von Raffgier und Blutdurst dar, denn dieser personifizierte Jude zerteilte ein palestinensisches Kind am Esstisch mit Messer und Gabel.. Dass diese “Kritik” nicht zweifelsfrei auf Jüdinnen und Juden begrenzt sein solle, sondern auch an den Staat Israel gerichtet sein könnte, vertrat der Oberstaatsanwalt. Widersprochen wurde ihm nicht.
Auch Prof. Dr. Dani Kranz (Rhein-Waal-Universität) nutzte die Möglichkeit nicht.

Ignoranz an der Schmerzgrenze
Die Frage ist, wie der Gesetzgeber die spezifische-historische Verschränkung zwischen jüdischem Menschenhass und israelischer Staatskritik ahnden kann. Das Argument, ein Davidstern alleine kennzeichne die Kritik an einem Staat, der einen Davidstern in seiner Nationalfahne trägt ist insbesondere dann schwach, wenn auf antisemitische Stereotype abgestellt wird.
Die versammelten Zuhörerinnen und Zuhörer, sich selbst als Mitte der Gesellschaft sehend, begnügte sich mit der staatsanwaltlichen Empfehlung, den glühenden Antisemiten zu ignorieren.

Das ständige juristische Überprüfen der “Schandmauer” und der Druck auf Stadt und Staat, sich für die Entscheidungen Herrmann gegenüber zu rechtfertigen, um einem Antisemiten mit zivilgesellschaftlichen Mitteln die Parade zu nehmen, dürfen nicht zur Verhandlung stehen. Stadt und Staat haben sich zu erklären, weshalb die Gesetzgebung nicht ausreicht, einem Menschenfeind, Judenhasser und Demagogen samt seiner Unterstützer_innen den meistbesuchten und hoch frequentierten Domplatz zu überlassen.
Ignoranz ist die zivilgesellschaftliche Bankrotterklärung und ein Sieg für jene Rechtspopulisten und staatlichen Kräfte, die sich dem Verdacht ausgesetzt sehen, die Gefahr innerhalb der gesellschaftlichen Mitte an rechten Ideolog_innen auch nach den NSU-Morden weiterhin zu unterschätzen.

Ignoranz ist kein Mittel in der Auseinandersetzung mit Antisemiten und sonstwelchen Menschenhassern!

Klagemauer Köln verschwindet

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Vor einigen Jahren hatte die Staatsanwaltschaft Köln meine Anzeige abgelehnt. Als Elter* eines kleinen Kindes zeigte ich Herrmann wegen Verstoß gegen das Jugendschutzgesetz an! Versuche anderer, wegen Antisemitismus gegen diese antisemitische und geschmacklose Dauereinrichtung am Dom vorzugehen, scheiterten zuvor. Jetzt lese ich zu meiner Freude: Die Klagemauer verschwindet wegen … Verstoß gegen den Jugendschutz! Yes!! Bin gespannt was dazu führte. Die Tageszeitung taz schreibt:

Dann packte der 76-jährige Erfinder der „Kölner Klagemauer“ seine Tragetasche und entschwand wutentbrannt noch während der Urteilsbegründung aus dem Saal.In Rage versetzt hat Herrmann seine Verurteilung zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen à 15 Euro auf Bewährung wegen Verstoßes gegen den Jugendschutz. Damit folgte das Amtsgericht Köln bei der Verhandlung Ende vergangener Woche dem Antrag der Staatsanwaltschaft.Es geht um 15 Fotos von grausam verstümmelten Kindern, die der frühere Hauptschullehrer an seiner „Klagemauer“ als vermeintliche Opfer Israels zeigt. Solche Bilder dürften nicht öffentlich auf dem Domplatz zur Schau gestellt werden, befand das Gericht. Jede Mutter und jeder Vater müsse „die Möglichkeit haben, zu entscheiden, ob das eigene Kind mit diesen Bildern konfrontiert werden soll“

 

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April 12th, 2015 at 8:34 pm

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Die Richterin in der I. Instanz vor dem Landgericht München II schlug sich auf Elsässers und Sprengers Seite und sagte am einzigen Hauptverhandlungstag:»Ein glühender Antisemit in Deutschland ist jemand, der mit Überzeugung sich antisemitisch äußert, mit einer Überzeugung, die das III. Reich nicht verurteilt und ist nicht losgelöst von 1933–45 zu betrachten vor dem Hintergrund der Geschichte.«Nur wer sich also positiv auf das NS-Regime 1933–1945 bezieht, darf als Antisemit bezeichnet werden. –– Wenn sich diese Definition durchsetzt, gäbe es auf einen Schlag kaum noch Antisemiten in Deutschland.

Jutta Ditfurth bittet um Spenden für ihren Prozess gegen Jürgen Elsässer und die Definition des Antisemiten durch das Landgericht München

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Beim Demonstrationsrecht geht es nicht darum, ob uns bestimmte Demonstranten sympathisch sind, sondern um ein Grundrecht, das jedem zusteht. Es wäre ein Ding aus dem Tollhaus, würden Genehmigungen künftig vom Wohlwollen eines Polizeipräsidenten abhängig gemacht. Wie wäre es, wenn die nächste Kundgebung gegen Antisemitismus verboten würde, weil die Sicherheitskräfte von einer Erkältungswelle betroffen sind? Die Vorstellungen der Stadt Leipzig von Meinungs- und Versammlungsfreiheit erinnern, man kann es nicht anders sagen, an Erich Honecker.

Klaus Hillebrand

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Deutschland diskutiert ob antisemitischer Anschlag antisemitisch ist

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Nachfolgend dokumentiere ich einen Facebook-Post von Friedensdemo-Watch:

“Stellt euch vor, ein Gericht hätte die Brandanschläge in Rostock-Lichtenhagen im Sommer 1992 nicht als rassistische Tat eingestuft, da die Täter, laut eigener Aussage, nur auf die Flüchtlingssituation in Mecklenburg-Vorpommern aufmerksam machen wollten – wäre das nicht eine seltsame, wenn nicht sogar grauenhafte Vorstellung?” https://www.facebook.com/fickomagazin/posts/10152908619974902

“Die Palästinenser hatten gestanden, im vergangenen Sommer Brandsätze auf die Synagoge geschleudert zu haben. Sie hätten damit die Aufmerksamkeit auf den Gaza-Konflikt lenken wollen. […] Auch gebe es keine Anhaltspunkte für eine antisemitische Tat.” http://www.taz.de/!154216/

 Merke: Wer Brandsätze gegen eine Synagoge wirft, will diese natürlich nicht anzünden und mit Antisemitismus hat das auch nichts zu tun.

“Von nun an kann jeder Hooligan Brandanschläge auf Moscheen [verüben] mit der Begründung, die Politik im Iran gefalle ihm nicht. Anhaltspunkte für eine muslimfeindliche Tat wird das Amtsgericht in Wuppertal jedenfalls nicht feststellen können.” https://www.fischundfleisch.com/politik-jetzt-ich/ein-brandanschlag-als-israelkritik.html

 „Der Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Wuppertal, Leonid Goldberg, zeigte sich enttäuscht über das Urteil. Es habe sich bei dem Anschlag sehr wohl um eine antisemitische Tat gehandelt, sagte er. Den Aussagen der Männer schenkte er keinen Glauben.“ http://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/21452