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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Christoph Ruf’ tag

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Auf dieses Plakat wurde auch Schiedsrichter Gärtner aufmerksam, der sich allerdings im Sonderbericht nur über den Anhang des RSL auslässt: „Die Spieler und Verantwortlichen trugen bei der Erwärmung T-Shirts mit dem Aufdruck ‚Nazis Raus‘. Eine Aktion extra für das Spiel in Schildau initiiert. Hier geht es nur um Provokation und das Aussenden politischer Statements. (..) Wir sollten alle um einen fairen menschlichen Umgang miteinander bemüht sein. Dieses Verhalten von RSL steht diesem Prinzip fundamental entgegen.“ Weder die rechten Provokationen noch der versuchte Platzsturm finden Erwähnung. Aber sind Shirts, die sich „gegen Nazis im Stadion“ aussprechen, eine Provokation? Und wenn ja, für wen? Uwe Tempel, der Vorsitzende des TSV Schildau, will sich auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE inzwischen nicht mehr zu den Vorfällen äußern. In der „Torgauer Zeitung“ hatte er zuvor begrüßt, dass die T-Shirts ausgezogen werden mussten. Schließlich hätten sich durch die Aufschrift „wieder andere Zuschauer provoziert“ gefühlt.

Christoph Ruf, Spiegel Online, 20.10.2017
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Oktober 21st, 2017 at 11:43 am

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Die staatliche Strafverfolgung stößt in diesen Mischszenen oft an ihre Grenzen. Wie auch im Bereich der politischen Kriminalität suchen Staatsanwälte und BKA oft nach klassischen Organisationsformen. Doch weder Hooligans noch Rechtsextreme – es sei denn, sie gehen so befremdlich naiv vor wie die jüngst verbotene „Old School Society“ – organisieren sich heutzutage mit Mitgliedsausweisen und Kassenprüfern. Sozialwissenschaftler sind im Gegensatz zu staatlichen Behörden daher auch längst dazu übergegangen, von „kollektiven Identitäten“ statt von Vereinigungen zu sprechen.

Christoph Ruf, 01. April 2016