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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Deutschlandfunk’ tag

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Es klingt, als sei Maschinenintelligenz irgendwie mit menschlichem Denken vergleichbar. Das ist bei weitem nicht der Fall. Ein Taschenrechner rechnet um Größenordnungen schneller und präziser als ein Mensch und dennoch kam bisher niemand auf die Idee, ihn für intelligent zu halten. Ähnlich verhält es sich mit der sogenannten künstlichen Intelligenz. Sie ist sehr gut darin, Muster zu erkennen und Wahrscheinlichkeiten auszurechnen, aber eben auch nicht mehr. Künstliche Intelligenzen können nicht denken und es gibt auch keine Anzeichen, dass sich das ändert.

Enno Park, Deutschlandfunk Kultur, Das Märchen vom Computer-Gott, 21.03.2019
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Was nicht übersehen werden darf: die etablierten, sich als pro-europäisch darstellenden Parteien der Mitte entwerfen keine echten Zukunftsvisionen gegen das Konzept der Nationalisten.

Daphne Büllesbach, Deutschlandfunk Kultur, 11.03.2019

Sichten-Cloud: Die enthemmte Mitte
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die Öffentlichkeit verschwindet dadurch, weil nun alles öffentlich wird, privat und öffentlich nicht mehr unterscheidbar ist und jede Äußerung über eine Körpernutzung oder eine Anpreisung eines Rasierapparats oder was auch immer genau den gleichen Öffentlichkeitsstatus gewinnt wie die Frage der Staatsverschuldung.

Christoph Türcke im Interview mit Thorsten Jantschekdarüber, wie das Internet demokratische Öffentlichkeit zerstört, Deutschlandfunk Tacheles, 09.03.2019

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Oder die Shows, in denen Arm und Reich ihre Rollen tauschen: aufeinander gehetzte Klischees, die die Verachtung der Milieus gegenseitig noch verstärken. Nicht Toleranz und Verständnis sind Folge dieses Menschenexperiments, sondern Hass und Selbsthass. Ein Zynismus ohnegleichen! Die Opfer unter den Beteiligten, und das sind die meisten, werden von denen verlacht und verachtet, die sich höher gestellt dünken. Das ist der Spaß, von dem sie nicht genug haben können: anderen beim Verlieren oder Vernichtetwerden zuzugucken. Der Spielplatz der Perversen, das Internet, sammelt dazu Kommentare.
Ob Liebessucher, Glamour- oder Fäkalfetischisten, ob Möchtegernmodels oder verpeilte Superstars, ob Armutsexhibitionisten oder Millionärsspanner – mit Instinkten, Ängsten und Erfolgsträumen werden gnadenlos Geschäfte gemacht. Die Produzenten scheuen keine Demütigung, um Narzissmus, Voyeurismus, Sexismus, Hemmungslosigkeit, Verblödung sowie die zunehmende Darstellungssucht unserer Gesellschaft in den Fokus zu rücken. Mit Erfolg. Die Resonanz in vielen Medien, ob euphorisch oder kritisch, ist gigantisch. Und jeder verdient daran.

Kerstin Hensel, Deutschlandfunk Kultur, 01.03.2019
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Die Situation ist viel gefährlicher als Rostock-Lichtenhagen, weil die rechte Szene so heterogen ist. Sie setzt sich aus ganz, ganz vielen Strukturen zusammen, wo wir immer zögern, dies tatsächlich zusammen zu bringen: das sind die Neuen Rechten, das sind die Hooligans zusammen mit der AfD und sie kämpfen dafür die Demokratie, so wie wir sie kennen, abzuschaffen. Und das macht sie gefährlicher, weil sie so wahnsinnig professionell agieren. Man darf nicht vergessen, sie haben die eigenen Medien, sie sind dominant in den sozialen Netzwerken und dann haben sie diese gefährliche, schlagkräftige Gruppe. Man hat es mit einer neuen Qualität zu tun. Das mit den 1990ern zu vergleichen ist falsch. Wir müssen uns ganz intensiv mit der neuen Mischszene von heute auseinandersetzen.

Andrea Röpke zur neuen Qualität des Rechtsextremismus und warum 2018 nicht mit Rostock-Lichtenhagen vergleichbar ist, Deutschlandfunk, 28.08.2018
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Das öffentliche Reden (die Podiumsdiskussion oder die Talkshow) haben allerdings nicht wirklich Austausch zum Ziel. Sie sind ein Schaulaufen der Meinungen. Viele wollen mit Rechten im Fernsehen reden, um sie zu entlarven. Diese Strategie erweist sich allerdings als wenig erfolgreich. Die AfD wurde zum Teil nicht trotz ihres Rassismus gewählt, sondern deswegen. Je mehr wir versuchen, Nazis zu entlarven, desto mehr Plattform und Gehör bieten wir ihnen. Desto mehr Gelegenheit, eigentlich selbstverständliche Vereinbarungen zu hinterfragen. Der Diskurs schleicht so immer weiter nach rechts. Und nein, die Gesellschaft muss nicht jedem seine Meinung gönnen. Um es mit den Worten von Karl Popper zu sagen: „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ Sonst zerstört eine freiheitliche Gesellschaft sich selbst.

Marina Weissband, Kolumne im Deutschlandfunk, 18.12.2017
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Dezember 18th, 2017 at 9:26 pm

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  1. Es gibt sieben Beispiele von schwersten Kriegsverbrechen, wo Burschenschafter beteiligt waren. Und alle diese Burschenschafter sind nach wie vor in den Ehrenlisten und Tafeln ihrer Verbindungen.

Rudolf Gelbard,Holocaustüberlebender aus Österreich zur Kraft hinter der FPÖ
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November 3rd, 2017 at 10:22 am

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Worauf basiert denn die heutige Staatenwelt? Die heutige Staatenwelt basiert auf der Fiktion der Deckungsgleichheit von Nation, der Bevölkerung und den staatlichen Grenzen. Das ist das Bild, auf dem die heutige Staatenwelt und erst recht mehrheitlich die postkoloniale Staatenwelt basiert ist. Das ist die Fiktion.

Michael Wolffsohn im Interview mit Narin Sevin Dogan, Deutschlandfunk Kultur ,20.08.2017.
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September 21st, 2017 at 1:50 pm

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(…) es ist gar nicht so, dass die Pressefreiheit dann beiseite springen muss, wenn die Polizei mit Blaulicht daherkommt oder das Blaulicht einschaltet. Es gibt kein Supergrundrecht, das sich innere Sicherheit nennt, dem sich alle anderen Grundrechte unterordnen müssen. Da ist die Presse und Journalisten Teilnehmer an einem großen demokratischen Konzert, und in diesem Konzert spielt jeder seine Rolle, und die Polizei ist nicht in der Rolle des Dirigenten, die jetzt einen einzelnen Mitspieler in diesem demokratischen Konzert des Saales verweist.
Hier, glaube ich, spielt eine völlige Verkennung der Rolle des Grundrechts der Pressefreiheit vor. Die Pressefreiheit und die Medienvertreter, die Journalisten, sind nicht Störer im demokratischen Konzert. Sie sind Mitspieler und Mitwirkende, und ich denke, das hat man in Hamburg verkannt.

Heribert Prantl, Chef Innenpolitik Süddeutsche Zeitung, im Interview mit Antje Allroggen, Deutschlandfunk am 10.07.2017
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Donald Trump wurde gewählt, damit er Washington neu organisiert – und genau das hat er vor. Die Amerikaner wollten einen Präsidenten, der bereit ist, Regeln zu brechen. Sie haben ihn bekommen. Trumps Präsidentschaft kann Erfolg haben – wenn Trump seine öffentliche Rhetorik mit Flexibilität und einem gewissen Maß an Bescheidenheit verbindet. Das bedeutet, dass er auch auf Regierungsmitglieder hört, die nicht seiner Meinung sind. Er wird ihren Rat brauchen. Amerika und die ganze Welt werden ihnen dafür dankbar sein

The Times vom 21.01.2017, zitiert nach Deutschlandfunk
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Januar 21st, 2017 at 1:09 pm