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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘Die Welt’ tag

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Ein großer Teil des Pressejobs in Gaza wird ohnehin von örtlichen Organisatoren, Übersetzern und Reportern erledigt, die sich verständlicherweise nie trauen würden, der Hamas Ärger zu bereiten. So muss die Organisation nur selten einen westlichen Journalisten einschüchtern. Die Presse spielte ihre Rolle nach einem von der Hamas geschriebenen Drehbuch; und sie berichtete nicht einmal, dass dieses Drehbuch existierte. Das war ja “nicht die Story”. Die bewaffneten Formationen der Hamas verschwanden. Ebenso die Charta der Hamas, die zum Mord an den Juden aufruft. Und die Raketen, die auf israelische Städte fielen, waren ja harmlos. Auf jeden Fall waren sie auch nicht die Story.

Alan Posner und Matti Friedman darüber, was die Medien an Israel nicht verstehen, Die Welt, 23.12.2014 Read the rest of this entry »

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April 2nd, 2019 at 2:09 pm

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Ein Vater muss etwa den Kindesunterhalt starr nach Düsseldorfer Tabelle überweisen, auch dann, wenn er sich gern um sein Kind kümmert, es drei von sieben Wochentagen bei ihm lebt.

Anna Kröning, Die Welt, 10.03.2019
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Deshalb entstehen trotz aller Moderne-Kritik, trotz der postmodernen Wende in den Achtzigerjahren, trotz Tausender Workshops und Bürgerbeteiligungen immer noch gnadenlos runtergerasterte, klinische Straßenzüge. Wie rund um den Berliner Hauptbahnhof und im nördlich angrenzenden Europaviertel, wie im neuen Europaviertel in Frankfurt am Main, wie im Europaviertel in Stuttgart oder der Bahnstadt von Heidelberg. An keinem dieser Orte will sich ein angenehmes Stadtgefühl einstellen.

Rainer Haubrich, Welt, 16.01.2019

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Januar 23rd, 2019 at 8:33 am

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Wir sind nur dann frei, wenn wir nicht ständig über die Schulter schauen müssen, ob uns jetzt jemand mit einem Messer in den Rücken fällt. Ich stelle mir oft die Frage: Wie kann Europa von einem grundlegenden Verdacht gegen den Staat im Eiltempo auf eine Position rücken, die den Staat für mehr Sicherheit sorgen lässt, ohne zu weit nach rechts zu rutschen.

Carlo Strenger weist im Interview mit Gil Yaron, Die Welt, auf das Paradoxon zwischen totaler Freiheit und totaler Sicherheit. Im Interview mit Die Welt spricht er sich für mehr öffentliche Sicherheitsvorkehrungen aus.
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August 5th, 2018 at 9:21 pm

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Weil die Polizei in ihrem sogenannten „Rahmenbefehl“ vom 9. Juni 2017 feststellt: „Der Schutz und die Sicherheit der Gäste haben höchste Priorität.“ Damit haben die Polizei – und die politisch verantwortliche Innenbehörde – schwarz auf weiß festgelegt, dass die Sicherheitsinteressen der Bürger nachrangig sind. So haben es jedenfalls die Bewohner Altonas in den Morgenstunden des 8. Juli erlebt. Das verstößt gegen die Verfassung.

Gehard Strate interviewt von Per Hinrichs, Die Welt, 23.07.2017. Read the rest of this entry »

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Sich hinter künstlerischer Freiheit zu verstecken oder kalkulierte Geschmacklosigkeiten als Stilmittel zu verteidigen, ist lächerlich. Provokation um der Provokation willen ist substanzlos und dumm. Und eine Industrie, die ohne moralische und ethische Bedenken Menschen mit rassistischen, sexistischen und gewaltverherrlichenden Positionen nicht nur toleriert, sondern unter Vertrag nimmt und auch noch auszeichnet, ist skrupellos und korrupt.

Marius Müller-Westernhagen, Die Welt, 17.04.2018.
Statement zum mit dem Echo-Preis ausgezeichneten Rapper Kollegah wegen seiner antisemitischen Texte. Die Kritik Westerhagens besitzt auch jenseits der Musik – in der gesamten Medienindustrie – Gültigkeit. Read the rest of this entry »

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August 5th, 2018 at 10:49 am

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Eindrucksvoll wechseln sich Peinlichkeiten und wissenschaftliche Nachlässigkeiten ab in Scheuers Werk, erschienen bei der Books on Demand GmbH, Norderstedt. Ein Erscheinungsjahr fehlt in dem Buch; dafür verwendet der Autor unpräzise Formeln wie „in den letzten zehn Jahren“. Die Erfolge der CSU und Bayerns beschwört der Autor öfter als Horst Seehofer in jeder Passauer Aschermittwochsrede. Sätze beginnen oder enden im Nirwana. Ein Beispiel aus dem Vorwort: „Ein Gespräch, das Bürgerinnen und Bürger suchen, das diesen jedoch auch zugemutet werden kann. Nicht die Bürgerinnen und Bürger sind von der Partei gewissermaßen abzuholen.

Daniel Friedrich Sturm, Die Welt, 01.02.2014

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Bundestagsdebatten sollten ohnehin wieder große Diskussionen werden, denn die Debatte ist das Salz der Demokratie. Insofern fürchte ich mich auch vor der AfD nicht.

befindet Klaus von Dohnanyi (SPD), Ex-Bildungsminister. Anders steht von Dohnanyi der Qualität „großer Diskussionen“ gegenüber, wenn es um linke Themen geht. Im selben Interview sagt er:

Die Linke (…) attackiert zum Beispiel deutsche Politik als „neoliberal“ und behauptet zugleich, „neoliberale Politik“, Konkurrenz und Haushaltsdisziplin führten zur „Massenarbeitslosigkeit“.

Überwiegende Teile der Gesellschaft missverstehen, dass es sich bei der AfD nicht um eine_n demokratische_n Partner_in handelt. Ihr kann nicht auf Augenhöhe begegnet werden. Vielmehr müssen alle demokratischen Kräfte der Gesellschaft akzeptieren, dass die AfD ihnen allen feindlich gegenüber steht. Dies würde eine Solidarisierung mit Die Linke erfordern. Scheitern die Deutschen an der antikommunistischen Tradition?

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Sollte dieser Unrat für einen Zuwachs an Stimmen für Gaulands Partei sorgen, wäre das beängstigend. Denn es wäre ein Beweis dafür, dass der Ungeist der ausgrenzenden Völkerpsychologie die Wagenburg der Völkischen verlassen hat und in Teile des Bürgertums diffundiert ist. Eben noch war es, angesichts der Stabilität dieser Republik, nicht sonderlich wichtig, ob die AfD in den Bundestag kommt und wenn ja, mit welchem Ergebnis. Das hat sich nun geändert. Nach Gaulands Äußerung muss man sehr genau hinsehen, wie viele Bürger sich auch jetzt noch für diese Partei entscheiden. Deutschland muss klarmachen, dass der Ruf nach Ausbürgerung deutscher Bürger eine unannehmbare Regelverletzung ist.

Thomas Schmid, Die Welt,30.08.2017 Read the rest of this entry »

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September 1st, 2017 at 11:36 am

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Ohne Scham ging er einfach über die Sache hinweg – in der Gewissheit, dass dort, wo er fischt, nicht die Wahrheit, sondern die identitäre Verwahrlosung zählt. Gauland ist nicht mehr der britophile Ehren- und Edelmann, der er früher so gerne sein wollte. Mit voller Absicht reitet er auf den Wellen des Ressentiments. Es ist sein politischer Motor.

Thomas Schmid, Die Welt Read the rest of this entry »

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September 1st, 2017 at 11:03 am