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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Die Zeit’ tag

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Wenn man in Kauf nimmt, dass Menschen verletzt werden – macht es dann noch einen Unterschied, ob Gewalt links oder rechts ist? Ob sie gegen Neonazis oder Flüchtlinge zielt? Timm findet: Ja. „Bei so einer Argumentation sprichst du ja Nazis den gleichen Schutzraum zu wie Menschen, die nichts dafür können, woher sie kommen“, sagt er. „Rechte Gewalt richtet sich gegen Menschen, die andere angreifen aufgrund von Dingen, für die sie nichts können. Dafür, dass du Nazi bist, kannst du was.“

Josa Mania-Schlegel und Valerie Schönian, Die Zeit Campus, 2. September 2017 Read the rest of this entry »

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September 3rd, 2017 at 7:17 pm

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Wenn jemand mit einem T-Shirt von Thor Steinar – einer Marke, die gern von Rechtsextremisten getragen wird – über den Spielplatz vor Timm laufen würde, würde er diesen Menschen bitten zu gehen. Gewaltlos, erst einmal. Aber würde der Mensch nicht gehen wollen, würde es viele in Connewitz geben, die bereit wären, die Sache anders zu regeln. Auch Timm. Denn: „Gegen Faschisten stellt man sich nicht mit einer Kerze.“

Josa Mania-Schlegel und Valerie Schönian, Die Zeit Campus, 2. September 2017 Read the rest of this entry »

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Wir müssen diese Vorurteile besiegen. Ich verlange damit etwas nahezu Unmögliches von Ihnen, weil wir auch unsere Vergangenheit besiegen müssen. Aber wenn wir dies nicht tun, müssen wir ein unumstößliches Prinzip bedenken, meine Damen und Herren: Nationalismus bedeutet Krieg. Krieg, das ist nicht nur Vergangenheit. Er kann auch unsere Zukunft sein.

François Mitterrand, Rede im Europaparlament am 17. Januar 1995, zit. nach Die Zeit und EuroparlTV

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August 20th, 2017 at 3:29 pm

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Polizeigewalt hat es nicht gegeben, das ist eine Denunziation, die ich entschieden zurückweise.

Olaf Scholz, Hamburger Bürgermeister gegenüber dem NDR, in Die Zeit, 14. Juli 2017

Opfer von körperlicher Gewalt durch Polizisten haben es in Deutschland schwer. Nicht erst seit dem G20-Gipfel.

Posted by tagesschau on Mittwoch, 26. Juli 2017

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Der Wutbürger-Schlachtruf „Merkel muss weg!“ klingt jetzt schon so altmodisch wie „Ho, Ho, Ho Chi Minh“.

Michael Ebmeyer, Die Zeit Online, 28.05.2017
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Mai 28th, 2017 at 10:45 pm

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Von hundert Kindern mit mindestens einem studierten Elternteil beginnen 74 ein Studium, von denen wiederum 63 einen Bachelorabschluss machen, 45 noch einen Master dranhängen und schließlich 10 eine Promotion absolvieren. Von hundert Kindern, deren Eltern keine Hochschule besucht haben, beginnen nur 21 ein Studium, schaffen nur 15 einen Bachelor, machen nur 8 bis zum Master weiter – und nur eine einzige Person erlangt den Doktorgrad.

Astrid Herbold, Louisa Reichstetter und Anna-Lena Scholz, Die Zeit Campus, 23.05.2017

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Kölner Polizeipräsident Mathies hatte, im Kontrast zu seiner Verpflichtung zur politischen Neutralität, nichts unversucht gelassen, um die Beteiligung an demokratischen Protestformen gegen die in großen Teilen völkische AfD zu verhindern. Seine grotesken Gewaltszenarien waren als Einschüchterung gedacht.

Susanne Müller, Störungsmelder Die Zeit, 24.04.2017
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April 24th, 2017 at 3:54 pm

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Wenn es in Deutschland Praxis werden soll, in bestimmten Fällen die Herkunft eines Menschen zu einem Kriterium zum polizeilichen Umgang mit ihm zu machen, dann geht es um die Hardware. Dann geht es um das Grundgesetz, Artikel 3. Dann braucht es Debatten, die sich gewaschen haben. Aber stattdessen werden Menschen, die zur Kölner Silvesternacht noch Fragen haben, als Realitätsverweigerer und Ideologen der politischen Korrektheit angebrüllt. Und zwar auch von Leuten, die sonst vom Ende der Demokratie jammern, weil angeblich die AfD ausgegrenzt wird. So ist es hier in Deutschland, am Beginn von 2017, dem Superwahljahr.

Christian Bangel, Die Zeit,02.01.2017
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Januar 4th, 2017 at 12:07 pm

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Adorno und seine Mitautoren wenden sich gegen die vulgärmarxistische Vorstellung, rechtsradikale Stimmungen seien einfach der Ausdruck sozialer Missstände. Sie vermuten stattdessen, dass „lange bestehende Sehnsüchte und Erwartungen, Ängste und Unruhen die Menschen für bestimmte Überzeugungen empfänglich und anderen gegenüber resistent machen“. Zu diesen Sehnsüchten zählte schon damals, dass der permanente Veränderungsstress endlich aufhören möge. Das ist verständlich, aber doch regressiv: die Verweigerung eines erwachsenen Umgangs mit der Welt.

Gero von Randow, Die Zeit, 01.12.2016

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Auch die Leute, von denen sich die neuen Rechten so lustvoll unterdrückt fühlen, gibt es in Wirklichkeit nicht: Die globale, grüne Umerziehungselite ist Fiktion, eine Projektion der Rechten. Sie bezeichnet einfach Menschen, die für Freiheit und Nachhaltigkeit eintreten und manchmal in einem anderen Land arbeiten, zum Beispiel, weil sie in ihrem Heimatland keinen Job finden. Ganz normale Leute, die von der antidemokratischen Rechten zu einer verschworenen Clique aufgebaut wurden.

Felix Stephan, Die Zeit Online, 10.11.2016

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