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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Donald Trump’ tag

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Tatsächlich ist in diesem „Spiegel“-Cover beispielhaft kondensiert, was derzeit schiefläuft im hyperventilierenden Anti-Trump-Journalismus. Und nicht nur dort. Unser öffentlicher, von sozialen Medien turboladermäßig aufgeladener Diskurs ist längst in einen dauerhaften Erregungszustand eingetreten. Kein Wort ist zu groß, kein Vergleich zu schief, als dass er nicht angebracht werden würde. Die sozialen Netzwerke sind zum beliebtesten Tummelfeld geworden für Vergleiche, denen es an jeglichem Maßstab gebricht. Ob die Linken Gaza mit einem Nazi-Konzentrationslager vergleichen oder die Rechten Merkels Flüchtlingspolitik als Genozid am deutschen Volk brandmarken: Wer sich längere Zeit in den sozialen Netzwerken herumtreibt, kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, was da angeblich alles mit was deckungsgleich sein soll.

Celmins Wergin, Die Welt, 04.02.2017

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Februar 4th, 2017 at 12:08 pm

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Pro Asyl schreibt:

Seit langem sterben vor Europas Grenzen jedes Jahr Hunderte Menschen. 2014 und 2015 waren es Tausende. Die meisten von ihnen flohen vor Krieg, Verfolgung und Elend. Ein Großteil von ihnen hätte, einmal in Europa angekommen, gute Chancen gehabt, im Asylverfahren einen Schutzstatus zu erhalten. (…) Die EU versucht zunehmend, Flüchtlinge und Migrant*innen schon abzuwehren, lange bevor sie die Grenzen der Union erreichen – etwa in Nordafrika, in Osteuropa oder in der Türkei. Dafür kooperiert sie mit Drittstaaten, deren Regierungen sie als eine Art Türsteher einsetzt – auch wenn es sich bei diesen um autoritäre Staaten oder Diktaturen handelt, die die Menschenrechte von Flüchtlingen und oft auch die Menschenrechte ihrer eigenen Staatsbürger*innen missachten. Das Ergebnis dieser Politik ist genau das Gegenteil der »Verhinderung von Fluchtursachen«, die EU-Politiker*innen so gern im Munde führen. Indem die EU mit autoritären Regimes kooperiert und sie so indirekt sogar zur Verletzung von Menschen- und Flüchtlingsrechten motiviert, befördert sie jene Zustände, die Menschen in die Flucht treiben.

Spiegel Online zitiert Martin Schulz und Angela Merkel:

Das Einreiseverbot für Menschen aus sieben vorwiegend muslimischen Staaten nennt Schulz im SPIEGEL „unerträglich“. Leider habe das einst tolerante Einwanderungsland USA nun „einen Präsidenten, der im kleinsten Karo Politik macht“. Kanzlerin Angela Merkel hatte das Einreiseverbot am vergangenen Samstag in einem Telefonat mit Trump bedauert. Dies machte ihr Sprecher Steffen Seiberteinen Tag später öffentlich. Kurz darauf bekräftigte die Kanzlerin nochmals ihre Kritik am Vorgehen der US-Regierung.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/martin-schulz-donald-trump-spielt-mit-der-sicherheit-der-westlichen-welt-a-1133009.html

https://www.proasyl.de/thema/eu-asylpolitik/

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Donald Trump wurde gewählt, damit er Washington neu organisiert – und genau das hat er vor. Die Amerikaner wollten einen Präsidenten, der bereit ist, Regeln zu brechen. Sie haben ihn bekommen. Trumps Präsidentschaft kann Erfolg haben – wenn Trump seine öffentliche Rhetorik mit Flexibilität und einem gewissen Maß an Bescheidenheit verbindet. Das bedeutet, dass er auch auf Regierungsmitglieder hört, die nicht seiner Meinung sind. Er wird ihren Rat brauchen. Amerika und die ganze Welt werden ihnen dafür dankbar sein

The Times vom 21.01.2017, zitiert nach Deutschlandfunk
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Januar 21st, 2017 at 1:09 pm

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So weit muss es nicht kommen. Wie lange Trumps Fans ihre Freude daran haben werden, dass einmal ein Nichtpolitiker gehörig Staub aufwirbelt und lustvoll gegen alle Konventionen verstösst, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass die Geschicke Amerikas nun von einem Mann gelenkt werden, wie er in dieser Art an der Spitze der USA völlig neu ist. Mit seiner Wahl haben sich die Amerikaner auf ein riskantes Experiment eingelassen – ein Experiment, dessen Scheitern sie teuer bezahlen könnten.

Simon Gemperli, Neue Züricher Zeitung, 12.01.2016

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Trump setzt sich mit dem Volk gleich, stellt sich als Verkörperung des Volkswillens dar und zeigt deutlich seine Verachtung für die jahrhundertealten Traditionen der Republik. Faschistisch ist ein Begriff, mit dem man vorsichtig umgehen sollte. Man darf ihn nicht inflationär verwenden. Aber für Trumps heutige Rede gibt es kein anderes Wort.

Stefan Laurin, Salonkolumnisten, 20.01.2017

Trump: Das war eine faschistische Rede

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Mario Barth ist am Trump Tower und keiner protestiert, also schlussfolgert er, dass die Presse lügt. Allerdings ist Mario Barth seit Jahren auf der Bühne und keiner lacht, trotzdem ist er noch nicht drauf gekommen, dass er nicht lustig ist.

Shahak Shapira, Facebook vom 14.12.2016

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November 15th, 2016 at 9:01 am

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»Ich bin eure Stimme« – das ist Trumps zentrale Parole. Wenn seine Aussagen sich im Nirwana zu verlaufen scheinen, hat er nicht den Faden verloren. »Er weiß, dass seine Zuhörer seine Sätze für ihn beenden«, urteilt der Linguist George Lakoff. So stellt Trump eine emotionale Bindung her, was Zuhörer und Redner denken, muss nicht mehr ausgesprochen werden. Dieser rhetorische Kniff erlaubte es, besonders Kontroverses nur anzudeuten, wie es dem üblichen Stil des Populismus entspräche. Doch Trump bestreitet seinen Wahlkampf mit rechtsextremen Parolen, deren Widerspruch zum nationalen und internationalen Recht offensichtlich ist.

Jörn Schulz, Jungle World Nr. 38, 22.09.2016

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November 9th, 2016 at 10:40 pm

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Sie wollen sich die Pussy greifen. Sie wollen keinen Afroamerikaner als Präsidenten, sie wollen meinungsfrei entscheiden, wen sie Nigger nennen und wem sie Respekt entgegenbringen – und ob überhaupt irgendwem. Sie denunzieren normalen Anstand als politisch korrekt, weil sie ihn abschaffen wollen: Fairness, Besonnenheit, Achtung, Ehrlichkeit – all das, was gute Menschen ihren Kindern beibringen. Ja, es geht schon längst nicht mehr um Wahlkampf. Es geht um Richtig oder Falsch.

Volker Zastrow, FAZ, 16.10.2016

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