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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Kapitalismus’ tag

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Zentral für einen emanzipatorischen Anspruch ist für uns eine Kritik am Bestehenden, die sich nicht nur auf ein Feld bezieht, also z.B. auf Antisemitismus, Rassismus, Kapitalismus oder Sexismus. Es geht auch darum, die Verbindungen der einzelnen Felder herauszuarbeiten und eine Perspektive auf die gesellschaftliche Totalität, eine Kritik am Ganzen, zu entwickeln. Ziel der Analyse und der Politik ist die Befreiung von Zwangsverhältnissen, nicht nur von direkten, sondern auch von gesellschaftlich vermittelten. Direkte Gewalt, wie körperliche sexistische Übergriffe, gilt es genauso zu kritisieren wie die unbewusst-zwanghafte Selbstzurichtung. Neben dem Geschlechterverhältnis gehören der Geschichtsrevisionismus und die Verharmlosung der deutschen Geschichte ebenso kritisiert wie gegenwärtiger Nationalismus, die Verwertungslogik des Kapitals und die dazugehörigen Denkformen. Keines dieser Verhältnisse ist isoliert, sie überlagern sich und wirken aufeinander und miteinander. Dieser Komplexität ist nur mit differenzierter Analyse beizukommen.
Grundlegend für unsere Politik ist, dass sich auch Kritiker_innen niemals im Außen der Gesellschaft befinden. Das muss zur Folge haben, auch die eigene Position und Praxis kritisch zu hinterfragen, allein schon, da sie sich aus und in den gesellschaftlichen Zwangsverhältnissen artikuliert.

AFBL (Antifaschistischer Frauenblock Leipzig), 29.09.2011

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September 11th, 2017 at 3:48 pm

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Das Risiko von Fassadendämmung, als Mittel zur Gentrifizierung, Sicherheitsproblem und Pseudo-Umweltschutz wurde wiederholt von uns thematisiert.

Recht auf Stadt Köln, Facebook, 19.06.2017


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August 24th, 2017 at 11:14 am

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In einer Gesellschaft, in der Lohnarbeit einen Großteil der Lebenszeit und Energie in Anspruch nimmt, ist es verkürzt, mehr Disziplin und kritische Aufmerksamkeit vom Medienpublikum zu fordern. Ähnlich verkürzt, wie die Krise der Demokratie in die Verantwortung des schlecht informierten „Pöbelmobs“ zu legen. Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse stehen der Aufklärung der Menschen durch sich selbst beziehungsweise durch die Medien gleichermaßen im Weg

Alison Dorsch, Kritisch Lesen, 4. Oktober 2016.

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Die Produktion schafft (…) den Konsumenten.

Karl Marx, 1871 in: MEW 13, S. 623

Was im Kontext der Medien besonders deutlich wird, ist, dass die Produktion nicht nur den/die KonsumentIn, sondern auch den/die ProduzentIn schafft.

Alison Dorsch, Kritisch Lesen, 4. Oktober 2016.

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Wenn man wenigstens ausschlafen könnte, wäre das gar nicht so schlimm im Kapitalismus.

Theodor W. Adorno

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Oktober 15th, 2016 at 3:51 pm

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Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohl situierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.

Theodor W. Adorno über Gruppenverhalten im Fußball, 1963,

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Der Rock ist ein Gebrauchswert, der ein besonderes Bedürfnis befriedigt.

Karl Marx, Das Kapital

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April 11th, 2016 at 8:30 am

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Dahinter steckt die Umstellung von Versprechen in Drohungen. Wir leben in einer Gesellschaft aus feinen Drohungen, die als Drohungen gar nicht unmittelbar erkennbar sind. Beispielsweise (…) „sei locker und ironisch“.

Heinz Bude, ZDF Precht vom 3. April 2016 zum Zwang zur Performance als Mittel im Konkurrenzkampf

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Beachtlicher sind die großen Geländegewinne jener Gruppen, die politisch am rechten Rand fischen. Deren Wirtschaftsprogramme sind so simpel wie einfach: Sie treten als Schutzmacht des kleinen Mannes auf. Sie verurteilen freien Handel und fürchten die Globalisierung. Sie sehen sich als Opposition gegen Weltkonzerne und herrschende Eliten. Die österreichische FPÖ garniert Portraits ihres Vorsitzenden Heinz-Christian Strache gerne mit der Bildunterschrift: „Sie sind gegen ihn, weil er für euch ist.“

Martin Greive und Andre Tauber, Die Welt

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März 15th, 2016 at 12:00 pm

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Die Hilflosigkeit vor einer immer bedrohlicheren Kulisse aus Krieg, Terror und Flucht ermöglichte eine gewisse Vorbehaltlosigkeit im Denken, die Trauer darüber einschließen müsste, dass eine Phase gesellschaftlicher Stabilität zu Ende geht. Das Gegenteil davon ist die Freude darüber, dass es in Europa nun endlich auch ungemütlich werde und die bequemen Metropolenbewohner mit der furchtbaren globalen Wirklichkeit konfrontiert würden – eine müde Reprise der antiimperialistischen Verelendungstheorie. Das sind die wirklich unüberbrückbaren Gegensätze, denn was scheinbar auf die Mehrheit gemünzt ist, die ihren Wohlstand und ihre Bequemlichkeit bedroht sieht, richtet sich tatsächlich gegen jene Minderheiten, denen es nicht um Gemütlichkeit, sondern um Sicherheit zu tun ist.

Tjark Kunstreich

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