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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘Kapitalismus’ tag

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Denn etwa 40 Prozent der Beschäftigten haben nach Betriebsratsangaben nur „Flexi-Verträge“, das heißt, die Arbeitszeit wird hoch- und runtergefahren je nach Umsatz. „Dem Mitarbeiter ist bekannt, dass die Vergütung (..) entsprechend dem Umfang des Stundeneinsatzes variieren kann und somit gegebenenfalls nicht geeignet ist, eine stabile Einkommensgrundlage zu liefern.“ – einen solchen Satz müssen die flexiblen „Sales Advisor“, vulgo VerkäuferInnen, unterschreiben, bevor sie sich in die H&M-Klamottenberge wagen.

Barbara Dribbusch, die Tageszeitung taz, 12.10.2017
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Man kann die Bundestagswahl als Pendant zur Arbeitsplatzwahl betrachten. Auch wer die Lohnabhängigkeit ablehnt, bequemt sich in der Regel ja irgendwann dazu, einen Arbeitsplatz zu suchen. Sonst wird das Geld gar zu knapp und es drohen Sanktionen vom Jobcenter. Und so unerfreulich die Lohnabhängigkeit ist – im Vergleich zu Sklaverei und Leibeigenschaft stellt sie einen historischen Fortschritt dar, ebenso wie die bürgerliche Demokratie im Vergleich zum Feudalismus. Anders als beim Bewerbungsgespräch müssen Sie sich bei der Wahl nicht erniedrigen. Niemand verlangt von Ihnen, vorzugeben, dass Sie das gerne machen und die Partei und den Kandidaten Ihrer Wahl liebhaben. Vielmehr empfiehlt es sich, bereits vor der Wahl zu überlegen, wie man die nächste Koalitions­regierung, wie auch immer sie sich zusammensetzen mag, unter Druck setzen kann. Denn eines sollten Sie nicht vergessen: Es handelt sich um Wahlen im Kapitalismus, und es gibt keine richtige Wahl im falschen Wirtschaftssystem.

Jörn Schulz klärt radikale Linke auf und ermutigt zum Wählen, Jungle World Nr.38, September 2017
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September 24th, 2017 at 12:16 pm

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Zentral für einen emanzipatorischen Anspruch ist für uns eine Kritik am Bestehenden, die sich nicht nur auf ein Feld bezieht, also z.B. auf Antisemitismus, Rassismus, Kapitalismus oder Sexismus. Es geht auch darum, die Verbindungen der einzelnen Felder herauszuarbeiten und eine Perspektive auf die gesellschaftliche Totalität, eine Kritik am Ganzen, zu entwickeln. Ziel der Analyse und der Politik ist die Befreiung von Zwangsverhältnissen, nicht nur von direkten, sondern auch von gesellschaftlich vermittelten. Direkte Gewalt, wie körperliche sexistische Übergriffe, gilt es genauso zu kritisieren wie die unbewusst-zwanghafte Selbstzurichtung. Neben dem Geschlechterverhältnis gehören der Geschichtsrevisionismus und die Verharmlosung der deutschen Geschichte ebenso kritisiert wie gegenwärtiger Nationalismus, die Verwertungslogik des Kapitals und die dazugehörigen Denkformen. Keines dieser Verhältnisse ist isoliert, sie überlagern sich und wirken aufeinander und miteinander. Dieser Komplexität ist nur mit differenzierter Analyse beizukommen.
Grundlegend für unsere Politik ist, dass sich auch Kritiker_innen niemals im Außen der Gesellschaft befinden. Das muss zur Folge haben, auch die eigene Position und Praxis kritisch zu hinterfragen, allein schon, da sie sich aus und in den gesellschaftlichen Zwangsverhältnissen artikuliert.

AFBL (Antifaschistischer Frauenblock Leipzig), 29.09.2011

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September 11th, 2017 at 3:48 pm

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Das Risiko von Fassadendämmung, als Mittel zur Gentrifizierung, Sicherheitsproblem und Pseudo-Umweltschutz wurde wiederholt von uns thematisiert.

Recht auf Stadt Köln, Facebook, 19.06.2017


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August 24th, 2017 at 11:14 am

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In einer Gesellschaft, in der Lohnarbeit einen Großteil der Lebenszeit und Energie in Anspruch nimmt, ist es verkürzt, mehr Disziplin und kritische Aufmerksamkeit vom Medienpublikum zu fordern. Ähnlich verkürzt, wie die Krise der Demokratie in die Verantwortung des schlecht informierten „Pöbelmobs“ zu legen. Die kapitalistischen Produktionsverhältnisse stehen der Aufklärung der Menschen durch sich selbst beziehungsweise durch die Medien gleichermaßen im Weg

Alison Dorsch, Kritisch Lesen, 4. Oktober 2016.

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Die Produktion schafft (…) den Konsumenten.

Karl Marx, 1871 in: MEW 13, S. 623

Was im Kontext der Medien besonders deutlich wird, ist, dass die Produktion nicht nur den/die KonsumentIn, sondern auch den/die ProduzentIn schafft.

Alison Dorsch, Kritisch Lesen, 4. Oktober 2016.

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Wenn man wenigstens ausschlafen könnte, wäre das gar nicht so schlimm im Kapitalismus.

Theodor W. Adorno

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Oktober 15th, 2016 at 3:51 pm

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Wird eine Fußballweltmeisterschaft vom Radio übertragen, deren jeweiligen Stand die gesamte Bevölkerung aus allen Fenstern und durch die dünnen Wände der Neubauten hindurch zur Kenntnis zu nehmen gezwungen ist, so mögen selbst spektakulär verschlampte Gammler und wohl situierte Bürger in ihren Sakkos einträchtig um Kofferradios auf dem Bürgersteig sich scharen. Für zwei Stunden schweißt der große Anlass die gesteuerte und kommerzialisierte Solidarität der Fußballinteressenten zur Volksgemeinschaft zusammen. Der kaum verdeckte Nationalismus solcher scheinbar unpolitischen Anlässe von Integration verstärkt den Verdacht ihres destruktiven Wesens.

Theodor W. Adorno über Gruppenverhalten im Fußball, 1963,

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Der Rock ist ein Gebrauchswert, der ein besonderes Bedürfnis befriedigt.

Karl Marx, Das Kapital

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April 11th, 2016 at 8:30 am

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Dahinter steckt die Umstellung von Versprechen in Drohungen. Wir leben in einer Gesellschaft aus feinen Drohungen, die als Drohungen gar nicht unmittelbar erkennbar sind. Beispielsweise (…) „sei locker und ironisch“.

Heinz Bude, ZDF Precht vom 3. April 2016 zum Zwang zur Performance als Mittel im Konkurrenzkampf