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Gesellschaftskritische Kommunikation

Archive for the ‘#noNazitalk’ tag

Der wirklich besorgte Bürger

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Mir macht es keine Sorge, möchte jemand mit Verwirrten, Verschworenen und sonstwie rechten unorganisierten Mitmenschen reden und Aufklärung betreiben. Tatsächlich gäbe es dann nicht unbedingt einen Grund, in Hysterie zu verfallen.

Sorge macht mir allerdings, wenn die Einladung zum Dialog von gesellschaftlichen Vertreter_innen ausgeht, welche befreit vom Begriff der Aufklärung und der deutschen Geschichte agieren. Sorge macht mir, wenn der Dialog an Gesprächspartner_innen des knallharten neonazistischen Spektrums gerichtet ist oder diese aktiv eingeladen werden (z.B. zur Frankfurter Buchmesse 2017). Es gibt keine Gesprächsgrundlage und keine Augenhöhe gegenüber Menschen, welche die Ausgrenzung und Vernichtung ganzer Menschengruppen im Blick haben. Diese Nazis müssen mit allen Mitteln und auf allen Ebenen bekämpft werden. Lichterkette und Bla-Bla ist vorbei. Nazis brauchen was auf die Fresse!

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Oktober 18th, 2017 at 9:47 am

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(…) es liegt auf jeden Fall eine große Gefahr darin – besonders, wenn man sich jetzt zu viel Mühe gibt, diese Leute zu umwerben. Man muss einsehen: Es gibt Leute, die nicht für die Demokratie zu gewinnen sind. Es ist nicht nur sinnlos, das zu versuchen, es ist sogar gefährlich. Denn das heißt, dass man sich zu viel von dem aneignet, was die wollen. Wenn die CSU jetzt vom Schließen der rechten Flanke spricht oder Merkel davon, die rechten Wähler im Osten wiederzugewinnen – man kann, soll und darf dabei nicht zu weit gehen. Das war auch in der Weimarer Republik das Problem: Es waren ja vor allem die Wähler östlich der Elbe, die Hitler an die Macht gebracht haben.

James Hawes, Vice Magazine, 05.10.2017
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Oktober 8th, 2017 at 11:03 am

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Die „gefühlte“ Realität dieser Leute ist nicht ins Rationale verschiebbar, was die aber kapieren sind Gefühle. Das Gefühl eins in die Fresse zu kriegen für Menschenverachtung und Volksverhetzung, zum Beispiel. Ich glaube so eine Gruppe kann nur mit breit angelegter gesellschaftlicher Ächtung und einer schlagfertigen Gegenposition begrenzt werden. Wie ein Altautonomer es mal in einem Interview ausdrückte: wir gehen immer davon aus, dass Leute die Dinge diskutieren wollen, diese Leute wollen aber keine Lösungen finden, sie wollen herrschen und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Wenn wir das weiter so nett „verstehen“ und „Ängste“ ernst nehmen seh ich braun…

In einer Diskussion zum Thema „Umgang mit Wutbürgern“ und dem Panorama-Video https://www.facebook.com/panorama.de/videos/1107129126091423

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September 26th, 2017 at 3:32 pm

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Das bundesweite Wahlergebnis straft alle die Lügen, die geglaubt haben die AfD in öffentlichen Debatten „entzaubern“ zu können. Nichts dürfte der AfD zu mehr Popularität verholfen haben, als die gefühlte tägliche Präsenz in Talkshows und anderen Medien.

Kein Veedel für Rassismus, Bewertung der Bundestagswahlergebnisse in Köln via Facebook vom 25.09.2107

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September 25th, 2017 at 6:38 pm

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Ich halte es für unangemessen, dass jede AfD-Äußerung hier diskutiert wird. Die Menschen können das auch selber einordnen und benötigen nicht unsere Interpretationshilfe. (…) Was bringt es denn, dass man fortwährend die AfD mit ihren wirklich abwägigen Äußerungen konfrontiert? Ich würde lieber mal konkret wissen, was haben sie im Programm zum Unterrichtsausfall, was sagen sie zur Digitalisierung in den Schulen? Bei den Alltagsproblemen muss man die AfD doch stellen!

Christian Lindner im Gespräch „Schlussrunde“, ARD

Weitere Meinungen und Einschätzungen zum Thema „Mit Nazis (nicht) reden“

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September 22nd, 2017 at 3:24 pm

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Bundestagsdebatten sollten ohnehin wieder große Diskussionen werden, denn die Debatte ist das Salz der Demokratie. Insofern fürchte ich mich auch vor der AfD nicht.

befindet Klaus von Dohnanyi (SPD), Ex-Bildungsminister. Anders steht von Dohnanyi der Qualität „großer Diskussionen“ gegenüber, wenn es um linke Themen geht. Im selben Interview sagt er:

Die Linke (…) attackiert zum Beispiel deutsche Politik als „neoliberal“ und behauptet zugleich, „neoliberale Politik“, Konkurrenz und Haushaltsdisziplin führten zur „Massenarbeitslosigkeit“.

Überwiegende Teile der Gesellschaft missverstehen, dass es sich bei der AfD nicht um eine_n demokratische_n Partner_in handelt. Ihr kann nicht auf Augenhöhe begegnet werden. Vielmehr müssen alle demokratischen Kräfte der Gesellschaft akzeptieren, dass die AfD ihnen allen feindlich gegenüber steht. Dies würde eine Solidarisierung mit Die Linke erfordern. Scheitern die Deutschen an der antikommunistischen Tradition?

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Ohne Scham ging er einfach über die Sache hinweg – in der Gewissheit, dass dort, wo er fischt, nicht die Wahrheit, sondern die identitäre Verwahrlosung zählt. Gauland ist nicht mehr der britophile Ehren- und Edelmann, der er früher so gerne sein wollte. Mit voller Absicht reitet er auf den Wellen des Ressentiments. Es ist sein politischer Motor.

Thomas Schmid, Die Welt Read the rest of this entry »

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September 1st, 2017 at 11:03 am

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Gestern Abend, nach einem Vortrag in Köthen, ging die Diskussion wieder los. Wir müssen doch mit der AfD reden, wir dürfen sie nicht ausgrenzen, usw.. Es war zwar eine Minderheitenposition, allerdings eine sehr lautstarke. Richtig ist: wir sollten mit AfD-Wähler*innen und Sympathisant*innen reden (wenn es geht, auch da gibt es Grenzen (Rassismus, Sexismus, Klassismus…)). Auf keinen Fall aber sollten AfDler*innen zu Gesprächen oder auf Podien eingeladen werden. Dazu ist die AfD inzwischen viel zu verwoben mit der Neuen Rechten. (…) Ich darf an dieser Stelle auch Alexander Gaulands Bewunderung für das Blut-und-Eisen-Zitat Bismarcks erwähnen: „nicht durch Reden oder Majoritätsbeschlüsse werden die großen Fragen der Zeit entschieden […] sondern durch Eisen und Blut.“ Mit diesem Zitat gegen die Demokratie und für die Gewalt endete sein Artikel gegen den Pazifismus der Deutschen – kurz darauf gründete Gauland die AfD. (…) Zum jetzigen Zeitpunkt ist klar: Wer im Namen der Demokratie den offenen Dialog über Podien mit AfD-Funktionär*innen fordert, macht sich in den Augen der neurechten Donovan-Fans lächerlich und unterstützt antidemokratische Kräfte, die Dialog für Schwäche und Gewalt für Stärke halten.

Andreas Kemper, Grenzt die neue Rechte, also die AfD aus!

Grenzt die Neue Rechte, also die AfD, aus

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März 29th, 2017 at 8:40 am

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Auch seriöse Medien praktizieren demnach „nicht selten eine unkritische, unreflektierte Übernahme und Weitergabe von Bedrohungsrhetorik durch die Verwendung von dramatischen Bildern und Begrifflichkeiten“. Den Zuschauer erreichten „zur besten Sendezeit menschenfeindliche und antidemokratische Botschaften, die ihm geadelt und abgesegnet durch die seriös erscheinende politische Debattenrunde, als offenkundig denk-, sag- und durchführbar erscheinen. Ein Vorwurf, der offenkundig insbesondere an ARD und ZDF adressiert ist. Denn in den öffentlich-rechtlichen Sendern finden sich unter anderem mit „Anne Will“, „hart aber fair“, „Maischberger“ sowie „Maybrit Illner“ mehrere Formate auf besten Sendeplätzen, die sich als politische Gesprächssendungen definieren – und die, so der Vorwurf, die Botschaften von Populisten veredeln.

Patrick Gensing, NDR, 02.12.2016

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Demokratischer Wertemythos

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Wer sich mit Faschist_innen auf eine Diskussion einlässt, braucht nicht mit demokratischen Werten kommen, denn das hat keinen demokratischen Wert!

Mehr zu #noNazitalk

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Dezember 7th, 2016 at 8:27 am