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Blog für relevante Sichtweisen zum Zeitgeschehen. Twitter: @s_ights

Archive for the ‘#noNazitalk’ tag

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In diesen Meta-Diskursen ist dann auch auszuhandeln, welche Formen des Sprechens in einem solchen Maße rassistisch usw. sind, dass sie – gleichwohl sie legal bleiben sollten – aus der seriösen Debatte auszuschließen sind. Solche Ausschlüsse sind kein Widerspruch zu einer rationalen Debatte, sondern zählen zu ihren Voraussetzungen.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Januar 2nd, 2018 at 11:14 am

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Weil ihre Fehlerdiagnose aber äußerst einseitig und verkürzt ausfällt, ist die von ihnen vorgeschlagene Gegenstrategie, die Rechten einfach mal mit Gegenargumenten zu überraschen, eher geeignet, das Problem zu verschärfen als es zu lindern. Tatsächlich legen sie auf 180 Seiten nicht ein einziges erfahrungsbasiertes Indiz dafür vor, dass diese Strategie funktionieren könnte.

Floris Biskamp analysiert das Buch „Mit Rechten reden“, Blog, 02.01.2018

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Das öffentliche Reden (die Podiumsdiskussion oder die Talkshow) haben allerdings nicht wirklich Austausch zum Ziel. Sie sind ein Schaulaufen der Meinungen. Viele wollen mit Rechten im Fernsehen reden, um sie zu entlarven. Diese Strategie erweist sich allerdings als wenig erfolgreich. Die AfD wurde zum Teil nicht trotz ihres Rassismus gewählt, sondern deswegen. Je mehr wir versuchen, Nazis zu entlarven, desto mehr Plattform und Gehör bieten wir ihnen. Desto mehr Gelegenheit, eigentlich selbstverständliche Vereinbarungen zu hinterfragen. Der Diskurs schleicht so immer weiter nach rechts. Und nein, die Gesellschaft muss nicht jedem seine Meinung gönnen. Um es mit den Worten von Karl Popper zu sagen: „Im Namen der Toleranz sollten wir uns das Recht vorbehalten, die Intoleranz nicht zu tolerieren.“ Sonst zerstört eine freiheitliche Gesellschaft sich selbst.

Marina Weissband, Kolumne im Deutschlandfunk, 18.12.2017
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Dezember 18th, 2017 at 9:26 pm

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Das Medienecho auf diese Aktion war riesengoß und die Berichterstattungen fielen ins absolut bodenlose. Anstatt die Einladung einer rechten Partei auf ein Festival in Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt zu skandalisieren, gerieten die Antirassist*innen ins Zentrum der Kritik, Für einen Sprecher von RTL-West verhielten sich die „Antifaschisten wie Faschisten“, wobei er mit der makellosen Umsetzung der Extremismustheorie glänzte und mal eben das Nationalsozialistische Deutschland auf eine Ebene mit der Verhinderung einer Veranstaltung mit der AfD hob (…). Auch der Kölner Stadt-Anzeiger brachte sich in Stellung. So wurde der Antifaschismus als Bewegung verhöhnt, welche nur Bedeutung im Kampf gegen den historischen NS gehabt hätte. Als gäbe es in Deutschland keine Rassisten*innen und Faschist*innen mehr, die fast täglich Wohnheime von Geflüchteten anzünden, ganz so, als hätte es den NSU nicht gegeben.

Antifa AK über die Berichterstattung nach Birlikte 2016, 25.11.2017

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November 25th, 2017 at 7:38 pm

Der wirklich besorgte Bürger

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Mir macht es keine Sorge, möchte jemand mit Verwirrten, Verschworenen und sonstwie rechten unorganisierten Mitmenschen reden und Aufklärung betreiben. Tatsächlich gäbe es dann nicht unbedingt einen Grund, in Hysterie zu verfallen.

Sorge macht mir allerdings, wenn die Einladung zum Dialog von gesellschaftlichen Vertreter_innen ausgeht, welche befreit vom Begriff der Aufklärung und der deutschen Geschichte agieren. Sorge macht mir, wenn der Dialog an Gesprächspartner_innen des knallharten neonazistischen Spektrums gerichtet ist oder diese aktiv eingeladen werden (z.B. zur Frankfurter Buchmesse 2017). Es gibt keine Gesprächsgrundlage und keine Augenhöhe gegenüber Menschen, welche die Ausgrenzung und Vernichtung ganzer Menschengruppen im Blick haben. Diese Nazis müssen mit allen Mitteln und auf allen Ebenen bekämpft werden. Lichterkette und Bla-Bla ist vorbei. Nazis brauchen was auf die Fresse!

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Oktober 18th, 2017 at 9:47 am

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(…) es liegt auf jeden Fall eine große Gefahr darin – besonders, wenn man sich jetzt zu viel Mühe gibt, diese Leute zu umwerben. Man muss einsehen: Es gibt Leute, die nicht für die Demokratie zu gewinnen sind. Es ist nicht nur sinnlos, das zu versuchen, es ist sogar gefährlich. Denn das heißt, dass man sich zu viel von dem aneignet, was die wollen. Wenn die CSU jetzt vom Schließen der rechten Flanke spricht oder Merkel davon, die rechten Wähler im Osten wiederzugewinnen – man kann, soll und darf dabei nicht zu weit gehen. Das war auch in der Weimarer Republik das Problem: Es waren ja vor allem die Wähler östlich der Elbe, die Hitler an die Macht gebracht haben.

James Hawes, Vice Magazine, 05.10.2017
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Oktober 8th, 2017 at 11:03 am

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Die „gefühlte“ Realität dieser Leute ist nicht ins Rationale verschiebbar, was die aber kapieren sind Gefühle. Das Gefühl eins in die Fresse zu kriegen für Menschenverachtung und Volksverhetzung, zum Beispiel. Ich glaube so eine Gruppe kann nur mit breit angelegter gesellschaftlicher Ächtung und einer schlagfertigen Gegenposition begrenzt werden. Wie ein Altautonomer es mal in einem Interview ausdrückte: wir gehen immer davon aus, dass Leute die Dinge diskutieren wollen, diese Leute wollen aber keine Lösungen finden, sie wollen herrschen und dazu ist ihnen jedes Mittel recht. Wenn wir das weiter so nett „verstehen“ und „Ängste“ ernst nehmen seh ich braun…

In einer Diskussion zum Thema „Umgang mit Wutbürgern“ und dem Panorama-Video https://www.facebook.com/panorama.de/videos/1107129126091423

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September 26th, 2017 at 3:32 pm

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Das bundesweite Wahlergebnis straft alle die Lügen, die geglaubt haben die AfD in öffentlichen Debatten „entzaubern“ zu können. Nichts dürfte der AfD zu mehr Popularität verholfen haben, als die gefühlte tägliche Präsenz in Talkshows und anderen Medien.

Kein Veedel für Rassismus, Bewertung der Bundestagswahlergebnisse in Köln via Facebook vom 25.09.2107

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September 25th, 2017 at 6:38 pm

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Ich halte es für unangemessen, dass jede AfD-Äußerung hier diskutiert wird. Die Menschen können das auch selber einordnen und benötigen nicht unsere Interpretationshilfe. (…) Was bringt es denn, dass man fortwährend die AfD mit ihren wirklich abwägigen Äußerungen konfrontiert? Ich würde lieber mal konkret wissen, was haben sie im Programm zum Unterrichtsausfall, was sagen sie zur Digitalisierung in den Schulen? Bei den Alltagsproblemen muss man die AfD doch stellen!

Christian Lindner im Gespräch „Schlussrunde“, ARD

Weitere Meinungen und Einschätzungen zum Thema „Mit Nazis (nicht) reden“

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September 22nd, 2017 at 3:24 pm

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Bundestagsdebatten sollten ohnehin wieder große Diskussionen werden, denn die Debatte ist das Salz der Demokratie. Insofern fürchte ich mich auch vor der AfD nicht.

befindet Klaus von Dohnanyi (SPD), Ex-Bildungsminister. Anders steht von Dohnanyi der Qualität „großer Diskussionen“ gegenüber, wenn es um linke Themen geht. Im selben Interview sagt er:

Die Linke (…) attackiert zum Beispiel deutsche Politik als „neoliberal“ und behauptet zugleich, „neoliberale Politik“, Konkurrenz und Haushaltsdisziplin führten zur „Massenarbeitslosigkeit“.

Überwiegende Teile der Gesellschaft missverstehen, dass es sich bei der AfD nicht um eine_n demokratische_n Partner_in handelt. Ihr kann nicht auf Augenhöhe begegnet werden. Vielmehr müssen alle demokratischen Kräfte der Gesellschaft akzeptieren, dass die AfD ihnen allen feindlich gegenüber steht. Dies würde eine Solidarisierung mit Die Linke erfordern. Scheitern die Deutschen an der antikommunistischen Tradition?

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